Fletcher - Would you still love me if you really knew me?
Capitol / Universal
VÖ: 18.07.2025
Unsere Bewertung: 5/10
Eure Ø-Bewertung: 9/10
Blick zu den Sternen
Von nix kommt nix: Kaum mehr als ein Jahr ist es her, dass das Zweitwerk "In search of the antidote" der amerikanischen Singer-Songwriterin Cari Elise Flecher – aka Fletcher – auf den nimmersatten Pop-Zirkus losgelassen wurde. Offenbar hat die 31-Jährige aber noch mehr als genug kreative Outlets gefunden, um mit "Would you still love me if you really knew me?" in Schnellschuss-Manier einen Nachfolger hinterherzuschicken. Gut so, hat sich doch auch nach dem Vorgänger die grundsätzliche Situation im Hause Fletcher nicht geändert: irgendwie präsent, sie wurde sogar zur Ikone und Identifikationsfigur vieler aus der lesbischen Community, ohne aber den Senkrechtstart in die oberen Ligen der Popwelt zu schaffen. Musikalisch teils durchaus ansprechend, aber nicht so recht mit verheißungsvoller Indie-Cred oder genug Substanz. Fletcher sitzt gewissermaßen zwischen den Stühlen der Pop-Welt. Geil ist was anderes. Lohnt also das neue Futter für den Feed?
"I sold out Radio City / But I'm not on the radio / Kinda bruises my ego / Watching the other pop girls skyrocket to the moon", legt Fletcher direkt auf dem zweiten Track "Hi, everyone leave please" offen und macht keinen Hehl daraus, dass da durchaus einiges an Frustration vorhanden ist. Verständlich – und auch erfrischend ehrlich. Gleichzeitig zeigt aber besagter Song unmittelbar, wo die Krux des Outputs von Fletcher liegt: Allzu oft versucht die Amerikanerin, große Songs durch große Gesten hervorzubringen. Das mag hier und da ein probates Mittel sein, wirkt allerdings oft deplatziert – so verfängt sich ein an sich hübscher Song zunehmend in unnötigen Uffzack-Beats und ein opulentes Aufbäumen.
Gleiches gilt für "Don't tempt me", das sich tiefgreifenden Emotionen: depressiven Phasen und düsteren Gedanken. Nur, um dann eben doch in eine typische, händereckende Piano-Powerballade abzudriften, die musikalisch kaum Persönlichkeit ausstrahlt. Etwas unglücklich gerät auch die musikalische Umsetzung des inhaltlichen Kernstücks "Boy", das eine innerliche Zerreißprobe verarbeitet: Wie kommuniziert man als durchaus prominentes Mitglied der queeren Musikszene, dass man sich unerwartet in einen Mann verliebt hat? Welche Ängste schwingen mit, wenn man die neue Liebe ausleben möchte? Muss man sich für die eigenen Emotionen schämen? Was eigentlich ein berührendes und brisantes Thema darstellt, wird musikalisch leider in einen eher triefigen Americana-Mantel gekleidet und mit eher banalen Songzeilen wie "His hips were soft / I had no choice" versehen – ob das zielführend ist?
Frustrierend ist das auch auf musikalischer Ebene vor allem, weil so ziemlich alle Songs auf "Would you still love me if you really knew me?" mit guten Ideen und hübscher Instrumentierung aufwarten – das Potenzial wird jedoch zu selten auch wirklich genutzt. Dabei setzt der Opener "Party" ein sehr schönes Ausrufezeichen zu Beginn und vermittelt mit schiefen Klavierklimpereien eine schummrige Katerstimmung. "It's not the kind of party / It's not the kind of night / I'm sorry I can't always be the time of your life." Auch der Synthpop-Ausflug "All of the women" vermag es, auf der eher eintönigen zweiten Albumhälfte noch ein Ausrufezeichen zu setzen – und dank wirklich toller Instrumentenfraktion über einen eher mauen Refrain hinwegsehen zu lassen. Es hat sich also nicht so wirklich viel geändert: Fletcher greift nach den Sternen, bringt aber zu wenig Substanz mit an Bord.
Highlights
- Party
- Don't tempt me
- All of the women
Tracklist
- Party
- Hi, everyone leave please
- Don't tempt me...
- The arsonist
- Boy
- Chaos
- D i s t a n c e
- Good girl / Gone girl
- All of the women
- Congratulations!
- Would you still love me?
