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We Are Scientists - Qualifying miles

We Are Scientists- Qualifying miles

Grönland / GoodToGo
VÖ: 18.07.2025

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Double decade routine

20 Jahre We Are Scientists! Na gut, ein bisschen länger gibt's das Indie-Duo aus dem Big Apple, das anfangs ein Trio war, genau genommen schon. Aber vor beinahe zwei Dekaden erschien ihr vielbeachtetes, rückblickend natürlich kultiges Debüt "Of love and squalor", in Sachen Klang und Genre einst äußerst passend zur Hoch- und Hypezeit der New Wave of Britpop. Keith Murray und Chris Cain, damals wie heute die Kreativen der Truppe, haben mit dem neuesten Streich "Qualifiying miles" mittlerweile neun Alben in ihrer Diskografie platziert. Eher in der Rolle Liebhaber-Band denn Rockstars, ist der Indie-Rock des New Yorker Doppels zwischen refrainseliger Euphorie und staubigen Gitarren nicht wirklich totzukriegen. Und bleibt sympathisch wie eh und je.

Ein gewisses Ringen zwischen spätreifer Jugendlichkeit und gediegener Adoleszenz hörte man ihren jüngsten Longplayern gewiss an: "Huffy" und "Lobes" setzten sich eher unentschieden zwischen die Stühle, die auf dem Weg aus der Pandemie aufgebaut waren. Ein wenig stellt sich auch die Frage, wie man überhaupt an ein achtes, neuntes oder zehntes Album herangeht. We Are Scientists zumindest hatten Bock und nahmen sich Zeit im Studio, spielten die neuen Stücke, derer zwölf sie zuvor aus einem großen Songstrauß auserwählt hatten, quasi live ein. Zurück zu den Anfängen lautete das Motto. "A prelude to what" scheint sich allerdings bewusst zu sein, dass der Klick auf Reset zumindest beim Sound nicht möglich ist, jedoch auch nicht sein muss. Vielmehr ist der Opener ein eher bedächtiger Vorbote für den teils sehnsüchtig perlenden Indierock, den We Are Scientists auf "Qualifying miles" präsentieren und den sie mit all ihrer Erfahrung bereits an Position zwei perfektionieren. Und zwar, wenn das tolle "Starry-eyed" seine Melancholie auf der The-Smiths-Gitarre in ein hymnisches Finale überführt.

Das neue Album markiert ebenso ein wenig eine Katharsis, ein Freimachen vom Früher. Thematisiert etwa in "Dead letters", das zunächst von der Akustischen getragen wird. "Wenn ich überlege, mit wie vielen Menschen ich wegen der Musik früher tagtäglich zu tun hatte, an wie viele ich davon ich heute kaum noch einen Gedanken verschwende, und dass von denen wiederum kaum jemand mehr etwas über mich weiß, ist das schon seltsam", so Murray dazu. Der Druck, der Perfektionismus, das Denken an die geschäftlichen Dinge rund um den Release wichen dem simplen Songschreiben und dem gemeinsamen Jammen. Diesen Vibe tragen sowohl die schlaue, tanzbare Single "Please don't say it" also auch das beinahe Weezer-eske "The big one"auf der befreiten Brust, während "The same mistakes" seine Melodie nur zu gern in dezentes Synthie-Gewand kleidet. Und so überzeugt "Qualifiying miles" nicht zuletzt durch Abwechslung. Und, sagten wir das schon? Durch Melancholie. So richtig einnehmend gelingt dieser 90s-Britpop-Vibe etwa in "What you want is gone". Und wenn We Are Scientists dann bald noch jegliches Füllmaterial aussortieren oder das Niveau ihrer Highlights halten, könnte es im Rahmen der nächsten Dekade vielleicht wieder etwas werden mit der 7/10 bei Plattentests.de. "I promise".

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Starry-eyed
  • Please don't say it
  • What you want is gone
  • I could do much worse

Tracklist

  1. A prelude to what
  2. Starry-eyed
  3. Dead letters
  4. The big one
  5. Please don't say it
  6. The same mistakes
  7. What you want is gone
  8. A lesson never learned
  9. I could do much worse
  10. I already hate this
  11. The mall in my dreams
  12. I promise

Gesamtspielzeit: 43:50 min.

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User Beitrag

didz

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Registriert seit 29.06.2017

2025-07-29 00:42:58 Uhr
ja, 'megaplex' sehr verkopft und 'huffy' extrem quatschig, grade auch in den videos. das trifft es gut.
am besten sind sie wohl wenn sie den richtigen sweet spot zwischen albern und ernst finden.
und für mich trifft das am meißten auf 'brain thrust mastery' und der neuen zu.

'lobes' fühlt sich für mich wie ein 'mylo xyloto' light an, und das is für mich auch der richtige ansatz. wenn schon pop, dann aber richgig in die vollen. es hat keine highlights die sich absetzen, das stimmt, deshalb auch für mich am hinteren ende. aber es hat diesen konstanten sound mit eingestreuten netten momenten.

jo

Postings: 7702

Registriert seit 13.06.2013

2025-07-29 00:33:07 Uhr
Ja! "Second Acts" ist super! Seltsame Phase einfach...

jo

Postings: 7702

Registriert seit 13.06.2013

2025-07-29 00:29:44 Uhr
Ja, ich weiß auch nicht. Bei "Lobes" haben mir etwas die Highlights gefehlt. Daher war "Huffy" für mich knapp drüber. Zumal ich "Megaplex" irgendwie als so ernst und irgendwie verkopft wahrgenommen hatte (die zwei Songs wären auch meine Highlights und die sind schon sehr stark :) ) - da war "Huffy" wieder verspielter und hat mehr Spaß gemacht (trotz dieses Quatschsongs ;) ).

didz

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Registriert seit 29.06.2017

2025-07-29 00:29:14 Uhr
und noch komischer, das vermeintlich beste lied der megaplex-huffy-lobes-tiefphase is wieder auf megaplex, ihrem schlechtesten album, diesmal in der expanded edition: second acts :-D

didz

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Registriert seit 29.06.2017

2025-07-29 00:18:42 Uhr
ich wollte 'lobes' noch dazu nehmen, aber das is schon noch knapp über den anderen beiden. bei 'lobes' mag ich immerhin die konsequenz, wie dieser 80er style durchgezogen wird vom sound übers ganze album bis hin zu den videos. und ich hab mir da auch mehr favoriten aufgeschrieben als bei 'megaplex' und 'huffy' :-D
aber mehr als ne 6 isses eben auch nich.

das komische is, 'megaplex' hat 'your light has changed' und 'no wait at five leaves', die ich fast schon mit als die besten songs dieses kleinen durchhängers bezeichnen würde.



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