Kevin Devine - Make the clocks move

Kevin Devine- Make the clocks move

Defiance / Rough Trade
VÖ: 19.01.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Stille Wasser

Ja, ja. Die kleinen Männchen mit ihren Klampfen. Skelettieren das Nötigste noch einmal bis aufs Grundgerüst. Verkuscheln sich in knuddeligen Songs. Lassen tief in ihr Innerstes blicken, machen aus wenig viel. Kevin Devine ist ja auch so einer dieser Typen, die auf den großen Bühnen dieser Welt extremst fehlplatziert wären. Die einfach ins gemütliche Kämmerlein gehören. Dorthin, wo man sie erhört. Beachtet. Versteht. Letztendlich auch mögen und schätzen lernt. Selbst, wenn sie einmal wenig bis nichts zu sagen haben.

Ein Schelm ist er. Ein Sympathikus unter falscher Flagge. Diesmal wieder solo und nicht als Frontmann von Miracle Of '86. Man täte ihm schon ein klein wenig unrecht, würde man ihn einfach als weitere Epigone etablierter Singer-Songwriter abstempeln. Links liegen lassen. Nicht weiter beachten. Dafür meint er es einfach zu ehrlich und gut mit seiner Musik. Ja, Musik. Nicht das Drumherum. Musik. Das, worauf es letztlich ankommt. Kevin Devine ist da. Singt, flüstert, erfreut sich an selbst den kleinsten Farbtupfern im tristen Grau.

Dafür muß man ihm schon einmal "Danke" sagen. Bitte. Nicht nur für herzerwärmendes Knistern, das Stücke wie "Whistling dixie" und "Thanks" unweigerlich verbreiten. Oder unernst gezwitscherte Zeilen wie "I scare the people that pay to see me when I sing." Denn das ist alles in allem, wenn man ehrlich ist, gewiß doch irgendwie auch ein klitzekleines bißchen unspektakulär. Aber oft genug eben auch ziemlich schön. Weil es der Definition von Intimität nicht immer, aber doch oft genug recht nahe kommt. Und hin und wieder tatsächlich berührt, wann man es nie und nimmer vermutet hätte.

Überraschungsmoment? Feuerwerk? Spektakel? Riesenparty? Ach, nö. Der kleine Devine grinst sich eins. Trällert und klampft einfach so weiter. Macht das, was er eben tut. Und zumindest öde wird das eigentlich nie so richtig, was der da macht. Entertainer und Sprücheklopfer will er ja gar nicht sein. Braucht er auch nicht. Obwohl man nicht immer genau weiß, warum eigentlich, hat man ihn auch so lieb. Oder eben gerade deswegen? Ja, vielleicht.

(Sven Cadario)

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Highlights

  • Whistling Dixie
  • The longer that I'm out here

Tracklist

  1. Ballgame
  2. Wolf's mouth
  3. Noose dressed like a necklace
  4. Not over you yet
  5. A flatline blur
  6. Whistling dixie
  7. People are so fickle
  8. Marie
  9. Country sky glow
  10. The longer that I'm out here
  11. Tapdance
  12. You're my incentive
  13. Splitting up Christmas
  14. Thanks

Gesamtspielzeit: 49:54 min.

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