Benson Boone - American heart
Night Street / Warner
VÖ: 20.06.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 3/10
Keine Zweifel mehr
Noch nie hat Benson Boone laut Rolling Stone so sehr an ein Werk geglaubt wie an dieses. Was nach gewöhnlicher Promo-Aussage klingt, könnten im Fall von "American heart" von Grund auf ehrliche Worte sein. Während Boones 2024er-Hit "Beautiful things" noch zwischen TikTok-Ballade und Festival-Geschrei pendelte, klingt das zweite Studioalbum des 21-Jährigen selbstbewusster. In zehn Songs verpackt der Sänger mehr Ideen und vor allem mehr Persönlichkeit. Boone verzichtet auf eine ausufernde Tracklist mit halbherzigen Füllern. Stattdessen liefert er rund 30 Minuten, die wie aufeinander abgestimmt wirken, ohne dabei monoton zu werden. Krampfhaft TikTok-taugliche Höhepunkte und inszeniertes Pathos sind gestrichen – das Album setzt auf Americana-Facetten, Stadionpop und Achtziger-Glanz.
Boones Stimme ist dabei Dreh- und Angelpunkt seiner Musik: kräftig, klar, mit angenehm rauer Kante. Sie trägt sowohl intime Balladen wie "Momma song" als auch retroeske Songs wie "Mr. Electric Blue", in dem subtil Electric Light Orchestra durchschimmern. Der Beinahe-Titeltrack "Young American heart" spielt mit Bruce-Springsteen-Anleihen, klingt aber deutlich sanfter als der Boss, während Boone einen beinahe tödlichen Autounfall aus seiner Jugend verarbeitet. "Mystical magical" flirtet ganz offen mit Eighties-Pop, Flöten-Einlagen und einer deutlichen Referenz an Olivia Newton-Johns "Physical" im Refrain. Der Sound wirkt künstlich, aber genau deshalb so faszinierend, denn trotz seiner Kürze ist das Album erstaunlich rund. Boone und Produzent Jack LaFrantz setzen spürbar auf Dynamik: Hymnische Songs lösen ruhige Stücke ab, und wenn die Gitarren einsetzen, denkt man eher an Arena als an Algorithmus. Zwar sind die Strukturen mitunter vorhersehbar – das klassische "Leise anfangen, groß enden"-Prinzip taucht mehrmals auf –, doch innerhalb dieses Rahmens findet Boone überraschend viel Variation.
Das Debüt "Fireworks & rollerblades" hinterließ in Bezug auf die Nachhaltigkeit von Boones Musik noch ein großes Fragezeichen: Kann er abseits vom dramatischen, hochgepushten "Beautiful things" überzeugen? Und wird er überhaupt dauerhaft im Pop relevant bleiben? "American heart" lässt daran keine Zweifel mehr und dürfte für Boone einen entscheidenden Schritt markieren: weg vom Social-Media-Phänomen hin zum ernstzunehmenden Künstler. Das Leben ist einfach zu kurz, um sich nicht von gut gemachter Popmusik mitreißen zu lassen.
Highlights
- Mr. Electric Blue
- Mystical magical
- Momma song
Tracklist
- Sorry I'm here for someone else
- Mr. Electric Blue
- Man in me
- Mystical magical
- Reminds me of you
- Momma song
- I wanna be the one you call
- Wanted man
- Take me home
- Young American heart
Gesamtspielzeit: 30:27 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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oldschool Postings: 1062 Registriert seit 27.04.2015 |
2025-06-30 12:06:35 Uhr
Mädchenplatte für schmachtende Teenager.Oder einfach nur ein Trollbeitrag. Unerträglich! |
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coco2 Postings: 164 Registriert seit 17.06.2025 |
2025-06-28 20:50:49 Uhr
Definitiv! Erinnert heimelich an Körperkult und Tate-Brüder. Ganz im Ernst: Wie kann man so etwas durchwinken? |
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zeckezichter Postings: 774 Registriert seit 07.11.2021 |
2025-06-28 20:10:48 Uhr
Also das Cover holt mich ab. |
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nörtz User und News-Scout Postings: 17579 Registriert seit 13.06.2013 |
2025-06-28 19:56:48 Uhr
Grausam. |
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joseon Postings: 1524 Registriert seit 04.09.2023 |
2025-06-27 20:21:50 Uhr
Ungehört 1/10 |
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Referenzen
Harry Styles; Alex Warren; James Arthur; Mark Ambor; Noah Kahan; Ed Sheeran; Dean Lewis; Dermot Kennedy; Chappell Roan; Sabrina Carpenter; Bruno Mars; Conan Gray; Marina; Olivia Newton-John; Fletcher; Alec Benjamin; Troye Sivan; Lady Gaga; Muna; Charli XCX; Olivia Rodrigo; King Princess; Dua Lipa; Luke Hemmings; One Direction; Imagine Dragons; Demi Lovato; Taylor Swift; Finneas; Billie Eilish; Jonas Brothers; Electric Light Orchestra; Jeff Lynne; David Bowie; Tom Petty & The Heartbreakers
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