Mother Superior - 13 violets

Mother Superior- 13 violets

MuscleTone / Fargo / Zomba
VÖ: 23.02.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Der kleine Unterschied

Es ist faszinierend, wie gering bisweilen die Unterschiede zwischen einer ganz okayen, aber irgendwie etwas langweiligen Platte und einem richtig guten Album, das eine Menge Spaß macht, ausfallen. Vor allem dann, wenn die beiden zu vergleichenden Scheiben von der selben Band stammen. Es ist ziemlich genau ein Jahr her, daß sich Mother Superior mit "Sin" nicht gerade mit Ruhm bekleckerten und die Erwartungen an alles, was Jim Wilson, Marcus Blake und Jason Mackenroth nicht unter dem Mamen Rollins Band veröffentlichen, nahe an den Nullpunkt brachten. Bei "13 violets" ist alles anders und doch so sehr beim Alten geblieben, das man versucht ist, größere Teile der alten Rezension unverändert wiederzuverwenden.

Die unbestrittenen Qualitäten der Band sind ja auch beim letzten Album nicht unerwähnt geblieben. Gäbe es auf dieser Welt sechsarmige Wesen, die drei Instrumente gleichzeitig spielen können, würde man annehmen, ein besonders talentiertes Exemplar dieser Spezies zu hören. Mother Superior agieren als Einheit, oder, weniger vornehm aber umso passender ausgedrückt, sind ein Kopf und ein Arsch. Alles klingt wie aus einem Guß. Dazu kommt eine Produktion, die auf wunderbare Weise die charmante Raubeinigkeit der Garage mit ausreichen Druck paart. Keine Frage, "13 violets" rockt wie Sau.

Erfreulicherweise hat "13 violets" aber etwas zu bieten, an dem es dem Vorgänger leider mangelte: zündende Ideen, packende Melodien und Songs mit Eigenständigkeit. Wo "Sin" manchmal an eine hochbegabte Schülerband beim Kopieren ihrer Lieblingsbands erinnerte, klingt das neue Werk tatsächlich nach Musikern, die sich auszudrücken verstehen. Objektiv betrachtet mögen die Unterschiede zwischen den beiden Album marginal sein, und doch sind es Welten, die dazwischen liegen. Ein Quantensprung sozusagen.

Natürlich wird auch "13 violets" keinen Innovationspreis gewinnen. Rockinfusionen wie "Fuel the fire" oder "What if" funktionieren schon seit Jahrzehnten nach dem gleichen Schema. Die Kunst ist es, genau diese Tatsachen vergessen zu machen. Dazu bedarf es vor allem einer gewissen Originalität, die Mother Superior endlich wiedergefunden haben. Wer sonst schrammt mit einem Motown-würdigen Song wie "Everything's alright" so haarscharf an einem trägen Ska vorbei. Das ist nicht neu, das ist nicht hip, das ist einfach nur gut.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Fuel the fire
  • Four walls
  • What if
  • I desire you

Tracklist

  1. Head hanging low
  2. Fuel the fire
  3. Turbulence
  4. ******
  5. Four walls
  6. 13 violets
  7. Starlett
  8. What if
  9. Queen of the dead
  10. Did you see it?
  11. Everything's alright
  12. Kicked around

Gesamtspielzeit: 38:58 min.

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