The Belles - Omertá

The Belles- Omertá

Eat Sleep / Cargo
VÖ: 01.03.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Schweigen ist Gold

Was man nun nicht unbedingt gedacht hätte: In Kansas, Amerika, gibt es zwischen Kornfeldern und Traktorschuppen tatsächlich so eine Art Untergrund-Musikszene. Sagen zumindest Christian Tolle und Jake Cardwell. Zwei Männer, die von sich behaupten, selbiger anzugehören. Worauf man ebenfalls nicht ohne fremde Hilfe gekommen wäre: Dort unten, im Kansas-City-Underground, machen sie nicht etwa alternativen Redneck-Rock, sondern ziemlich feingeistige Popmusik. Und was dem ganzen Faß nun aber endgültig den Boden ausschlägt: Humor haben die da auch noch. Oder zumindest sowas ähnliches.

Aber zurück zu den Herren Tolle und Cardwell. Ganz gleich, ob die beiden nun tatsächlich der besagten Szene angehören, oder doch eher ihre einzigen Mitglieder sind: Gemeinsam sind sie The Belles, haben eine Vorliebe für eigenartige Interpunktion und eröffnen ihre erste Platte mit einem Tenacious-D-go-quiet-is-the-new-loud-Intro namens "So I, sing", das man vielleicht lustig findet, wenn man sonst nur Ackergäule über endlose Felder scheucht. Die folgende gute halbe Stunde wird allerdings zeigen: The Belles sind mehr, als nur das letzte fehlende Beweisstück dafür, daß längst noch nicht alle The-Band-Namen aufgebraucht wurden. The Belles sind sogar gut.

Da ist zum Beispiel ein Stück namens "Never said anything". Produziert hat es Coldplay-Intimus Ken Nelson, und geworden ist es passenderweise eine dieser kleinen Akustik-Wunderkerzen inklusive Glockengeläut, für die sich wahrscheinlich auch Chris Martin recht herzlich bedanken würde. Gleich darauf folgt das Titelstück, welches auf Deutsch ungefähr so viel wie Schweigepflicht meint und dann auch auf besonders leisen Sohlen durch drei zauberhafte Minuten Präzedenz-Pop wandelt. Das darf durchaus antun.

Daß es so natürlich nicht für immer weitergehen kann, denkt man sich. Daß sich die Vermutung aber schon in den nächsten Minuten bewahrheitet, tut einem richtig leid. Das Händchen für unaufdringlich anschmiegsame Melodien beginnt zu zittern, der Blick für weitsichtige Refrains wird getrübt. The Belles werden zu einer Band unter vielen. Erst am Ende, erst mit der One-man-and-his-lonely-guitar-Nummer "A thousand ships" wird alles wieder gut. The Belles sind eben doch einzigartig. Und das nicht bloß, weil sie herkommen, wo sie herkommen. Aus Kansas, Amerika.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Never said anything
  • Omertá
  • A thousand ships

Tracklist

  1. So I, sing
  2. (Who will be) here to hear?
  3. Never said anything
  4. Omertá
  5. Victory parade
  6. Little Mexican
  7. Estranged
  8. His undoing, was his undoing
  9. Liquid breakfast
  10. These things will kill me
  11. A thousand ships

Gesamtspielzeit: 37:17 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
bee
2005-11-18 12:23:41 Uhr
alles Geschmackssache - ich finde auf der Platte 4-5 sehr schöne Songs (Here to hear, Never said anything, Omertá, A Thousand Ships ) - ich mag die Stimmung, den Gesang - so ....
oli
2005-11-18 11:20:12 Uhr
muss onkl etwas widersprechen. Der Titelsong ist ziemlich genial und ansonsten ist die Platte zwar nicht überragend aber dennoch schön. Und die Referenzen beziehen sich ja nur auf den Stil & nicht die Qualität.
onkl
2005-11-17 18:30:14 Uhr
schöne Referenzen, aber das wars auch. Die Platte ist nämlich leider nur schön langweilig.
bee
2005-11-17 18:26:02 Uhr
schöne IndieFolkPop Platte mit prima Songwriting -Referenzen wie Shins, I am Kloot oder American Music Club oder auch die üblichen PowerPop Verdächtigen - feine Platte.
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