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Shoreline - To figure out

Shoreline- To figure out

Pure Noise / Membran
VÖ: 23.02.2024

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

In voller Blüte

Verehrtes Konzertpublikum, was ist Ihre Meinung zu Vorbands? Notwendiges Übel oder schmückendes Beiwerk? Backgroundmusik zum Vorglühen? Shoreline beantworten all diese Fragen mit einem herzlichen Achselzucken. Die Emo-/Hardcore-Band verdingt sich seit vielen Jahren unermüdlich als Support-Act und gibt auch im Frühjahr 2024 gleich auf drei verschiedenen Tourneen den Anheizer. Shoreline präsentieren sich dabei den Fans der recht unterschiedlichen Bands Knuckle Puck, Spanish Love Songs und Adam Angst. Böse Zungen behaupten, dass sie mindestens einer von diesen die Show stehlen könnten.

Auf Promofotos sehen die vier Bandmitglieder mit ihren hippen Klamotten, den akurat frisierten Bärten und den mit Traditionals zugetackerten Armen aus wie der feuchte Traum einer Indie-Castingagentur. Riecht nach Industry Plant, ist aber bestes Homegrown aus Münster/Westfalen. Das Pflänzchen Shoreline wurde mit eigenen Händen aufgebaut und behutsam gehegt und gepflegt. Seit 2015 gibt es die Band, erst vier Jahre später erschien das Debütalbum "Eat my soul" beim heimischen Label Uncle M. Für den Nachfolger "Growth" wechselten Shoreline 2021 ganz im Sinne des titelgebenden Wachstums zur Berliner Hardcore/Punk-Schmiede End Hits Records, um mit "To figure out" nun als erste deutsche Band zum Roster des renommierten US-amerikanischen Labels Pure Noise Records zu zählen. Ein weiterer Beweis für die Internationalität der Band, die sich – wie Forum-User MasterOfDisaster69 unter unserer Rezension des Vorgängeralbums treffend bemerkte – "angenehm nicht nach Münster also Deutschland" anhört.

Mit ihrem dritten Album setzen die vier Endzwanziger eine Duftmarke, die sich so schnell nicht in Luft auflösen wird. "Needles" offenbart das hervorragende Händchen des Vierers für Harmonien und dosierten Lärm und ist der Einstieg in ein Album, das auf insgesamt 13 Tracks keine Langeweile aufkommen lässt. "Darius" wird als stabiler Postpunk-Song etabliert, um dann von Drummer Martin Reckfort und Gitarrist Julius Hecht Richtung Hardcore getrieben zu werden. Für "Pen name" und "Don't feed" bedienen sich Shoreline beim Poppunk-Appeal von Blink-182, "Green paint" kommt deutlich wuchtiger daher und profitiert vor allem von der starken Stimme des Frontmanns Hansol Seung. Auf "Growth" thematisierte der Sohn koreanischer Eltern mit "Konichiwa" noch den salonfähigen Alltagsrassismus, diesmal legt er beim impulsiv krachigen "Seoul" mit der eigenen Identitätssuche und Empowerment nach: "It's a power not a weakness / You should take it back, claim it and reuse it / Can you figure out / How to get rid of the wish to be someone else."

Shoreline haben ihren feinen Emopunk perfektioniert und variabler gemacht, wie das selbstironische "Yuppie kids" und "Reviver" beweisen, für das die Band mit klackernden Drums und Orgelsounds einen Kurztrip ins Weezer-Land unternimmt. Beim zappeligen "Workaround" beweist Seung einmal mehr, wie gut er mit Gesangspartnern harmoniert und teilt sich das Mikrofon mit dem kanadischen Überraschungsgast Chris Cresswell, Sänger von The Flatliners. Ab April 2024 verlassen Shoreline den Support-Slot und spielen ihre eigenen Shows. Unter anderem mit Catapults und Attic Stories haben sie tolle Vorbands im Gepäck. Die Show dürfte ihnen trotzdem niemand so schnell stehlen.

