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The Commoners - Restless

The Commoners- Restless

Gypsy Soul / Bertus
VÖ: 05.07.2024

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Guaraná bullride

Eine der skurrilsten Geschichten des Southern Rock ist wahrscheinlich, dass Ronnie van Zandt von Lynyrd Skynyrd und Neil Young einander in ihren Songs dissten, lange bevor Rap überhaupt erfunden war. Van Zandt fand den Songtext "Southern man" des Kanadiers Young überhaupt nicht witzig, und dies führte zu der Textzeile "Well I hope Neil Young will remember a southern man don't need him around anyhow" im Klassiker "Sweet home Alabama". Daraus entstand nicht nur eine merkwürdige Freundschaft der beiden Kontrahenten, sondern auch die Einsicht van Zandts, Position zu beziehen, wie seine Band mit der Südstaaten-Vergangenheit und dem latenten Rassismus um sie herum umgehen sollte. Ein progressiver Funken inmitten von Tradition. Schaut man ins Jahr 2024, liegt der Southern Rock schon wieder am Boden, alles klingt mehr oder weniger lahm und, genauso wie das Rennen zweier Greise um die Präsidentschaft, völlig aus der Zeit gefallen. Ausgerechnet mal wieder aus Kanada kommen fünf Jungs, die zeigen, wie Weiterentwicklung funktionieren kann.

Dabei ist "Restless" nicht einmal ihr erstes Album, aber das erste, das so knallt, dass jeder Südstaatler aus seinem Mittagsschläfchen hochschreckt, sollten The Commoners aus dem Radio ertönen. Als ob die Band beim routinierten Bullriding am Wochenende in Alabama einfach eine Palette Energy-Drinks geext hat und sich nun im Guaraná-Koffein-Rausch an den Sattel krallt und ihn auch so schnell nicht wieder loslassen wird. Bereits der Opener "Devil teasin' me" hat alles dabei, was dieses Album ausmacht. Sänger Chantal Williams hat so viel Druck und Leidenschaft mitgebracht, dass sämtliche US-Kollegen dagegen völlig kraftlos wirken. Der Name des Drummers Adam Cannon ist Programm, und zusammen mit Bassist Ben Spiller bereitet er den groovigen Boden, über den die Gitarre nur noch drüberfliegen muss. In diesen Power-Rock reihen sich auch "Shake you off" und "Gone without warning" ein. Rival Sons oder The Black Crowes zu ihren besten Zeiten hätten das auch nicht besser eingespielt. Doch auch etwas schwierige Midtempo-Nummern, die in diesem Genre gern mal stinklangweilig dahindudeln, haben auf diesem Album ordentlich Spannkraft: "The way I am", "Who are you" und der Titeltrack "Restless" hinterlassen Eindruck.

Die Finger der Hörer*innen werden zu keinem Zeitpunkt versucht sein, die Skip-Taste zu drücken, um nur die schnellen Stücke zu hören. Es ist dann auch nicht mehr verwunderlich, wie The Commoners auch die Ballade "See you again" ohne Reibungsverluste hinbekommen. Williams drückt mit seiner Stimme einfach alles an die Wand und erinnert so an besagten Ronnie van Zandt, der das bei "Free bird" ebenfalls schaffte. Vor zwei Jahren erschienen The Commoners mit dem ganz respektablen Album "Find a better way" auf der Bildfläche. Es ist ja nicht immer abzusehen, ob es mit dem zweiten Album dann bergauf geht oder das Pulver mit dem Debüt bereits verschossen ist. Mit "Restless" ist der Band ein Album geglückt, das nicht nur um einiges ausgereifter und griffiger daherkommt, sondern auch das Potenzial der Kanadier nach oben offen lässt. The best is yet to come.

(Stephan Dublasky)

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Highlights

  • Devil teasin' me
  • Shake you off
  • Gone without warning
  • Who are you

Tracklist

  1. Devil teasin' me
  2. Shake you off
  3. The way I am
  4. Restless
  5. Gone without warning
  6. Who are you
  7. Body and soul
  8. See you again
  9. Too soon to know you
  10. All that we have

Gesamtspielzeit: 46:26 min.

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Armin

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2024-07-07 18:28:10 Uhr - Newsbeitrag
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