Aesop Rock - Black hole superette
Rhymesayers Entertainment / Cargo
VÖ: 30.05.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
Hauptsache, es schneckt
Fische in Deckung, die Butter kommt. Ein Aesop-Rock-Album kann nicht schlecht sein, solange darauf Aesop Rock rappt. So weit die Fakten. Es folgt eine anerkennende Beschreibung von "Black hole superette", dem zehnten Album des US-Amerikaners. Noch immer vereint er mühelos lyrischen Anspruch mit erstaunlicher musikalischer Eingängigkeit. In einer Diskographie ohne nennenswerte Aussetzer dürfte dieses Album schnell einen besonderen Platz einnehmen. Erfreulich ist, dass es diesmal nicht nur vertrackte Reimkunst, sondern auch griffige Hooks zu bestaunen gibt. So wartet "Movie night" nicht nur mit herrlichen Versen wie "My dog has blue eyes / Cat down to two lives" auf, sondern auch mit einem Refrain, der sich schon beim ersten Hören tief ins Hirn fräst.
Überhaupt ist die Produktion absolut herausragend. Besonders das ebenso vielschichtige wie federleichte "So be it" ragt diesbezüglich heraus. Der Song klingt wie eine Cabrio-Fahrt durch ein neongetränktes Dystopia, das unter all dem Glitzer am eigenen Dreck erstickt. Auch der Beat von "Ice sold here" ist ein Paradebeispiel für Kreativität. Alles wuchert in verschiedene Richtungen und wird mit Gaffer-Tape und Spucke zusammengehalten. Dass das funktioniert, liegt natürlich nicht zuletzt am Protagonisten, der auch die wildesten Synkopierungen der musikalischen Begleitung mit Leichtigkeit pariert. Aus diesem Grund geraten auch experimentellere Tracks wie "EWR - Terminal A, Gate 20" zum Hörgenuss.
Die Art und Weise, wie Musik und Rap ineinandergreifen, erinnert immer wieder an eine Ära, in der Menschen noch Stunden damit verbrachten, auf Texte in Plattenhüllen zu starren. "Black hole superette" fordert viel Aufmerksamkeit ein, es ist auch etwas zu lang geraten, aber es belohnt all jene, die bereit sind, sich nicht nur berieseln zu lassen. Wobei das Dargebotene manchmal auch einfach nur unfassbar cool ist, siehe etwa "Send help". Der Beat schlingert um ein verwaschenes Gitarrensample herum, während Aes ein Netz aus Metaphern spinnt, das sich selbst nach ausgiebiger Genius-Lektüre nur schwer entwirren lässt. Die Message fällt jedoch eindeutig aus: "Just remember, it's up to you to choose to get help (Help!) / And there is nothing to be embarrassed about, it will only help you." Dem ist nichts hinzuzufügen.
Doch halt! Wir müssen noch reden. Über Schnecken. Diese Tierchen haben sich nämlich in Aesops Aquarium verirrt und vermehren sich nun wie die Karnickel. Nur ohne Rammeln, dafür hermaphroditisch – was nachweislich für weniger häusliche Konflikte sorgt. Wer jetzt "Bitte was?" denkt, ist nicht allein. "Snail zero" heißt der Song zur Verwirrung und er ist, zumindest wenn man der glibbrigen Masse zwischen den Schläfen glaubt, genial. Dass er überhaupt existiert, muss dem Urheber hoch angerechnet werden. Wobei der sich standhaft weigert, der Plage per Massentötung ein Ende zu setzen: "Exactly fuck I'm supposed to do with a bagful of snails? / Oh here comes crazy old Aes-y, holding his bagful of snails / He also bark at the traffic and drink his Tab from a grail", verkündet er lakonisch. Manche haben die Tassen im Schrank, Aesop Rock macht lieber Polterabend. Die Methode dahinter ist bekannt.
Highlights
- Movie night
- EWR - Terminal A, Gate 20
- So be it
- Snail zero
Tracklist
- Secret knock
- Checkers
- Movie night
- EWR - Terminal A, Gate 20
- 1010WINS
- So be it
- Send help
- John Something
- Ice sold here
- Costco
- Bird school
- Snail zero
- Charlie horse
- Steel wool
- Black plums
- The red phone
- Himalayan yak chew
- Unbelievable shenanigans
Gesamtspielzeit: 68:19 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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Unangemeldeter Postings: 2247 Registriert seit 15.06.2014 |
2025-10-27 08:52:46 Uhr
Sorry für den Triple-Post, aber ich zitiere für meinen Ersteindruck einfach den man himself:weird flex, but I like a weird flex</I> Wie unverhältnismäßig geil das halt schon wieder ist. |
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Unangemeldeter Postings: 2247 Registriert seit 15.06.2014 |
2025-10-27 08:38:41 Uhr
Eben die zugehörige "Transmission" gehört - "recently been trying out new tools", "experiments", "songs that feel more transitional than at a final destination".Geil, direkt Bock drauf. |
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Unangemeldeter Postings: 2247 Registriert seit 15.06.2014 |
2025-10-27 08:33:48 Uhr
Neue B-Seiten-Sammlung? Oder Outtakes? Noch keine Zeit zum Hören gehabt. Kostenlos hier runterladbar:https://aesoprock.com/pages/i-heard-its-a-mess-there-too |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 29794 Registriert seit 08.01.2012 |
2025-06-04 21:12:07 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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smrr Postings: 449 Registriert seit 02.09.2019 |
2025-06-04 18:29:11 Uhr
Echt bezeichnend, dass man von so einem Werk "enttäuscht" sein kann. Zeigt, wie hart gut einfach sein Output ist und wie selbstverständlich man auch diesen immensen Wortschatz einfach hinnimmt. Schon atemberaubend, wie der einfach seit 15 Jahren das Niveau hält.Kann die Reaktionen hier aber trotzdem absolut nachvollziehen. Auch mir wären fünf Tracks weniger sehr willkommen, aber Spaß machts trotzdem sehr, auch ohne Hit. Die Abschlusstracks sind Gold, die Kollabos mit Open Mike Eagle und Hanni ebenfalls. "Movie Night" ist ebenfalls stark, find ich. Good Boy. Für mich leicht stärker als die letzten beiden Werke. |
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Referenzen
Malibu Ken; Blockhead; Lupe Fiasco; MF Doom; Madlib; Madvillain; Cannibal Ox; El-P; Rob Sonic; Billy Woods; Armand Hammer; Elucid; Earl Sweatshirt; Killer Mike; Run The Jewels; Why?; Company Flow; Atmosphere; Dälek; Deltron 3030; Evidence; Common; Gang Starr; Mos Def; Wu-Tang Clan; Nas; cLOUDDEAD; Open Mike Eagle; Quelle Chris; Busdriver; Jpegmafia; Danny Brown; Clipping.; Shabazz Palaces; The Roots
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