Elderbrook - Another touch
Ada / Warner
VÖ: 25.10.2024
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
Tanzmut
Das Offensichtliche vorweg: Anspruchsvoll ist Elderbrooks neues Album "Another touch" nicht. Wer also nur dann elektronische Musik hört, wenn sie wie ein Bluescreen klingt, ist hier an der falschen Adresse. Dass Elderbrook kommerzielle Musik macht, ist aber auch hinlänglich bekannt. Dass er in diesem Bereich eine herausragende Stellung einnimmt, ebenso. Gerade seine Live-Konzerte entwickeln sich nicht selten zu kleinen Happenings. Diese Magie auf einem Album einzufangen, ist freilich keine leichte Aufgabe. Wenngleich "Another touch" das Niveau der Live-Sets nicht ganz halten kann, ist es doch eine überaus angenehme Hörerfahrung.
Verantwortlich dafür ist vor allem die jederzeit exzellente Produktion. Voller Liebe zum Detail stecken die zwölf Tracks, jedes kleine Kompressorpumpen ist bis zur Perfektion durchdesignt. Auch die Sounds wissen zu gefallen, besonders die Trance-Synthesizer zaubern immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht. Im Mittelpunkt der Kompositionen stehen jedoch die Vocals, die teils vom Künstler selbst stammen und teils von Gästen eingesungen wurden. Inhaltlich kommen die Texte zwar selten über das Niveau aktueller Coldplay-Veröffentlichungen heraus, das stört aber nicht. Wer beim Hören eines Elderbrook-Albums mit dem Lyrikanalyse-Kompendium hantiert, verschenkt zu Weihnachten wahrscheinlich auch Krawatten mit lustigen Motiven
Einzelne Songs herauszuheben, ist nicht einfach, da das Niveau durchgehend hoch ist. Einige verdienen aber eine besondere Erwähnung: "Run" galoppiert etwa nach einem kurzen Intro drauflos, als wäre ein Feuer im Club ausgebrochen. Toll ist auch das in Triolen schwimmende "Never over", das feinsinnig ausdefinierte Lead-Synthies mit einer herrlich wummernden Basslinie vereint. Das mit Shimza enstandene "Places" greift indessen Elemente aus dem Afro-House auf und bleibt dank seiner einprägsamen Hook lange im Gedächtnis. Soundtechnisch ähnlich geht es in "Afters" zu, auch hier erklingen Chöre, die wie gemacht für einen Chor aus beseelt tanzenden Burning-Man-Besuchern sind.
Elderbrook macht also ganz bewusst Musik für die Massen. Er weiß sicher, dass sich der irre Erfolg von "Cola" nicht wiederholen lässt, aber so einen Track baut man ohnehin nur einmal im Leben. Statt dem Unmöglichen hinterherzuhecheln, besinnt sich der Brite lieber auf seine Stärken. "Der Erfolg gibt ihm Recht", grunzt es aus dem Phrasenschwein, und ausnahmsweise kann man hier nur anerkennend nicken. Oder besser noch: Das sanft lebende Fleisch zu Plattentests auf die Tanzfläche hieven und dem Morgen entgegentanzen, bis die Muskeln schmerzen. Die drei Leute, die diese Referenz verstanden haben, dürfen sich nun gedrückt fühlen.
Highlights
- Afters
- Run (feat. Vintage Culture)
- Never over
- Places (feat. Shimza)
Tracklist
- Part of you
- Shallow water
- Afters
- Sunshine (feat. Snakehips)
- Ain't losing you (feat. Nimino)
- Run (feat. Vintage Culture)
- Wait for you (feat. Carlita)
- Glad I found you (feat. George Fitzgerald)
- One more before I go
- Never over
- How long
- Places (feat. Shimza)
Gesamtspielzeit: 40:14 min.
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BunteKuh Postings: 499 Registriert seit 17.07.2022 |
2024-10-25 21:45:23 Uhr
Coole Tanzscheibe. Gefällt mir |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 29800 Registriert seit 08.01.2012 |
2024-10-22 20:34:07 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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Referenzen
Klangkarussell; Jon Hopkins; Lane 8; Eli & Fur; Bob Moses; CamelPhat; Avoure; Vandelux; Le Youth; Hayden James; Emmit Fenn; Ben Böhmer; Nils Hofmann; Gorgon City; Duke Dumont; Nora En Pure; Shallou; Kream; Zhu; Parra For Cuva; Monolink; Franky Wah; Lonely In The Rain; Kaskade; Night Tales; Nu Aspect; LP Globbi; Sonny Fodera; Fred Again; Paul Kalkbrenner; Fritz Kalkbrenner; Stephan Bodzin; The Blaze; Luttrell; Idris Elba; Miss Monique
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