Bill Wyman's Rhythm Kings - Groovin'

Bill Wyman's Rhythm Kings- Groovin'

Ripple
VÖ: 15.05.2000

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

2000 lightyears from the Stones

Das wichtigste vorweg: Stones-Fans, die auf "Sticky fingers" oder "Let it bleed" abfahren, dürften diese Scheibe ziemlich langweilig finden. "Ich wollte einfach mal die Songs spielen und aufnehmen, die mir zeitlebens gefallen haben, die ich lange Jahre nicht machen konnte. Ein Fats-Waller-Stück hätte ich mit den Stones nie bringen können". Wohl war, denn Mick hätte wohl nicht so genau gewußt, wie er seine Stimme bei den doch eher rockuntypischen Songs einzusetzen hat. Allerdings ist der Titelsong "Groovin'" durchaus für Mick geeignet. Ja, ich kann mir diesen Klassiker wirklich gut als Stones-Nummer vorstellen. Und Keith? Der wäre entweder eingeschlafen oder hätte das Studio verlassen, um sich einen "Rebel yell" zu gönnen.

Mit dem Line-up aus Gary Brooker, Georgie Fame, Mick Taylor, Albert Lee, Graham Broad und Beverly Skeete hat er aber illustre Mitstreiter gefunden, die ihn durch den Mix aus Swing, Blues und Rock begleiten. Unterschied zu den beiden vorausgegangenen CDs dieser als Trilogie geplanten Reihe: Bill Wyman beschränkt sich dieses Mal auf den Bass. Wie auch schon auf den Vorgängeralben "Struttin' our stuff" (1997) und "Anyway the wind blows" (1998) handelt es sich um Stücke fernab jeder Chartplatzierung. Dies ist auch gewollt, denn der ehemalige Stones-Bassist spielt Musik, die in erster Linie einmal ihn selbst anmacht. Sollte sich dann auch noch eine Fanklientel einfinden - nun, umso besser.

Daß sich genügend Fans dieses Stilmixes finden werden, steht außer Frage. Los geht es mit einem verglichen mit dem Rest der CD gewaltigen Boogie-Kracher à la Canned Heat. Nächstes Highlight ist für mich dann "Can't get my rest at night". Eine swamp-geschwängerte Bluesnummer mit einer nie aufdringlich wirkenden Slidegitarre. Perfekte Barmusik im positiven Sinne sind die swingenden Nummern "Tomorrow night", "Mood swing", "Oh! Baby" sowie das melancholische "Yesterdays". Wenn Beverly Skeete schließlich das "I put a spell on you" vom kürzlich verstorbenen Screaming Jay Hawkins zum Besten gibt, weiß man auch, warum Bill das Singen diesmal anderen überlassen hat. Aufnahmetechnisch ist die CD vom Feinsten. Es bleibt nur noch die Frage, für wen sie geeignet ist oder anders formuliert bei welcher Gelegenheit man sie auflegt. Ich für meinen Teil werde einige Songs als Hintergrundmusik einsetzen, wenn mal wieder ein leckeres Diner ansteht oder wenn Schwiegermutter zu Besuch kommt.

PS: So, die Scheibe ist jetzt einige Mal gelaufen. Es gibt kein Diner und auch die Schwiegermutter ist fern. Ich brauch jetzt jetzt wieder puren Rock, am besten Bill mit Mick und Keith an seiner Seite.

(Ulrich Heiser)

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Highlights

  • Tell you a secret
  • Can't get my rest at night
  • I put a spell on you

Tracklist

  1. Tell you a secret
  2. Groovin'
  3. Rough cut diamond
  4. Mood swing
  5. Hole in the wall
  6. Can't get my rest at night
  7. I put a spell on you
  8. Tomorrow night
  9. I want to be evil
  10. Rhythm King
  11. Daydream
  12. Oh! Baby
  13. Streamline woman
  14. Yesterdays

Gesamtspielzeit: 53:51 min.

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