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Hard Life - Onion

Hard Life- Onion

Island / Universal
VÖ: 18.07.2025

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Alles auf null?

Easy Life aus dem britischen Leicester sind Geschichte. Unfreiwillig, wohlbemerkt. Konkreter formuliert: Ihr Bandname ist es. Dafür sind die Indie-Hip-Popper nun unter dem Register "H" zu finden. Nein, man ist nicht der erste Künstler, der in Rechtsstreitereien mit einem finanzkräftigen Unternehmen geraten ist, doch die Vorkommnisse rund um den seitens der Band angeblich geklauten Mottospruch der Airline EasyJet sind schon ziemlich grotesk. Es fällt schwer, die Truppe und ihre Musik mit der Aura einer Fluggesellschaft in Einklang zu bringen, geschweige denn mit den zahlreichen via EasyJet in den Süden beförderten, trinkfesten Urlaubs-Briten. Doch am Ende gab es keine andere Möglichkeit, und Easy Life traten ihren Namen ab. Das musst Du erst mal verarbeiten.

Nun ja, womöglich am besten übers Komponieren und Musizieren, würde man meinen, verorteten sich die bisherigen Longplayer der Briten doch durchaus im Feel-Good-Pop. Nun also die dritte LP "Onion", dazu passend mit fetter Zwiebel auf dem Cover. Doch keine Sorge, trotz allen Ärgers und so mancher Träne, die übrigens eben auch fließt, wenn man das würzige Gemüse schneidet, gibt es mit der Zwiebel vor allem Stoff für Pop- und Rap-affine Ohren und Hüften. Genauer: entspannten Bedroom-Pop mit einer Mini-Prise Indie, aber dafür einer ordentlichen Dosis an R'n'B, Soul und Hip-Hop. Dass diese Mischung dennoch in sich unterschiedlich klingen kann, zeigen "Crickets!!!" und "Y3llow bike" auf der poppigen Flanke, "P1lot" und "Tele9raph hill" auf Hip-Hop-Säulen gebaut sowie "Panorama" und "Othello" auf R'n'B und Soul gebettet.

Wie man viele kleine, kaum drei-, manchmal nicht mal zweiminütige Songs und Songskizzen mit einem hohem Grad an Unterhaltungswert ausstattet, zeigen die Briten auf "Onion" ebenfalls zu Genüge. Gleich zu Beginn etwa, wenn "Tears" sich elegant um sein kleines Sample windet und kaum zwei Minuten braucht, um Highlight zu sein. Noch etwas melancholischer, aber ehrlich und nahbar kommt "Ogre" daher, nicht ohne mit der unbequemen Wahrheit zu enden: "The worst things are always unspoken." Durfte man ob der zynisch-direkten Lyrics der Band bisher ohnehin immer mal schmunzeln, unterstreicht das soulige "Octopus" dies erneut, wenn es heißt: "Puttin' too much time on your dayshit / I don't wanna fuck / Don't wanna talk shit / Don't need a Rolex to know time runs away." "End credits" gibt's hintenraus ebenfalls. Und ein Rant in Richtung EasyJet? Wenigstens ein kleiner!? Der findet sich im Spotify-Kanal: "Easy come, easy go." In diesem Sinne: einen schönen Sommer!

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Tears
  • Crickets!!!
  • Octopus
  • Tele9raph hill
  • Othello

Tracklist

  1. Tears
  2. Ogre
  3. Y3llow bike
  4. Crickets!!!
  5. Fever
  6. Proximityeffect
  7. Jane
  8. Octopus
  9. Tele9raph hill
  10. P1lot
  11. Are you sti11 watching?
  12. Panorama
  13. Othello
  14. End credits

Gesamtspielzeit: 32:45 min.

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User Beitrag

diggo

Postings: 201

Registriert seit 02.09.2016

2025-07-29 21:10:01 Uhr
Bin grosser Fan der Band. Ihr bisheriger Output ist fantastisch und sie waren mein erstes Post-Covid-Konzert. Die neue Platte überzeugt mich bisher aber noch nicht. Sie startet zwar mit 4 Highlights, fällt dann aber deutlich ab und fängt sich erst kurz vor Schluss (panorama, othello) noch einmal. Die „Songs“ (teilweise eher Interludes) dazwischen hätte man guten Gewissens weglassen können. Wäre eine gute EP geworden. Ich bin bisher enttäuscht, aber wer weiss… vielleicht wächst sie ja noch.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30393

Registriert seit 08.01.2012

2025-07-29 15:56:53 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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