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De Mannen Broeders - Sober maal

De Mannen Broeders - Sober maal

Relapse / Membran
VÖ: 11.10.2024

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Intensiteit

Schon mit seiner Hauptband Amenra zeigte Colin van Eeckhout in der Vergangenheit sehr unterschiedliche Facetten. Suchen die regulären Veröffentlichungen der Post-Metal-Band an Härte, Brutalität und Schmerz ihresgleichen, gibt es seltene Sonderevents, in denen die Belgier eine ganz andere Seite zeigen. Fragil und zerbrechlich sind die Akustik-Sets der Band, in denen Coverversionen von Portishead und Townes van Zandt oder der "Song to the siren" Einzug halten. Unter dem Namen De Mannen Broeders erscheint nun ein Release, welcher jenes teils folkloristische Setting noch einmal ganz anders einfängt. "Sober maal" ist die Kooperation mit dem niederländischen Musiker Tonnie "Broeder" Dieleman, welcher im Dialekt Zeeuws (seeländisch) singt und dabei vor allem religiöse und historische Themen verarbeitet. Van Eeckhout wiederum, beziehungsweise Amenra, veröffentlichten in der Vergangenheit bereits Alben auf Flämisch, sprachlich liegen die beiden also nah beieinander.

Textlich und inhaltlich fand man auch schnell zusammen. Dieleman selbst sagt, dass seine Arbeit sich vor allem um Tod und Trauer dreht, das Werk Amenras hat ebenfalls schmerzliche Emotionen als Hauptmotiv. In unter einer Woche ist nun "Sober maal" entstanden, passenderweise in einer alten Kirche aus dem 18. Jahrhundert. Einige der Lyrics stammen auch aus dieser Zeit. Der Kreis jener Menschen, die nun tatsächlich direkt verstehen, wovon die beiden singen, mag sehr eingeschränkt sein, jedoch ist "Sober maal" auch ohne Textverständnis auf einer ganz anderen Ebene erlebbar: durch seine streckenweise unglaubliche Intensität.

Drei der Tracks sind kurze Spoken-Word-Stücke unter einer Minute: "Asemruumte", "Van licht ontdaan" und "Ons nu voorbij". Dem gegenüber stehen teils sehr lange Songs, in denen man von den beiden sogar recht wenig Text vernimmt. Wie der Opener "Alle roem is uitgesloten", in welchem erst einmal über Minuten hinweg nur Orgel und Piano eine gespenstige Drone-Atmosphäre erzeugen. Lediglich in den letzten zwei Zeigerumdrehungen erheben sich die Stimmen – und erzeugen direkt eine Klosteratmosphäre.

In "Verteere heel" ist es van Eeckhout, welcher zum monotonen Stapfen eines Percussioninstrumentes zunächst zentral in den Hall der Kirche singt, ehe er von einem Zupfinstrument begleitet wird. Die Atmophäre, welche beispielsweise David Eugene Edwards über viele Alben mit Woven Hand und Co. getragen hat, sie wird hier greifbar. In "Graafschrift" ist es Dieleman, dessen Worte hier die laute Stille der Kirche durchschneiden. Ganz anders präsentiert sich der wohl stärkste Track der Platte: "Onze liebe vrouwe". Es beginnt zunächst auch recht reduziert, verfließt in einen "Brudergesang", welcher von einem ganzen Chor abgelöst wird. Es erzeugt diese gleichzeitig erhabene und erschreckende Stimmung, welche ein Kircheninnenleben – selbst wenn man nicht religiös ist – ausstrahlen kann. Viel passiert danach nicht mehr, denn mit dem Titeltrack lassen De Mannen Broeders dieses Album genauso drone-mäßig ausfaden, wie es begonnen hat. Mit einigen letzten Pianoanschlägen endet ein Werk, welches so faszinierend wie auch völlig aus der heutigen Zeit gefallen ist.

(Klaus Porst)

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Highlights

  • Alle roem is uitgesloten
  • Onze lieve vrouwe

Tracklist

  1. Alle roem is uitgesloten
  2. Asemrummte
  3. Verteere heel
  4. Van licht ontdaan
  5. Graftschrift
  6. Omer III
  7. Onze lieve vrouwe
  8. One nu voorbij
  9. Sober maal

Gesamtspielzeit: 44:56 min.

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