Shlong - Rocketstarfucker.com

Shlong- Rocketstarfucker.com

Sunburn / Soulfood
VÖ: 01.03.2004

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Unton aus Tirol

Hallo RTL II! Ihr habt doch so tolle Sendungen mit den dümmsten Bankräubern und so. Und Ihr wollt doch sicher mal eine Sendung über die schlechtesten Rock'n'Roll-Bands machen, oder? Ganz heißer Tip: Shlong aus Österreich, die haben sich sogar schon selbst den Titel "World's worst Rock'n'Roll-Band" verliehen. Nur: Das ist genauso wie Dieter Bohlen, wenn er augenzwinkernd ein "Talentfrei"-Shirt trägt. Er findet das lustig und im schlimmsten Fall vielleicht sogar cool. Und merkt nicht, daß da gar kein Witz ist. Bitte auch mal genau hinsehen: Das Cover von "Rocketstarfucker.com" ziert eine nackte, wie ein Gugelhupf aufgegangene Freiheitsstatue mit gespreizten Beinen; die Warzen ihrer üppigen Brüste werden, auch dies ist kein Witz, von "Yin/Yang"-Symbolen dargestellt. Damit nicht genug: Der Bandname ist das englische Wort für ungewöhnlich gut ausgestattete männliche Genitalien. Über den krampfhaften Versuch, plump-triviale Schlüpfrigkeiten in Coolness zu transformieren, könnte man hinwegsehen, wären dies nicht äußere Anzeichen dessen, was einen erwartet, wenn man sich den Songs widmet.

Da wird aufs Munterste losgeschrammelt und Songstrukturen gestrickt, wie sie jeder Jugendclubworkshop hervorbringen könnte. Minimalismus ist oft eine gute Sache, aber es kommt immer auf die Ausführung an. Und an der mangelt es hier, weil sie alle Klischees bedient. Die Verstärker werden bis zum Anschlag aufgedreht, Schlagzeuger und Rhythmus duellieren sich, und der Sänger erreicht trotz Telefonhörer-Effekt auf "Interceptor" nicht mal zehn Prozent eines Julian Casablancas. An dramaturgisch wichtigen Stellen zählt die ganze Band einfach mal bis acht! Okay, kann man machen, zeugt aber von genauso viel Einfallsreichtum wie die Tatsache, daß Song 15 nach dem russischen Verstärker der Band benannt wurde. Im Refrain von "Eddie Irvine" orgeln auch noch vollkommen überflüssige Keyboardklänge, so daß man vermutet, die Jungs von Scooter hätten mit Hand angelegt. Die Melodien sind zwar zweifelsohne mitgrölkompatibel, aber eben schon tausendmal gehört, wie die Massenware vom Bohlenschen Fließband.

Das dilettantische Rezept des Tiroler Trios lautet nach eigener Aussage: "Ein bis zwei Riffs, gerade soviel Text, daß man ihn auch um vier Uhr früh auf dem Rücksitz irgendeines Autos noch ohne peinliche Fehler mitsingen kann." Peinliche Fehler unterlaufen einem wohl noch nicht einmal beim alkoholisierten Mitgrölen morgens um fünf. Und man braucht schon mehr als ein bißchen Alkohol im Blut, um diese 50 Minuten zu ertragen.

(Ina Simone Mautz)

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Highlights

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Tracklist

  1. Kanu
  2. Eddie Irvine
  3. Interceptor
  4. Hipjoint
  5. Rocketstarfucker.com
  6. Smooth
  7. Fred
  8. Headache
  9. Speed
  10. Book
  11. Gage
  12. Boner
  13. Marry
  14. Yasay
  15. ????????
  16. Blueroom

Gesamtspielzeit: 50:31 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Electric Medicine
2004-12-24 16:43:28 Uhr
Harhar hab ich auch schon des öfteren Live gesehn... ist halt so die freundliche Kellerband von nebenan... musikalisch sowieso nicht so mein Fall, aber es gibt schlimmeres... irgendwie witzig dass man hier darüber diskutiert...:-) Zumal es im Raum Innsbruck/Tirol viele viel bessere Bands gibt...aber Shlong, die habens bis hierher geschafft... *gg*
Sidestepper
2004-12-24 13:58:28 Uhr
Hui...das ist mir jetzt erst aufgefallen, dass das Teil ja schon im März veröffentlicht wurde *lol* Das macht die Sache ja gleich noch armseeliger...

np: Ben Folds Five - Narcolepsy ;-)
Lukas
2004-12-24 13:47:39 Uhr
Da hat aber jemand endlich Weihnachtsferien und somit Zeit, den vermutlich lange geplanten Rachefeldzug für eine uralte Rezi zu starten... ;-)
Sidestepper
2004-12-24 12:54:34 Uhr
*lol* Wie armseelig. So eine kritikunfähige Band samt Fans ist mir ja schon lange nicht mehr untergekommen. Da habe ich wohl echt nix versäumt...
Armin
2004-12-24 12:23:56 Uhr
Ich schmeiß mich weg.
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