- Hail Mary
Gesamtspielzeit: 43:06 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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MickHead Postings: 10871 Registriert seit 21.01.2024 |
2025-07-18 18:32:05 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_m5gkhdnpaMYdS1lT04vwAaYyARcF3hKG0&si=0i1RktObW4Yz6XL9 |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30449 Registriert seit 08.01.2012 |
2025-07-13 20:55:32 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30449 Registriert seit 08.01.2012 |
2025-06-05 19:00:20 Uhr - Newsbeitrag
FLETCHERVeröffentlicht neue Single „Boy“ – Album „Would You Still Love Me If You Really Knew Me?” folgt am 18. Juli! Hier das Video anschauen: Hier den Albumtrailer anschauen: Heute kündigt die von der Kritik gefeierte Queer-Künstlerin FLETCHER die bevorstehende Veröffentlichung ihres dritten Studioalbums „Would You Still Love Me If You Really Knew Me?“ an. Das am 18. Juli über Capitol Records erscheinende Album der Platin-verkaufenden Singer/Songwriterin enthält ihre brandneue Single „Boy“, zu der es heute auch das offizielle Video gibt. Während sie sich anschickt, ihr bisher emotionalstes Werk abzuliefern, spricht FLETCHER mit ihren Fans über die Entstehung und Bedeutung von „Would You Still Love Me If You Really Knew Me?“ Ein wunderschöner Einstieg in die ungeschminkten Emotionen von „Would You Still Love Me If You Really Knew Me?“ ist die erste Single. „Boy“ beginnt mit einem zurückgenommenen Arrangement aus Klavier und Akustikgitarre, während FLETCHER ihre Geschichte erzählt: „I've been sitting on a secret/And I don't think I can keep it anymore“. Mit schmerzender Sensibilität und sicherer Entschlossenheit singt FLETCHER einen Refrain, der die Seele entblößt: „“I kissed a boy/And I know it’s not what you wanted to hear…I fell in love/And it wasn’t with who I thought it would be/And I’m scared to think of what you’ll think of me.” Co-produziert von FLETCHER und ihrer langjährigen Mitarbeiterin, der GRAMMY®Award-gekrönten Produzentin/Songwriterin Jennifer Decilveo, sowie zusammen mit dem GRAMMY®Award-gekrönten Künstler und Songwriter Shane McAnally (nominiert für mehr CMA Awards als jeder andere Songwriter in der Geschichte und bekannt für seine Arbeit mit Kacey Musgraves, H.E.R., Maren Morris und anderen), bewegt sich „Boy“ in einem eigenen, gemächlichen Tempo und umhüllt den Hörer sanft mit zarten Gitarrentönen, bittersüßen Melodien und wunderschön geschichteten Gesangseinlagen. Getreu der rohen Transparenz, die jeden Song auf „Would You Still Love Me If You Really Knew Me?“ auszeichnet, offenbart der Track alle Sorgen und Ängste von FLETCHER und unterstreicht gleichzeitig ihre Weigerung, jemand anderes als sie selbst zu sein. Das Ergebnis: ein kraftvolles neues Kapitel auf ihrer Reise als Queer-Person und Musikerin und bekräftigt damit ihr Engagement, das ganze Spektrum ihrer Wahrheit zu teilen. “Would You Still Love Me If You Really Knew Me?” wurde von FLETCHER und Decilveo produziert und ist FLETCHERs erstes Studioalbum seit “In Search Of The Antidote”, das Anfang 2024 auf Platz 3 der Billboard Top Album Sales Charts debütierte. Das Album landete auf Platz 3 der Billboard Top Album Sales Charts und erntete Lob von den Kritikern. Nach Abschluss der In Search of The Antidote Tour - einer massiven, weltweiten Headline-Tour mit ausverkauften Konzerten in historischen Veranstaltungsorten wie der Radio City Music Hall in New York City und dem Greek Theatre in Los Angeles - veröffentlichte FLETCHER die Doppel-LP „THE ANTIDOTE: FLETCHER LIVE“ mit 21 Songs. Zu ihrem Katalog gehören auch „you ruined new york city for me“ (eine EP aus dem Jahr 2019 mit ihrem Platin-zertifizierten Durchbruchshit „Undrunk“) und „THE S(EX) TAPES“ (eine EP aus dem Jahr 2020, die bei iTunes über alle Genres hinweg auf Platz 1 schoss), FLETCHER debütierte 2022 mit dem von der Kritik hochgelobten Album „Girl Of My Dreams“ (Platz 15 der Billboard 200, mit ihrem kultigen Hit „Becky's So Hot"). FLETCHERs Musik hat weltweit über 2,5 Milliarden Streams erreicht. Tracklist for Would You Still Love Me If You Really Knew Me? SIDE A 1. Party 2. Hi, Everyone Leave Please 3. Don’t Tempt Me… 4. The Arsonist 5. Boy 6. Chaos SIDE B 7. D i s t a n c e 8. Good Girl / Gone Girl 9. All of the Women 10. Congratulations! 11. Would You Still Love Me? 12. Hail Mary (Bonus) |
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Referenzen
Muna; Ava Max; Zara Larsson; Billie Eilish; Ellie Goulding; Bebe Rexha; Sia; Charli XCX; Icona Pop; Beth Ditto; Claire Maguire; Loreen; Dragonette; Robyn; Little Boots; Halsey; Shura; Florrie; Elliphant; Pixie Lott; Foxes; Tove Lo; Girls Aloud; Holly Valance; Lily Allen; Katy Perry; Ke$ha; Lady Gaga; Rihanna; Kylie Minogue; Lana Del Rey; Ariana Grande; Natalia Kills; Selena Gomez; Jessie Ware; Katy B; Jessie J; Rita Ora; Nelly Furtado; Iggy Azalea; MØ; MS MR
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