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Starsailor - Where the wild things grow

Starsailor- Where the wild things grow

Starsailor
VÖ: 22.03.2024

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Halb so wild

Die Sternensegler aus Wigan hatten sich in den letzten anderthalb Jahrzehnten sehr rar gemacht. Seit "All this life" ist die Erde siebenmal um die Sonne gewandert, und Starsailor haben die runden Geburtstage ihrer beiden seither unerreichten Klassiker "Love is here" und "Silence is easy" mit Wiederauflagen und Konzertauftritten ausführlich zelebriert. Sänger und Songwriter James Walsh war zwischendurch auch fleißig solo aktiv, ohne dabei jedoch besonderen Eindruck zu hinterlassen. Nun ist das Quartett also mit neuem Material zurück und verspricht im Titel eine Reise in ungezügelte und ungezähmte Gefilde. Den Rasenmäher für die Radiofreundlichkeitstrimmung haben Walsh und Co. allerdings trotzdem mitgebracht.

Der Opener "Into the wild" ist ein hymnisch treibendes Stück Britrock, bei dem Bläser und Streicher die für Starsailor ungewohnt krachenden Gitarren noch akzentuieren. Etwa zur Hälfte des Songs übernimmt eine entfesselte Mundharmonika die Führung, und eine soulige Frauenstimme wiederholt mantrahaft die Beschwörung "Your love becomes the wild". Viel energetischer hätten das Primal Scream Anfang der Neunzigerjahre auch nicht hinbekommen. Auch das anschließende "Heavyweight" hat den Punch, den sein Titel andeutet und hält das Tempo ebenso hoch wie die Gitarren verzerrt. Produzent des Albums ist wie schon beim Vorgänger Richard McNamara, im Hauptberuf Gitarrist der Band Embrace, und zumindest bis hierhin scheint der Sound von Embrace auch eine Inspiration für die Arrangements der Songs zu sein. Die entzückende, kurze Softrockballade "After the rain" mit Klavier und erneut Mundharmonika entführt gefällig ins Kalifornien der 70er-Jahre. Lyrisch haben wir es hier, und das nicht zum letzten Mal auf dem Album, allerdings eher mit Erbaulichkeit auf Kalenderspruchniveau zu tun: "Don't give up just yet / What really matters is what's left after the rain." Fans der ersten Stunde kommen beim Titeltrack auf ihre Kosten, der auch auf "Love is here" einen Ehrenplatz erhalten hätte. Ein sanftes, akustisches Gewand, gefühlvoller Gesang, gelegentliche emotionale und instrumentale Ausbrüche. Der Stoff eben, aus dem seinerzeit bei den Weggefährten von Coldplay eine Weltkarriere erwachsen sollte.

Die etwas zu süßliche Ballade "Flowers" versorgt erneut mit einer Weisheit fürs Poesiealbum: "After the bombs and the planes / The flowers will still remain." Außerdem ist der Song das erste Anzeichen einer zweiten Albumhälfte mit der einen oder anderen formatradiokompatiblen Komposition auf Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners, und es bleibt letztlich recht egal, ob die Stücke "Enough" oder "Hard love" heißen. Dennoch bleiben auch hier noch einige erwähnenswerte Perlen. Zyniker mögen über das Handylichtschwenk-Potenzial einer Erbaulichkeitshymne mit "oooh ooh ooh"-Chorus die Nase rümpfen, erquicklicher ist es jedoch, sich einfach emotional von "Better times" mitreißen zu lassen. Im besten Sinne an die frühen The Killers erinnert die groovende Single "Dead on the money". "All we wanna do is get it right / But we're hanging in the balance", heißt es im gelungenen Schlusstrack "Hanging in the balance". Ein wenig mehr Mut zur Wildheit jenseits der Balance hätte die Sterne dieser Segeltour jedoch noch heller leuchten lassen.

(Michael Albl)

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Highlights

  • Into the wild
  • Heavyweight
  • Where the wild things grow

Tracklist

  1. Into the wild
  2. Heavyweight
  3. After the rain
  4. Where the wild things grow
  5. Flowers
  6. Better times
  7. Dead on the money
  8. Enough
  9. Hard love
  10. Last shot
  11. Hanging in the balance

Gesamtspielzeit: 41:23 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

MickHead

Postings: 691

Registriert seit 21.01.2024

2024-05-11 20:49:41 Uhr
James Walsh mit einer aktuellen neuen Single. Finde den Song sehr gut gelungen.

A Lucky Strike:
https://www.youtube.com/watch?v=Z5duK9yhwQA

Gordon Fraser

Postings: 2564

Registriert seit 14.06.2013

2024-04-30 18:28:54 Uhr
Love Is Here 10/10 (Alcoholic)
Silence Is Easy 7/10 (Silence Is Easy)
On The Outside 7/10 (Keep Us Together)
All The Plans 6/10 (All The Plans)
All This Life 6/10 (Best of Me)
Where The Wild Things Grow 5/10 (Dead on the Money)

Die langsamen Tearjerker haben für mich nur auf dem Debüt funktioniert, da aber sowas von großartig. Danach waren die wenigen Uptempo-Nummern fast immer das beste Material auf den Alben. Bin überrascht, dass ihr alle "On The Outside" klar als schlechtestes Album der Diskographie einordnet. Für mich eher fast gleichauf mit "Silence" das zweitbeste Album der Band.

octoberswimmer

Postings: 54

Registriert seit 20.01.2022

2024-04-22 07:50:39 Uhr
Love is here 9l8/10
Silence is easy 7/10
On the outside 3/10
All the plans 4/10
All this life 4/10
Where the wild things grow 6/10

Musie, ich find es schwer nachvollziehbar, wie die neue schwacher abschneiden kann als der Vorgänger. Für mich ähnlich, nur mit besseren Ausreißern nach oben und weniger schmerzhaften Ausreißern nach unten.

musie

Postings: 3816

Registriert seit 14.06.2013

2024-04-20 15:35:44 Uhr
soll ich?

Love is here 9/10
Silence is easy 7/10
On the outside 3/10
All the plans 5/10
All this life 5/10
Where the wild things grow 4/10

Huhn vom Hof

Postings: 5937

Registriert seit 14.06.2013

2024-04-20 13:22:47 Uhr
Hier mal eine Bewertung der Discographie mit bestem Song:

Love Is Here 10/10 (Tie Up My Hands)
Silence Is Easy 7/10 (Music Was Saved)
On The Outside 5/10 (White Light)
All The Plans 7/10 (You Never Get What You Deserve)
All This Life 7/10 (Fallout)
Where The Wild Things Grow 7/10 (Into The Wild)
Zum kompletten Thread

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