Sophie Zelmani - Love affair

Sophie Zelmani- Love affair

Columbia / Sony
VÖ: 02.02.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Liebe in Gedanken

Sophie Zelmani gibt nicht gerne Interviews. Erzählt sie zumindest immer, wenn sie es trotzdem machen muß. Sie tut das aber nicht aus irgendwelchen mysteriösen Thom-Yorke-Gründen oder weil es keiner gern macht, der es regelmäßig tun muß. Sophie Zelmani haßt Interviews, weil sie einfach nicht besonders viel zu erzählen hat. Was wiederum daran liegt, daß sie ein Album gemacht hat, mit dem schon alles gesagt ist. Oder hat noch jemand eine Frage, wenn ihm diese adrette Dame einmal so Sachen wie "Aren't we really really living / When we cry?" ins Ohr geflüstert hat? Hmm? Äh, ja. Eine hätten wir schon noch: Wer ist eigentlich diese Sophie Zelmani?

Okay. Gute Frage. Weil leicht zu beantworten. Sophie Zelmani ist für Schweden, was Carla Bruni für Frankreich und Norah Jones für den Rest der Welt ist. Die klavierspielende, gitarrezupfende, wispernd-klagende Folk-Goldmarie mit einer Stimme zum In-der-Jackentasche-durch-die-Gegend-Tragen. "Love affair" ist erstaunlicherweise schon ihr fünftes Album, und wenn es in New York, Chicago oder L.A. aufgenommen worden wäre, hätte Sophie Zelmani damit 235 Grammys gewonnen. Es kommt aber aus einem Dorf, das so klein ist, daß sein Name noch nicht mal auf dem Pressezettel steht. Und der Musik hätte kaum etwas Besseres passieren können.

Wenn der erste Song einer Platte "September tears" heißt, weiß man natürlich schnell, woran man ist. Klavier und Gitarre bemühen sich unangestrengt und doch nach Kräften, so sehnsüchtig wie möglich zu klingen. Gegen das Glockenspiel haben sie aber doch wieder keine Chance. Und Sophie ist natürlich auch noch da. Sie singt so nahe, als stünde sie einem Auge in Auge gegenüber. Und ist doch so weit weg, wie es nur geht. "There ain't too many things / That really reach you inside / And when it happens / It feels like we all wanna die." 2:51 im Album, und die Frau hat uns schon.

Daß es in den folgenden 40 Minuten nicht mehr durchdringender, leidenschaftlicher und schöner kommen wird, ist eine Sache. Daß Sophie die Intensität erhöhen kann, ohne laut werden zu müssen und es im fürwahr glasklar erstrahlenden "Dream gets clear" trotzdem ein bißchen tut, ist die andere. Und daß sie die heilsamste Stimme weit und breit hat, steht sowieso auf einem anderen, goldgelben Blatt. Falls in nächster Zeit jemand vorhat, sich Romeo-und-Julia-mäßig in den Freitod zu stürzen, soll er doch vorher bitte einmal diese Platte hier anhören. Vielleicht überlegt er es sich ja dann noch mal. Und wenn nicht, hat die Sache wenigstens Stil gehabt.

(Daniel Gerhardt)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • September tears
  • Maja's song
  • Dream gets clear
  • Hard to know

Tracklist

  1. September tears
  2. Maja's song
  3. To know you
  4. Memories
  5. Truth
  6. Keep it to yourself
  7. Grand as loving
  8. Dream gets clear
  9. Fade
  10. Hard to know
  11. Your way
  12. Stay with my heart
  13. Lost in love

Gesamtspielzeit: 44:20 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Armin
2006-11-30 20:35:18 Uhr
SOPHIE ZELMANI
*****************
02.04.07 Hamburg / Grünspan
03.04.07 Berlin / Passionskirche
05.04.07 Köln / Prime Club
06.04.07 Heidelberg / Karlstorbahnhof
07.04.07 München / Kleine Elserhalle

oliver
2006-02-21 14:46:07 Uhr
war jemand auf einem der Konzerte und kann sagen wie es war
Armin
2005-12-09 13:18:18 Uhr
Hallo und Guten Tag!

