HIM - And love said no - The greatest hits 1997-2004

HIM- And love said no - The greatest hits 1997-2004

Supersonic / GUN / BMG
VÖ: 15.03.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Fight my leier

Zunächst einmal möchte sich der Rezensent an dieser Stelle aufrichtig dafür entschuldigen, daß ihm nach dieser, dieser und jener Rezension so ganz allmählich die schlechten Witze zum Thema HIM ausgehen. Und er stattdessen nur noch eines für die Finnen übrig hat: Respekt. Sagen wir's, wie es ist. HIM sind so etwas wie die Scooter des Rock: Gesegnet mit einem nicht immer sympathischen, aber doch stets präsenten Frontmann, der ungemein dummes Zeug singt und damit auch noch unglaublich erfolgreich ist. Was für die einen "How much is the fish?" ist, ist für die anderen "Love's the funeral of hearts". Und während die einen zum "Däb däb däb däbedäb däb däb" greifen, geizt Herr Valo seit jeher nicht mit "Uh", "Oh" und "Ah". Bei jeder Telefonsex-Hotline wäre Ville Valo der Star. Zum Glück hat wenigstens er kein Megaphon.

Kleine Rückblende: Frühsommer 1999. Vor nunmehr fünf Jahren. Das Debüt mit dem ulkigen Titel "Greatest love songs Vol. 666" war zwar in Deutschland schon ein knappes Jahr lang draußen, für HIM interessierte sich aber trotz des ersten Hits "Wicked game" immer noch keiner so recht. So kam es, daß man nachmittags vor der Festival-Zeltbühne in aller Ruhe einen der ersten Deutschland-Auftritte der Finnen beobachten konnte. Ohne von einem Rudel 14-jähriger mit Nietengürtel, fleckig schwarz gefärbten Haaren und ziemlich ungeübten Kajal-Strichen vom Auge bis zum Mittelohr umringt zu sein. Ville Valo schüttelte seine Mähne und setzte die Rotweinbuddel grundsätzlich nur ab, um sich die nächste Zigarette anzustecken. Man war beeindruckt von dem einnehmenden Auftreten. Und dachte beinahe an den neuen Jim Morrison. Es konnte ja noch keiner wissen, wie die Karriere dieser kauzigen Finnen weitergehen würde. Und daß sie sich lange Zeit und insbesondere auf "Deep shadows and brilliant highlights" in peinlichen Wiederholungen verlieren würden.

Die Zeit für eine Best Of scheint nun jedenfalls gekommen zu sein. Wer auch immer das entschieden haben mag. Und weil bekanntlich genau zwei Sorten von HIM-Songs existieren (der druckvolle "Ich sterbe gleich"-Song und die "Ich bin eben gestorben"-Ballade), gibt es auch "And love said no" in zwei Versionen. Zum einen als Limited Edition mit einer Bonus-DVD, die magere sechs Live-Tracks enthält. Und zum anderen in der hier vorliegenden, einfachen CD-Version mit 14 Tracks aus sieben Jahren HIM plus zwei brandneuen, unveröffentlichten und überhaupt Songs: dem schrecklichen Neil-Diamond-Cover "Solitary man", das man nicht einmal seinem ärgsten Feind in den Kopfhörer wünschen möchte. Und dem alles wett machenden Titelsong dieser ganzen Sause hier. "And love said no" geht ab wie Schnitzel und hat sich den Platz auf der Greatest-Hits-Compilation redlich verdient.

Nö gesagt hat die Liebe oft genug in den letzten sieben Jahren. Daher ist auch unter den 14 bekannten Songs alles vertreten, was Rang (einen vorderen in den Charts) und Namen (meist was mit "love" und "heart") hatte: das unvermeidliche "Join me". Die tollen "Your sweet 666" und "When love and death embrace" aus der Frühphase der Band. Einfallsloses wie "Pretending", "Poison girl" oder "In joy and sorrow". Und nicht zuletzt "Buried alive by love", der überraschend derbe und gelungene Opener des aktuellen Albums "Love metal". Natürlich werden es nur Fans schaffen, die 16 Songs am Stück zu hören, ohne sich in Schreikrämpfen zu winden. Denn dafür haben HIM den Bogen zu sehr überspannt, uns einer zu großen Überdosis von allem ausgesetzt. Aber beeindruckend ist die Hitdichte durchaus. Da fällt mir ein: Was ist Ville Valo im braunen Fellkostüm? Ein Himbär. Bruhahahaha. Doch noch ein schlechter Witz zum Abschluß. Keine Ursache.

(Armin Linder)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • And love said no
  • Buried alive by love
  • Your sweet 666
  • Gone with the sin

Tracklist

  1. And love said no
  2. Join me
  3. Buried alive by love
  4. Heartache every moment
  5. Solitary man
  6. Right here in my arms
  7. The funeral of hearts
  8. In joy and sorrow
  9. Your sweet 666
  10. Gone with the sin
  11. Wicked game
  12. The sacrament
  13. Close to the flame
  14. Poison girl
  15. Pretending
  16. When love and death embrace

Gesamtspielzeit: 67:03 min.

Bestellen bei Amazon

Threads im Plattentests.de-Forum

  • HIM (3095 Beiträge / Letzter am 10.10.2010 - 20:32 Uhr)