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Justin Timberlake - Everything I thought it was

Justin Timberlake- Everything I thought it was

Sony
VÖ: 15.03.2024

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Nicht mehr als ein Troll

Modisch sind die 2000er längst zurück. Dass das Justin Timberlake für den musikalischen Part auf den Plan ruft, erscheint geradezu konsequent. Gerüchten zufolge sollte sein fünftes Album "Everything I thought it was" bereits vor Monaten erscheinen – doch Timberlakes Ex-Freundin Britney Spears hat mit schweren Anschuldigungen gegenüber dem Sänger für Furore gesorgt. Ihre 2023 erschienene Biografie "The woman in me" beleuchtet die seit über 20 Jahren vergangene Beziehung aus Spears' Sicht. Das Warten auf Timberlakes neuestes Werk hat nun jedenfalls ein Ende – dass es sich gelohnt hat, lässt sich jedoch nicht behaupten.

Nach sechs Jahren ohne Album könnte man schon von einem Comeback sprechen. Allerdings ist dieser Veröffentlichungs-Rhythmus für Justin Timberlake nicht ungewöhnlich. Völlig untätig war der Sänger außerdem in der Zwischenzeit nicht. Seit 2016 hat er zu allen Filmen der Animationsreihe "Trolls" Songs beigetragen. Aus dieser Arbeit stammt auch Timberlakes letzter großer Hit "Can't stop the feeling". Sein Album "Everything I thought it was" wird an dieser Erfolgs-Zeitlinie wohl wenig ändern. Denn es liefert nur wenige Elemente, die man von Timberlake erwartet hätte. Das ist zwar nicht automatisch Anlass zur Kritik, in diesem Fall aber durchaus schade: Zu seinen Solo-Anfängen war ein feinschliffiger Mix aus Pop und R'n'B sein Aushängeschild. Timberlake und Produzent Timbaland setzten für damalige Pop-Standards virtuos und zudem erfolgreich Funk-Sounds zu einer Zeit ein, in der das Mainstream-Interesse an Funk gering war. Justin Timberlakes Kopfstimme zählt zu seinen Stärken – auf seinem neuen Album kommt diese aber nur dosiert zum Einsatz.

Dieses Versäumnis ist nur eine der vielen Schwachstellen des Albums. Statt sich bewusst auf seine Wurzeln zu konzentrieren oder alternativ völlig andere Wege einzuschlagen, wählt Timberlake die Anpassung. Songs wie der Opener "Memphis" oder die Single "Drown" biedern sich dem Sound von Justin Bieber oder The Kid Laroi an. Die Beats sind nicht nur schwach, sondern austauschbar. In deutlich mehr als einer Stunde Albumlänge mangelt es an Charakter oder zumindest einem Hauch Spannung. Letztere kommt immerhin im gemeinsamen Song mit Timberlakes ehemaliger Boyband *NSYNC auf: "Paradise" ist zwar ebenso belanglos, wie der krampfhafte Versuch der letzten verbliebenen Take-That-Mitglieder einen Hit zu landen, aber tut auch nicht weh. Im Gegenteil: Wenn *NSYNC Freude daran haben, sollen sie doch weitermachen. Dass sie ihr berühmtestes Ex-Mitglied Justin Timberlake zu Promo-Zwecken ins Boot holen, ist nur clever. Und umgekehrt könnte es für ihn ein guter Schachzug sein, sich der Band dauerhaft anzuschließen, so wie es seit Monaten spekuliert wird. Denn Solo rutscht Timberlake mit "Everything I thought it was" einen Schritt näher an die absolute Irrelevanz. Dass er von der jüngeren Generation wohl vor allem wegen seiner "Trolls"-Songs wahrgenommen wird, ist deshalb absolut verschmerzbar.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • No angels

Tracklist

  1. Memphis
  2. F**kin up the disco
  3. No angels
  4. Play
  5. Technicolor
  6. Drown
  7. Liar (feat. Fireboy, DML)
  8. Infinity sex
  9. Love & war
  10. Sanctified (feat. Tobe Nwigwe)
  11. My favorite drug
  12. Flame
  13. Imagination
  14. What lovers do
  15. Selfish
  16. Alone
  17. Paradise (feat. *NSYNC)
  18. Conditions

Gesamtspielzeit: 76:46 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Dan

Postings: 363

Registriert seit 12.09.2013

2024-04-05 21:45:36 Uhr
Finde sie allesamt ziemlich eingängig eigentlich.

jo

Postings: 5792

Registriert seit 13.06.2013

2024-04-04 08:59:46 Uhr
Könnte aber auch daran liegen, dass die veröffentlichten Songs links rein, rechts raus gehen.

Denke auch, dass vor allem das der Grund ist.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 9382

Registriert seit 26.02.2016

2024-04-04 08:10:22 Uhr
Die früheren Vorabsingles waren wesentlich besser und eingängiger. An "Selfish" kann ich mich auch nach mehrmaligem Hören nicht erinnern, wenn mein Leben davon abhängen würde.

Enrico Palazzo

Postings: 3964

Registriert seit 22.08.2019

2024-04-04 07:58:16 Uhr
Das war doch aber sonst auch kein Grund :)

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 9382

Registriert seit 26.02.2016

2024-04-04 07:23:56 Uhr
Könnte aber auch daran liegen, dass die veröffentlichten Songs links rein, rechts raus gehen.
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