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Villagers - That golden time

Villagers- That golden time

Domino / GoodToGo
VÖ: 10.05.2024

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Zusammen ist man weniger allein

Überwiegend herausragend in seiner Qualität und entsprechend auch hier bei Plattentests.de mit hohen Wertungen versehen ist der bisherige Output von Villagers. Dem Namen nach eine Band, steckt dahinter im Wesentlichen das Schaffen des Singer-Songwriters Conor O'Brien, der zwar stets auf die Fähigkeiten seiner Mitstreiter setzt, musikalisch aber deutlich vernehmbar den Ton angibt. Die sechste Studioveröffentlichung "That golden time" geht in dieser Hinsicht noch einen Schritt weiter: Wohl noch nie war der Ire so nah am Solowerk. Mit einem Höchstmaß an Nähe öffnet er dabei seine Schatzkammer und lässt uns an seiner Seite Platz nehmen.

O'Brien schaut im Eröffnungsstück "Truly alone", das von einfachem Pianospiel und sanftem Beat getragen wird, auf Erwartungshaltungen: "They keep on telling me that I'm out of line / Guess we can't all be perfect all of the time / We show our privilege in every word / I'm out of line but the line is blurred." Auch "First responder" kommt entschlossen reduziert um die Ecke, gönnt sich gegen Ende einen ausschweifenderen Moment und zeigt einen Künstler, der ganz bei sich selbst ist. Seine nahezu schüchtern-zaghafte Stimme erreicht in "I don't want what I don't need" zart tönende Brillanz. "But when I close my eyes I feel the thirst / For the laughter of the universe / And with a simple glimpse I must concede / That I want what I don't need / And in the future I'll get better at / Buying shares and growing fat", singt O'Brien in ironischem Ton über das folkige Grundgerüst.

Wer nun glaubt, bei aller Intimität und Reduktion könnte es im schlechtesten Fall eintönig zur Sache gehen, muss nur genau hinhören. Denn auf "That golden time" lauern auch andere Momente. Das breitflächigere "Keepsake" beispielsweise, in dem der Sänger fast mantraartig zweifelnd ausruft: "But can I keep the dream alive?". Diese versiert untergebrachten Farbkleckse stehen der Angelegenheit sehr gut, genau wie die einen oder anderen nahezu opulenten Augenblicke, die aber nicht in Richtung überbordende oder gar anstrengende Theatralik umkippen. Mit einem Augenzwinkern kommt "No drama" daher, das sich zu einem sehr wohl dramatischen Soundgebilde auftürmt, um im Text lustvoll konterkarierend festzustellen: "A simple life, a simple song / You know it all, so sing along / And you'll never need to call their bluff / No drama - it's silly stuff."

Um die eigenen Ideen für "That golden time" bestmöglich auf den Punkt zu bringen, hat sich O'Brien zu Hause eingeschlossen. Dort konnte er an den Songs tüfteln, bis alles so passte, wie er sich vorstellte. Den Schlüssel für die Haustür hat er allerdings nicht ganz versteckt, denn die Gästeliste des Albums stellt klar, dass er sich punktuell dann doch Mitstreiter*innen eingeladen hat. Und so stand beispielsweise Mali Llywelyn für die Backing Vocals bereit, fügt Peter Broderick auf mehreren Stücken fein arrangierte Streicherparts hinzu oder glänzt Dónal Lunny an der Bouzouki, einer aus Irland stammenden Laute. Villagers: Was dem Namen nach wie eine Band klingt, ist mehr denn je eine Herzensangelegenheit eines Singer-Songwriters, der sich dabei immer wieder ein bisschen neu erfindet. Was konsequent gleich bleibt, ist die große Qualität seines Schaffens.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • First responder
  • You lucky one
  • No drama
  • Behind that curtain

Tracklist

  1. Truly alone
  2. First responder
  3. I want what I don't need
  4. You lucky one
  5. That golden time
  6. Keepsake
  7. Brother Hen
  8. No drama
  9. Behind that curtain
  10. Money on the mind

Gesamtspielzeit: 43:54 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

MickHead

Postings: 669

Registriert seit 21.01.2024

2024-05-16 21:37:29 Uhr
Speziell intimer Gig bei NDR Kultur!

https://www.ndr.de/kultur/musik/pop/Mystisch-und-hoffnungsvoll-Neues-Album-That-Golden-Time,villagers130.html

bender

Postings: 95

Registriert seit 03.04.2020

2024-05-13 09:31:16 Uhr
Ein wunderschönes Album und auch nicht schlechter als die ersten Alben. "Your Lucky One" und "That Golden Time" gehen mir gerade nicht mehr aus dem Kopf.

MickHead

Postings: 669

Registriert seit 21.01.2024

2024-05-07 23:57:36 Uhr
Nach der hervorragenden Rezension, wurde vor dem Release am kommenden Freitag, der Song "I Want What I Don't Need" geteilt.

https://youtu.be/0DYEKRHd73U?si=ya91H0q9FwUKi_sN

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 26581

Registriert seit 08.01.2012

2024-05-05 21:20:01 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

The Libertine

Postings: 142

Registriert seit 29.08.2022

2024-03-14 09:41:47 Uhr
Die Intensität des Debüts haben sie für meine Begriffe danach nur noch selten erreicht, obwohl schon immer wieder tolle Momente und Ideen. Speziell bei den letzten Alben finde ich aber, dass der Sound oft wichtiger war als die Songs. Ich mag das etwas kargere ja gerne. Aber vielleicht haben ihn bei diesem Sounddesign auch die ewigen Conor Oberst Vergleiche einfach genervt ;)
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