Zebrahead - MFZB

Zebrahead- MFZB

Columbia / Sony
VÖ: 29.03.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Straßenmusikanten

Manchmal kommt alles ganz anders. Auch im Leben eines Rezensenten läuft nicht alles nach Plan. Aktuell vorliegendes Fallbeispiel: Zebrahead. Alles war vorbereitet und so schön ausgemalt. Mit blitzblank gewetzten Messern, einer annehmbaren Story und ein paar semiwitzigen Wortspielen schien ein satter Verriß der obersten Güteklasse lediglich eine Frage von wenigen Minuten zu sein. Und? Tja, was darauf folgte, war der viel zitierte und sich immer wieder mal einschleichende typische Fall von "Denkste!"

Zwei Premieren des zwar nicht mehr taufrischen, aber doch noch jungen Jahres kamen dazwischen. Mit einer fast perfekten kalendarischen Punktlandung sagte der Frühling 2004 "Hallo" und lud mit den ersten Sonnenstrahlen zur ersten Autofahrt mit heruntergelassenen Fenstern ein. Daß es dabei auf der Landstraße zwischen Lorenz am Himmel und Krokussen am Wegesrand nicht bei behäbigem Cruisen blieb, sondern recht rasant in höhere Drehzahlgefilde abging, dürfte mit Sicherheit am Soundtrack gelegen haben. Den lieferten nämlich genau die fünf Jungs aus Orange County, die einem bereits anno 2000 maßgeblich den Sommer zu versüßen wußten. War es damals das "Playmate of the year", ist es in diesen Tagen mit "MFZB" der gesamte, gleichnamig betitelte Fanclub der Streifenpunks.

Dreieinhalb Jahre haben sie sich Zeit gelassen, um mit insgesamt sechzehn (inklusive Hidden Track "The fear") neuen Stücken genau das zu schaffen, womit keiner gerechnet hat. Zum beinahe ebenbürtigen Nachfolger des Vorgängers, der mit "Wasted", "What's going on", dem Titelsong und x anderen Stücken mehr als genug Hitpotential für die junge Generation parat hatte, entfaltet sich "MFZB" allerdings nicht bei mittlerer Lautstärke auf der heimischen Stereoanlage. Da werden nämlich die Schwachstellen von Zebrahead unüberhörbar. Hier der monotone Gleichklang, da ein wenig Füllmaterial und am Ende kann man eh nicht mehr unterscheiden, ob man ein, zwei oder drei handvoll Lieder zu hören bekommen hat.

Auf der bereits erwähnten Landstraße, wo die Geschwindigkeit-Lautstärke-Stimmung-Konstellation sich als nahezu perfekt erwies, entpuppten sich Stücke wie "Rescue me", "Over the edge" oder allen voran "Hello tomorrow" allerdings als Poppunk-Perlen für die Ewigkeit. Kracher, wie sie Sum 182 vermutlich nie schreiben werden. "Into you" zeigt sämtlichen Funpunk-Kapellen die Grenzen auf. Brettharte Saitenarbeit meets unpeinliches Rumgerappe meets Melodien für Millionen. Das geht wieder erstaunlich gut auf und funktioniert auch im langsameren Bremsbereich ("Expectations"). Leider kamen dann aber auch die Wolken wieder, und die Fahrt war zu Ende.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Rescue me
  • Over the edge
  • Hello tomorrow

Tracklist

  1. escue me
  2. Over the edge
  3. Strength
  4. Hello tomorrow
  5. The set-up
  6. Blur
  7. House is not my home
  8. Into you
  9. Alone
  10. Expectations
  11. Falling apart
  12. Let it ride
  13. Type a
  14. Runaway
  15. Dear you (far away)
  16. The fear

Gesamtspielzeit: 52:16 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Badrique
2007-05-21 18:55:54 Uhr
Immernoch eine richtige Gute-Laune-Sommer-Platte!
Stefan
2004-04-05 12:17:27 Uhr
die platte macht spass wenn man akzeptiert, dass es nur fun-punk ohne attitüde und anspruch ist. die playmate of the year war in der hinsicht aber besser. klang einfach frischer.
solea
2004-03-31 12:19:17 Uhr
Also ich kann mich noch daran erinnern dass ich vor ein - zwei Jahren ein paar Spacknasen über den Viva-Bildschirm rennen sah, die sich Zebrahead nannten. Soviel zum thema "Undergroundband"
zebrahead
2004-03-31 08:05:33 Uhr
find es gut dass sie nicht so major sind, in europa. nicht bei mtviva und bravo.
alex
2004-03-25 19:23:32 Uhr
Schöne Rezi, hätte aber 7/10 gegeben. wenn ich so seh welche Platten die auch nicht besser sind sonst noch alles 7/10 kriegen..
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