Alice Cooper - The revenge of Alice Cooper
Ear / Edel
VÖ: 25.07.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 9/10
We're putting the band back together
Alice Cooper hat in seiner Karriere schon so viele Neuanfänge gemacht, dass man mitunter kaum hinterherkommt. Vor ziemlich genau 50 Jahren war so ein Neuanfang. Im Jahre 1975 nämlich nahm Vincent Furnier mit "Welcome to my nightmare" das erste Mal auf einem Soloalbum den Namen seines Alter Ego auf der Bühne an, nachdem sich die Alice Cooper Band nach dem einen oder anderen flüchtig bekannten Song wie "School's out" oder "I'm eighteen" aufgelöst hatte. Erst 2011, anlässlich der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame, wurden die alten Streitigkeiten endgültig beigelegt. Der Kontakt riss fortan nicht ab, und immer wieder traten die ehemaligen Bandkollegen mit Gastauftritten in Erscheinung. Insofern war es im Grunde genommen überfällig, dass "The revenge of Alice Cooper" den Bogen zurück in die Vergangenheit schlägt. Und stilistisch hatte Produzent und Freund Bob Ezrin dem Altmeister ohnehin schon seit mehreren Jahren eine kräftige Retro-Kur verordnet.
Retro ist auch das Artwork des Albums, das wie zu alten Grindhouse-Zeiten marktschreierisch "The return album the world was afraid of" verkündet und sogleich eine "Special appearance" von Glen Buxton ankündigt. Und der ist bekanntermaßen schon 1997 verstorben. Nein, der Gitarrist wurde weder cooperesk exhumiert noch ist er von den Toten auferstanden. Irgendwo in den Tiefen der Studioarchive fanden sich noch ein paar Aufnahmen, und so darf Buxton "What happened to you" postum eine kleine sentimentale Note verleihen. Ohne das Gedenken an Buxton schmälern zu wollen, und damit springen wir zurück zum Anfang, ist der Gastauftritt von Robby Krieger von The Doors im Opener "Black mamba" nicht minder bemerkenswert. Der beißt sich wie das Reptil nämlich direkt fest und lässt Cooper – ganz der alte lässige Storyteller – von einem kleinen bisschen Horrorschau erzählen.
Auch das folgende "Wild ones" reißt mit, und schon ist man mittendrin in den Siebzigern. Entspannt rockt und groovt Cooper sich durch die Songs, hat die alten Schockeffekte überhaupt nicht nötig und beschränkt sich auf die Geschichten. Wie beispielsweise in "Up all night", dessen Lyrics über einen potenten Pistengänger dermaßen Tongue-in-cheek sind, dass man das Grinsen förmlich hören kann. Oder wie den "One night stand", der nicht ganz so verläuft, wie eine der beteiligten Personen sich ihn vorgestellt hat – mit einem hypnotischen Gitarrenriff aus dem passenden Tarantino-Film inklusive. "Crap that gets in the way of your dreams" und "Famous face" hingegen blicken auf die Kehrseite der Glitzerwelt als Künstler, während "What a Syd" dermaßen lässig groovt, dass das Ende viel zu abrupt kommt und der Song dadurch nicht ganz fertig wirkt.
Aber nur noch einmal zur Einordnung. Alice Cooper ist 77 Jahre alt, seine Mitstreiter auf diesem Album nicht wesentlich jünger. Dennoch wäre die Vermutung, bei "The revenge of Alice Cooper" könnte es sich um bräsigen Geriatrie-Rock handeln, völlig unangebracht. Natürlich ist die Generation Z nicht notwendigerweise die Zielgruppe dieser Platte, doch jeder einzelne Song sprüht vor Spielfreude, lässt den Spaß im Studio, aber auch die Routine aus vielen Jahrzehnten Musikbusiness immer wieder aufblitzen. Auch wenn Cooper beim Songwriting vielleicht manchmal die Pferde durchgegangen sind und man die Platte um ein, zwei Songs hätte kürzen können. Doch das macht überhaupt nichts angesichts eines Albums, das zwar vordergründig Nostalgiker ansprechen mag, im Kern jedoch der ganz jungen Generation zeigt, dass Klasse keine Frage des Alters ist. Keine Ahnung, was Mr. Furnier sich morgens so ins Müsli mischt, um so fit zu sein. Aber er möge es bitte weiter nehmen.
Highlights
- Black mamba
- One night stand
- See you on the other side
Tracklist
- Black mamba
- WIld ones
- Up all night
- Kill the flies
- One night stand
- Blood on the sun
- Crap that gets in the way of your dreams
- Famous face
- Money screams
- What a Syd
- Inter galactic vagabond blues
- What happened to you
- I ain't done wrong
- See you on the other side
- Return of the spiders 2025 (Bonus track)
- Titanic overunderture (Bonus track)
Gesamtspielzeit: 60:06 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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MickHead Postings: 10821 Registriert seit 21.01.2024 |
2025-07-25 20:27:18 Uhr
Laut.de 4/5https://laut.de/Alice-Cooper/Alben/The-Revenge-Of-Alice-Cooper-125469 Rolling Stone 4/5 https://www.rollingstone.de/reviews/alice-cooper-the-revenge-of-alice-cooper-zwinkern-unter-dem-make-up/ |
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MickHead Postings: 10821 Registriert seit 21.01.2024 |
2025-07-25 11:18:54 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_kDP-izJM6KyVG0FRlK4QYg8YtS7R55v3A&si=2-hgS1QbRQZWi8aZ |
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MickHead Postings: 10821 Registriert seit 21.01.2024 |
2025-07-17 13:01:24 Uhr
Wohl letzter Song vor dem Release!"Up All Night" https://youtu.be/gqEUStF4lG8?si=ezELyoPy6DKgiKLZ |
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ijb Postings: 8208 Registriert seit 30.12.2018 |
2025-07-13 23:02:22 Uhr
Meinungen?Toll, das ihr das besprecht - und sogar so positiv! Sehr erstaunlich allerdings, dass es einer mit der Bekanntheit eines Alice Cooper (bzw. eine so renommierte Truppe wie die Band Alice Cooper bei ihrer Wiedervereinigung nach 52 Jahren) nicht auf eure Titelseite geschafft hat! Dafür unbekannte (und weniger positiv besprochene) Bands wie Dropkick Murphys, Fletcher und Amigos und ziemlich in Vergessenheit geratene wie We Are Scientists und Bush mit mauen Alben... |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30439 Registriert seit 08.01.2012 |
2025-07-13 20:55:08 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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Referenzen
Kiss; Ozzy Osbourne; Black Sabbath; Ghost; Lordi; Avenged Sevenfold; Aerosmith; Van Halen; The Cult; Twisted Sister; New York Dolls; Guns N' Roses; Slash's Snakepit; Mötley Crüe; L.A. Guns; W.A.S.P.; Accept; Ratt; Poison; Def Leppard; Metallica; Megadeth; Iron Maiden; Judas Priest; Dio; Manowar; The Hellacopters; Backyard Babies; White Zombie; Monster Magnet; Iggy Pop; The Misfits; The Billion Dollar Babies; Great White; Cheap Trick; Skid Row; King Diamond; Pink Cream 69; Andrew W.K.; GWAR; Marilyn Manson; Meat Loaf
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