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Forth Wanderers - The longer this goes on

Forth Wanderers- The longer this goes on

Sub Pop / Cargo
VÖ: 18.07.2025

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Gibt es nicht

Stell Dir vor: Es ist 2018. Mit Deiner Band Forth Wanderers veröffentlichst Du Dein erstes Album auf Sub Pop. Ein Meilenstein! Die LP avanciert zum Kritiker-Liebling. Dann löst Ihr die Band quasi auf, aus unterschiedlichen Gründen. Musik machst Du noch immer, auch die alten Bande zu den Bandmates sind nicht komplett gerissen. Ihr trefft Euch, ohne Druck, erst zu zweit, dann irgendwann alle. Ohne Verbindlichkeiten oder konkrete Projektpläne. Gemeinsam entstehen neue Songs, wie früher zu Highschool-Zeiten, paritätischer im Songwriting, als das jemals bei Euch üblich war. Und in der Tat, nach einiger Abwägung ist es soweit. Nach über sieben Jahren soll es ein neues Album geben: "The longer this goes on". Unter dem Namen Forth Wanderers. Doch Dein Gitarrist Ben Guterl sagt mit Nachdruck: "Nein! Wir sind nicht zurück!". Klingt komisch? Ist aber so passiert.

Forth Wanderers kamen lediglich zusammen, um die zehn gemeinsam konstruierten neuen Stücke dann schlussendlich auch aufzunehmen. "Wir sind noch immer dabei herauszufinden, was es bedeutet, in dieser Band zu sein, mehr als zehn Jahre nach der Gründung", fügt Guterl hinzu. Was herauskam? Nun, eine kauzige Indie-Rock-Platte voller Groove, perlender Melodien, schöner Gesangsharmonien und einiger schräger Rhythmen. "The longer this goes on" erschließt sich daher womöglich nicht sofort. Die dritte LP des Quintetts klingt allerdings zu beinah jeder Sekunde kreativ-verspielt und kraftvoll, was nicht nur an Sängerin Ava Trillings speziellem Organ liegt. Der intensive Opener "To know me/to love me" etwa mäht die Wiese mit gewetzten Gitarrenriffs und erzeugt dabei Lautstärke. In nur gut zwei Minuten bringt "Call you back" vielleicht eine Quintessenz dieser Formation in Sachen Sound ganz gut auf den Punkt, denn das eigentlich luftige Stück verbaut sich den Indie-Hit mit ein paar windschiefen Gitarren einfach höchstselbst.

Warum? Weil Forth Wanderers es können. Ebenso bestechend der Twist in "Honey", jenem brodelnden Slowburn-Stück, das nur mit einer hallenden Gitarre und honigsüßem Gesang beginnt und eine träge Melodie strickt, bevor der Rhythmus übernimmt und zu repetitivem Gitarrenriff getanzt werden darf. Jene sich wiederholenden Elemente finden sich in einigen Kompositionen, manchmal tönt das dann etwas zerfasert, aber trägt absolut zur besonderen Stimmung bei, die Forth Wanderers erzeugen. So wirkt etwa "Springboard" ein bisschen wie unter dem Fieberglas gebannt, zumindest aber wie der Soundtrack zu einem Hitzeglut-Tag, den auch die Nacht nicht abkühlen kann.

Nach schlendernden Grooves haben die New Yorker*innen immer mal auch überschwängliche Sturm-und -Drang-Vibes in der Hinterhand, wie etwa die zackigen, fast euphorisch dahinspurtenden zweieinhalb Minuten der Single "7 months". Oder den melodischen Rausch von "Barnard", das mit Trommel-Marsch beginnt, bis sich schon bald die Gitarrenriffs wie ein Feuerwerk stapeln, explosives Ende garantiert. Dass die Band diese unterschiedlichen Ansätze mit Selbstsicherheit und Überzeugung vorträgt, lässt das Album autarker wirken, als die Musiker*innen sich dies selbst erträumt hätten. Und so drückt man nach der knappen halben Stunde von "The longer this goes on" unweigerlich die Repeat-Taste. Man sollte es eben nur nicht Comeback nennen. Denn Forth Wanderers gibt es quasi nicht.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • To know me/to love me
  • Call you back
  • 7 months
  • Barnard

Tracklist

  1. To know me/to love me
  2. Call you back
  3. Honey
  4. 7 months
  5. Spit
  6. Springboard
  7. Wake me
  8. Barnard
  9. Bluff
  10. Don't go looking

Gesamtspielzeit: 28:51 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Hierkannmanparken

Postings: 2841

Registriert seit 22.10.2021

2025-08-01 12:39:15 Uhr
Geiler Gitarrensound im Opener.

nörtz

User und News-Scout

Postings: 17453

Registriert seit 13.06.2013

2025-07-31 21:04:28 Uhr
Oh, das klingt nach einem Durchgang doch sehr gut.

saihttam

Postings: 2811

Registriert seit 15.06.2013

2025-07-29 23:10:03 Uhr
Oh, ich dachte schon diese Band wäre von allen längst vergessen, inklusive mir. Dabei war das Debüt doch ein wunderschönes Kleinod. Freue mich schon drauf meine Erinnerung mit diesem neuen Album aufzufrischen.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 29962

Registriert seit 08.01.2012

2025-07-29 15:56:18 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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