Listen


Banner, 120 x 600, mit Claim

Trans Am - Liberation

Trans Am- Liberation

Thrill Jockey / EFA
VÖ: 20.02.2004

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

America America America

"If there was ever an excuse for nuclear war, it's Washington DC." Das mag ja sein. Ist als Parole, als Weckruf zum Pogen von einer Bühne geschrien, wohl auch ganz tauglich. Auf einem Album jedoch, noch dazu als alleinstehender Track, zieht es nur Kopfschütteln nach sich. Ist das jetzt präpubertäres Protestgehabe, welches sich in schlichtem Dagegensein erschöpft? Sind Trans Am plötzlich religiös und warten auf die "Divine invasion", so nach dem Motto "Herr, erlöse uns von dem Bösen"? Hat 9/11 aus allen Amerikanern grobe Klötze gemacht? Oder ist einfach nur Wahlkampf? Festzuhalten bleibt: Eigentlich schlaue und versierte Musiker verschleudern ihr Potential und haben mit "Liberation" ein belangloses Album abgeliefert.

Wären die Drei aus Washington DC doch bei instrumentaler Musik geblieben! Nun erfahren wir mittels collagierter Reden eines gewissen George W. Bush, daß dieser ein gefährlicher und bisweilen dummer Mann ist. Ach so! Er ist nicht nur ein "Uninvited guest" im eigenen Land (Wahlbetrug), sondern läßt die ganze Welt (Afghanistan, Irak) an seinen unmenschlichen Ideen teilhaben - "Idea machine". So weit, so vorhersehbar, langweilig, nichtssagend. Musikalisch jedoch ist das, was Trans Am da auf Liberation servieren, bestenfalls schnöder Eklektizismus.

In lichteren Momenten wie "Outmoder" oder "White rhino" zitieren sie sich gerade mal selber. Ansonsten wird der werte Hörer mit 80er-Jahre-Synthpop der uninspirierteren Art gequält ("Remote control"), wenn nicht wie am Anfang von "Music for dogs" schamlos bei The House Of Loves "Shine on" geklaut wird. Der letzte Song, "Divine invasion", beginnt nicht nur wie das Album selbst mit pseudobedrohlichem Hubschrauber-Lärm, sondern klingt insgesamt wie der Soundtrack zu einer 80er-Jahre-Vorabend-Actionserie. Und was am schwersten wiegt: Die scheinen das ernst zu meinen. Da ist nichts ironisch gebrochen, geschweige denn eine Metaebene eingezogen. Schade. "Is Trans Am really your friend?" So nicht.

(Joerg Utecht)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen bei Amazon / JPC

Highlights

  • Washington DC
  • Total information awareness

Tracklist

  1. Outmoder
  2. Uninvited guest
  3. Idea machine
  4. White rino
  5. June
  6. Music for dogs
  7. Divine invasion II
  8. Washington DC
  9. Total information awareness
  10. Pretty close to the edge
  11. Is Trans Am really your friend?
  12. Remote control
  13. Spike in chatter
  14. Divine invasion

Gesamtspielzeit: 45:01 min.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify