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Kerry King - From hell I rise

Kerry King- From hell I rise

Reigning Phoenix / Membran
VÖ: 17.05.2024

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Kleine Brötchen

2019 endete eine Ära. Vorerst zumindest. Denn in jenem Jahr gaben Slayer, bekanntermaßen eine der einflussreichsten Metal-Bands überhaupt sowie zusammen mit Metallica, Megadeth und Anthrax Teil der berühmten Big Four, ihre Auflösung bekannt. Treibende Kraft dahinter war vor allem Frontmann Tom Araya, der zusehends tourmüde wurde und sich als gläubiger Katholik weniger und weniger mit den Texten seines Kollegen Kerry King identifizieren konnte. Und überhaupt schienen sich Araya und King wie ein altes Ehepaar auseinandergelebt zu haben, einschlägige News-Portale wollten gar wissen, dass die beiden Köpfe hinter den Thrash-Legenden so gut wie überhaupt nicht mehr miteinander kommunizierten. Vor diesem Hintergrund darf sich nun jeder Fan gerne folgende Frage selbst beantworten: Ist es nun höchst geschicktes Cross-Marketing oder bösartige Blutgrätsche, dass die allgemein bejubelte Reunion von Slayer – wenn auch nur für zwei Festivals in den Staaten – genau in dem Moment bekannt wurde, als die Marketing-Maschinerie für "From hell I rise", das erste Solo-Album von Kerry King, so richtig anlief?

Bleiben wir sicherheitshalber bei den Fakten. Und die beginnen bereits 2020, als der Gitarrist in einem Interview anmerkte, bis zu jenem Zeitpunkt jede Menge Musik und Riff-Ideen angesammelt zu haben. Die Idee hinter diesem Album ist also somit erstmal nicht gerade spontan entstanden, und die Zusammenstellung der Begleitband spricht für reifliche Überlegung und klingt mit Ex-Slayer-Drummer Paul Bostaph, dem früheren Gitarristen von Machine Head, Phil Demmel, sowie Sänger Mark Osegueda von Death Angel gewaltig nach Supergroup. Nun sind King instrumentale Frickeleien eher abhold, so dass – wenig überraschend – die primären Eigenschaften von "From hell I rise" kompromisslose Fressepolitur und sauberer Scheitelzug sind.

Dennoch darf sich Ausnahmeklampfer Demmel – der vor allem für die fulminante Gitarrenarbeit bei den Machine-Head-Alben "The blackening" und "Unto the locust" zuständig war – im Intro "Diablo" und im Opener "Where I reign" so richtig austoben, bildet mit seinen filigranen Leads ein großartiges Gegengewicht zu Kings Riffs. Ein starker Beginn, zumal auch Osegueda noch einen Zacken aggressiver schreit als in seiner Hauptband. Die immer wieder hervorscheinenden Ähnlichkeiten zu Tom Araya sind da bestimmt reiner Zufall. Ähem. Im Ernst – ein Brocken wie "Trophies of the tyrant" lässt bei allen Parallelen keinen Stein auf dem anderen, begeistert durch ein wahrhaft monströses Riff und überaus geschickt eingestreute Tempowechsel. Doch wer wie der 60 Jahre alte King seit über 40 Jahren in der Thrash-Szene aktiv ist, der muss diesbezüglich wirklich niemanden mehr etwas beweisen.

Wie also kann man "From hell I rise" einordnen? Klar, vordergründig ist diese Platte natürlich eine willkommene Ersatzdroge für alle nach wie vor trauernden Slayer-Fans. Doch genau das ist mitunter ein Trugschluss. Denn gerade gegen Ende versprühen einige Songs eine gehörige Punk-Attitüde wie beispielsweise der Wutklumpen "Everything I hate about you" oder "Two fists" mit seinem nackenmordenden Groove. Wenn man dann noch den großen Namen ausblendet, ist "From hell I rise" ein starkes Album, das glücklicherweise eben nicht dauerhaft mit durchgetretenem Gaspedal arbeitet, sondern mit Tempo-Wechseln und Flirts mit anderen Genres immer wieder Reizpunkte setzen kann. Und wenn die anstehende Tour durch kleine Clubs beendet sind, darf Kerry King dann auch direkt aus erster Hand erleben, wie sich der direkte Vergleich mit der alten Band denn so anfühlt.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Where I reign
  • Trophies of the tyrant
  • Crucifixation
  • Two fists

Tracklist

  1. Diablo
  2. Where I reign
  3. Residue
  4. Idle hands
  5. Trophies of the tyrant
  6. Crucifixation
  7. Tension
  8. Everything I hate about you
  9. Toxic
  10. Two fists
  11. Rage
  12. Shrapnel
  13. From hell I rise

Gesamtspielzeit: 46:36 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 26758

Registriert seit 08.01.2012

2024-05-21 18:48:03 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Volta

Postings: 391

Registriert seit 08.10.2021

2024-02-07 23:12:12 Uhr
@boneless *LOVE* für deinen Kommentar. Gut auf den Punkt gebracht.

boneless

Postings: 5427

Registriert seit 13.05.2014

2024-02-07 21:52:21 Uhr
King ist ein absoluter Vollpfosten. Unglaublich arrogant und selbstgefällig, das hat mir bisher jedes Interview bestätigt, welches ich gelesen habe. Was für ein peinlicher Clown. Musikalisch natürlich die erwartete, langweilige Grütze. Auch so ein Metalopa, der bitte endlich in Rente gehen soll.

Volta

Postings: 391

Registriert seit 08.10.2021

2024-02-07 17:06:49 Uhr
Habe mir den Song auch angehört… Fazit: Ach Kerry, lass es einfach sein!

fuzzmyass

Postings: 15596

Registriert seit 21.08.2019

2024-02-07 00:25:28 Uhr
Langweilig...
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