Kann man schönere und blumigere Worte finden als der weltberühmte Fotograf und Regisseur Anton Corbijn (U2, Depeche Mode, Travis, Joy Division, Nirvana u.v.m.)?

"Hearing Sophie sing is like being wrapped up in a velvet blanket and being brought back to ground-level simultaneously; basically, kind of a description for heaven on earth. I have worked with Sophie on two records, only after I begged her to work with me, but I feel that I haven't done her justice yet as my photos don't come close to express what her music can do to you or me, or anyone for that matter."

Und Anton Corbijn ist definitiv nicht der einzige, der sich von der Musik der Schwedin Sophie Zelmani in dieser Art und Weise bezaubern läßt.

In schöner Regelmässigkeit vereint die schüchterne Sängerin, Gitarristin und Songwriterin das Wohlwollen sämtlicher Musikkritiker auf sich und glänzt mit Auszeichnungen wie dem "Preis der deutschen Schallplattenkritik". Nach der Veröffentlichung der fünf Alben "Sophie Zelmani" (1995), "Precious Burden" (1998), "Time To Kill" (1999), "Sing And Dance" (2002) und "Love Affair" (2004) ist jetzt die Zeit reif für ein Best-Of Album:

Am 13.01.2006 erscheint das neue Album von Sophie Zelmani "Decade Of Dreams 1995 - 2005"

Dieses Best-Of Album vereint Sophies persönliche Lieblingssongs ihrer bisherigen Alben gemeinsam mit der Neuaufnahme ihrer famosen Debütsingle "Always You" als auch den drei neuen Songs "Bitter Kind", "Our Love" und der aktuellen Single "I Can't Change".

Im Februar unternimmt Sophie Zelmani zusätzlich auch eine Deutschlandtour:

18.02.06 Hamburg / Knust
19.02.06 Berlin / Kalkscheune
21.02.06 Köln / Prime Club
22.02.06 Frankfurt / Batschkapp
23.02.06 Heidelberg / Karlstorbahnhof
24.02.06 München / Metropolis
Armin
2005-11-12 19:47:56 Uhr
SOPHIE ZELMANI

"Hearing Sophie sing is like being wrapped up in a velvet blanket and being

brought back to ground-level simultaneously; basically, kind of a description

for heaven on earth." Dies sind die zu recht blumigen Worte des größten

bekennenden Sophie-Zelmani-Fans, der je das Antlitz der Erde mit seiner

Anwesenheit beglückte: Anton Corbijn. Doch der weltberühmte Fotograf

und Regisseur (U2, Depeche Mode, Travis, Joy Division, Nirvana u.v.m.)

ist nicht der einzige, der sich von der Musik der Schwedin in den vergange-

nen Jahren bezaubern liess. In schöner Regelmässigkeit vereint die schüch-

ternde Sängerin, Gitarristin und Songwriterin das Wohlwollen sämtlicher

Musikkritiker auf sich - ohne diese Fürsprache allerdings in opulente Chart-

Präsenz ummünzen zu können. Jedenfalls nicht hierzulande. Fakt ist:

Trotz Auszeichnungen wie "Preis der deutschen Schallplattenkritik" konnte

sich keines der bisherigen Zelmani-Alben „Sophie Zelmani“ (1995), „Pre-

cious Burden“ (1998), „Time To Kill“ (1999), „Sing And Dance“ (2002) und

„Love Affair“ (2004) in den Media Control Album Charts platzieren. Vielleicht

aber jetzt: Mit "A Decade Of Dreams 1995 - 2005" veröffentlicht die 33jäh-

rige ihr erstes Best-Of-Album, auf dem Sophie die persönlichen Lieblings-

songs ihrer bisherigen Alben (u.a. in Neuaufnahmen wie die famose Debüt-

single "Always You") vereint. Dazu kommen drei neue Songs: "Bitter Kind",

"Our Love" und die aktuelle Single "I Can't Change". Im Februar unternimmt

Sophie Zelmani eine Deutschlandtour (Details s.u.).

(Internet: http://www.zelmani.com;

dorian
2005-08-21 01:36:39 Uhr
hm wie gut der letzte absatz der rezi grad passt. :)
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Threads im Plattentests.de-Forum