(Andreas Rodach)

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Highlights

  • Needles
  • Workaround (feat. Chris Cresswell)
  • Seoul
  • Loose contacts

Tracklist

  1. Needles
  2. Darius
  3. Workaround (feat.Chris Cresswell)
  4. Seoul
  5. Health
  6. Reviver
  7. Green paint
  8. Yuppie kids
  9. Pen name
  10. Don't feed
  11. Loose contacts
  12. Interlude
  13. Cold feet

Gesamtspielzeit: 38:21 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

fakeboy

Postings: 4773

Registriert seit 21.08.2019

2024-03-24 08:50:50 Uhr
Bin hier auch bei Master Of Disaster. Vielleicht nicht die originellste Band aber die Songs zünden, die Band hat Schmiss, das Cover ist richtig schön. Die härteren Passagen gefallen mir am besten. So poppiges Zeug wie die Strophe von Reviver wirkt eher etwas aufgesetzt. Alles in allem macht das Album Spass. 7/10, mal abwarten ob es langfristig eher nach oben oder nach unten geht.

sizeofanocean

Postings: 1365

Registriert seit 27.01.2020

2024-02-29 15:18:11 Uhr
"In der Sache hilft auch nicht, dass auf englisch gesungen wird, gerade in den Lyrics bzw. der Ausdrucksstärke in dieser Sprache wirken sie für mich auch noch ziemlich limitiert."

das denk ich mir sogar bei den beiden richtig guten Songs des Albums, Darius und Reviver - in den gesungenen oder gesprochenen Passagen hört sich das Englisch echt nicht gut an.

7th Seeker

Postings: 210

Registriert seit 13.06.2013

2024-02-29 14:36:11 Uhr
Als ich die 8/10 für so ein Emo-Projekt gesehen habe, bin ich auch erstmal sehr hellhörig geworden und habe da mit Vorfreude über ein sehr spannendenes deutsches Projekt reingehört... würde allerdings bei sizeofanocean mitgehen, dass da die Bewertung mindestens 2 Punkte zu hoch gegriffen ist.

Zunächst einmal verstehe ich eben nicht, warum es negativ sein soll wenn man nach Münster klingt, bzw. ich verstehe nicht einmal was überhaupt ein Münster-Sound sein soll. Soll das eine Art negative Provinzialität unterstellen?
Ehrlich gesagt finde ich es dann eher im negativen Sinne provinziell, wenn man Sound von Genregrößen nacheifert und naturgemäß nicht an das Original rankommt, statt seinen eigenen Stil zu finden.
Es wirkt so halt wenig authentisch, und gerade bei Emo ist für mich Authenzität das Wichtigste. Dass das auch bei deutschen Bands geht, haben ja etwa Pale vorgemacht.
In der Sache hilft auch nicht, dass auf englisch gesungen wird, gerade in den Lyrics bzw. der Ausdrucksstärke in dieser Sprache wirken sie für mich auch noch ziemlich limitiert. Das ist auch wirklich schade, gerade in einem Song wie Seoul, was das Aufwachsen in Deutschland als koreanisch gelesener Mensch thematisiert, würde auch etwa auch ein Vortrag in perfektem deutsch nochmal umso mehr den Punkt des Songs unterstreichen.

So ist das nicht mehr für mich als eine insgesamt nette Sammlung an Songs ohne roten Faden, der leider die Authenzität abgeht, und wir kommen wohl bei einer 5-6/10 aus.
Die eigenen Shows gönne ich denen aber natürlich trotzdem umso mehr, gerade wenn es dann auch nicht mehr zu einer größeren Karriere führen wird - wenn ich das richtig gelesen habe, ist der Sänger auch angehender Anästhesist und dürfte damit sicherlich eine ertragreichere Karriere haben als im brotlosen Leben als Sänger einer kleinen Szeneband.

Und ich mache jetzt mal den whaler von Home is Where an, welches letztes Jahr leider nicht rezensiert wurde, aber im Kontrast für mich alles mitbringt, was ein gutes Emo-Album braucht. Ich führe das auch nochmal explizit an, weil ich beim Hören des Shoreline-Albums wirklich das Bedürfnis entwickelt habe, dies stattdessen zu hören.

sizeofanocean

Postings: 1365

Registriert seit 27.01.2020

2024-02-25 21:46:32 Uhr
Noise-Rock?!

Vivat Virtute

Postings: 76

Registriert seit 05.11.2023

2024-02-25 15:37:46 Uhr
Samma, haste schlecht geschlafen oder warum polterst du hier so rum?
Aber gut, dann glaub ich halt ab jetzt nicht mehr dran, dass die Band noch mehr könnte, sonst bin ich ja offensichtlich ein deutscher Mecker-Michl. Herrgott, geht's nicht auch ne Nummer kleiner?

Schön, dass dir die Platte gefällt. Ich finde das Album übrigens auch gut, aber halt insgesamt nur so 6/10-gut. Und ich werde keine Abbitte leisten, wie sehr du hier auch aufstampfst.
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