Me And Cassity - Between wake and sleep

Me And Cassity- Between wake and sleep

Tapete / Indigo
VÖ: 01.03.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Hanseatisch Hall

So wenig sich der Wuschelgrad seiner Frisur in den letzten fünfzehn Jahren variiert hat, so wenig hat sich das Wesen von Dirk Darmstädters Musik geändert. Es ist noch immer dieser zart schmelzende Pop, der ihn an der Spitze der Jeremy Days einst zur nationalen Popgröße werden ließ und zwischenzeitlich ziemlich unterschätzt vor sich hin reifte. Seit ein paar Jahren buchstabieren Darmstädter und seine abgewetzte Fender die alten Attribute wie "geschmackvoll" und "eindringlich" nun schon unter dem Emblem Me And Cassity. Und hatten zuletzt mit "Number one single" sogar mal wieder so etwas Ähnliches wie einen Hit.

Auch "Between wake and sleep" ist mit allerlei bittersüßen Melodien gespickt. Während sich aber der hübsche Vorgänger "Hope, with a pain chaser" vornehmlich unverstärkten Harmonien widmete, traut sich Darmstädters mittlerweile viertes Album in Eigenregie mehr Breite. Durch smarte Hymnen wie "Smoke" oder die drängelnde Abrechnung "Fade out songs" weht der Hauch von Eklektizismus, doch nichts gerät aus den Fugen. Fein modellierte Songs, sorgfältig gesetzte Arrangements. Hier ist maximal das Gefühlsleben in Unordnung.

Und immer wieder diese verträumte Zärtlichkeit. "You're everything they wish they were", flüstert er einer "Madeleine" ins Ohr. "Keeps my lips chained to her poetry", schreibt er einer anderen ins Album. So schmeichelnd die Zeilen, so behutsam die Melodien. Selbst wenn er übers eigene Popstardasein oder andere versnobte Neureiche spöttelt, wird er nicht wirklich böse. "So speak in your high class tongue / Oh baby, it sounds so fine / Like a cross between my beer and your Italian wines."

Einer wie Darmstädter will ja keinen Aufstand machen. Würde ihm ja auch keiner abnehmen, der das sehnsüchtige "Small world" im Ohr hat. Oder das zwielichtig schimmernde Titelstück. Oder das dezent rockende "Let the music be". Oder die gefühlswallende Schnulze "Walking with your shoes tied together", die kurz vorm Kitsch doch noch die Kurve kriegt. Er ist eben ein echter Songhandwerker. Überaus verläßlich und immer wieder für einen Ohrwurm gut. Auf diesen Pilzkopf können Sie bauen.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Let the music be
  • Smoke
  • Small world
  • Fade out songs

Tracklist

  1. Let the music be
  2. Misunderstood
  3. Smoke
  4. Small world
  5. Walking with your shoes tied together
  6. Between wake and sleep
  7. Fade out songs
  8. Madelaine
  9. Someone to take me home
  10. My hit
  11. Sunflower
  12. Feeding the flame
  13. Two worlds collide

Gesamtspielzeit: 55:59 min.

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