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Sonic Universe - It is like it is

Sonic Universe- It is like it is

Earmusic / Edel
VÖ: 10.05.2024

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Funk loving Altmeister

Man kommt nicht umhin, einen kleinen Ausflug in die Musikhistorie zu unternehmen, bevor die Beschäftigung mit der Band starten kann, um die es hier gleich eigentlich gehen soll. Vor vier Jahrzehnten, und da mag der eine oder andere angesichts der rapide fortschreitenden Zeit für einen Moment nachhaltig erschrecken, gründete sich in New York City die Formation Living Colour. Mit ihrem wilden Mix aus Metal, Rock und ganz viel Funk erspielten sich Gründungsvater Vernon Reid und seine Mitstreiter nicht nur eine erkleckliche Fanschar, sondern auch den Ruf als mitbestimmende Akteure bei der Genese des Crossover. Während Living Colour auch 40 Jahre nach ihren ersten Gehversuchen noch immer zumindest live ausgesprochen umtriebig sind, hat sich ihr Sänger Corey Glover einem Nebenprojekt gewidmet. Und damit Ende der Geschichtsstunde und Vorhang auf für Sonic Universe.

Maximal eine halbe Minute benötigt das Quartett, um klarzustellen, auf was sich die Hörerschaft hier einzustellen hat: Metal, Rock und ganz viel Funk. Bewährte Markenzeichen also, wenn man auf Glovers Hauptband schaut. Für Sonic Universe hat er sich versierte Kollegen ausgesucht: So bearbeitet Gitarrist Mike Orlando von den aufgelösten Adrenaline Mob sein Instrument ebenso vortrefflich wie der zuvor unter anderem schon für Paul Simon aktive Bassist Booker King. Der verschafft gleich zum Auftakt "I am" mit seinem treibenden Vortrag am Viersaiter strahlenden Glanz. An den Drums tobt sich der noch eher unbekannte Taykwuan Jackson aus, ansonsten vornehmlich zwischen den Welten Hardcore und Metal unterwegs. "Can't take it away / I'm here to stay", singt Glover zum Auftakt. Gekommen, um zu bleiben: Aber gern doch.

Prächtig viel Energie steckt in den zehn Stücken dieses bemerkenswerten Erstlings. Davon zeugt beispielsweise "It is what it is", in dem Glover zwischendurch fast vollständig frei dreht, famose Soloparts für Staunen sorgen und das funkige Grundgerüst mit kernigen Metalparts garniert wird. Zugegeben: Es passt nicht in jede Tagesphase, sich vom Sänger wie in "Turn a blind eye" im höchste Töne auskundschaftenden Klangbereich ankreischen zu lassen. Kunstvoll ist das, was er da treibt, aber ausnahmslos. Wie er und seine Bandkollegen dazu noch in praktisch jedem Song immer wieder neue Abzweigungen wählen, ist gewiss nicht zuletzt der großen Erfahrung zu verdanken, die sich über die Jahrzehnte angesammelt hat – und noch immer weiter munter aufsummiert.

Grundsätzlich steht ein treibendes, niemals stillstehendes Vorgehen im Mittelpunkt des Tuns, aber auch ein Song wie "Whisper to a scream", der die erste Hälfte des Ganzen beschließt, bringt die Qualitäten mit seinem deutlich zurückhaltenderen Duktus voll zur Geltung. Mit derlei Atempausen halten sich Glover und Co. ohnehin nur kurz auf, "Higher" packt unmittelbar danach wieder kraftvoll zu. Die Herrschaften aus Glovers Hauptband Living Colour dürften das Treiben ihres Frontmanns derweil gewiss mit Freude wahrnehmen. Eventuell verstehen sie es ja auch als zusätzlichen Anreiz, der eigenen Diskografie mal wieder etwas Neues hinzuzufügen. Genug Energie und kreative Ideen hat ihr Aushängeschild am Mikrofon unüberhörbar.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • It is what it is
  • Higher
  • Come what may

Tracklist

  1. I am
  2. It is what it is
  3. Turn a blind eye
  4. My desire
  5. Whisper to a scream
  6. Higher
  7. Life
  8. Come what may
  9. I want it all
  10. Beautiful disunity

Gesamtspielzeit: 50:15 min.

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Armin

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2024-05-13 20:15:04 Uhr - Newsbeitrag
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