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Laura Jane Grace - Hole in my head

Laura Jane Grace- Hole in my head

Big Scary Monsters / The Orchard
VÖ: 16.02.2024

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Lass es raus

Die Zeiten sind rau. Bei aller Dynamik der Ereignisse und Entwicklungen sind es dennoch gefühlt schon lange dieselben Themen, die Sorgen bereiten: ungleich verteiltes Vermögen, fehlende Solidariät, Neid, Ausgrenzung, Intoleranz und Rassismus. Zusammengefasst könnte man auch sagen: Missstände, zu denen Laura Jane Grace schon sehr vieles gesagt hat – sowohl solo, als auch in ihrer Rolle als Frontfrau von Against Me!. Natürlich schneidet sie diese Themen immer wieder an, aber "Hole in my head" versucht sich inhaltlich breiter aufzustellen. Das Titelcover zeigt in diesem Sinne treffend den Wust an Ideen und Gedanken. Wenn es Dir aber zu bunt wird, üben die Gedanken einen solchen Druck aus, dass sie heraussprudeln wollen.

Songs schreiben als Ventil, ein längst bewährtes Rezept für Laura Jane Grace. So schafft sich der knackige Titelsong zum Auftakt gekonnt Luft. Und leitet eine kurzweilige Platte ein mit detailscharfen Beobachtungen, Liebesbekundungen an eine neue persönliche Umgebung und nachdenklichen Reflexionen über vergangene Beziehungen und ein gelebtes Leben als männlicher Punk-Sänger. Hier tut sich der feinfühlige wie kämpferische Closer "Give up the ghost" hervor. Natürlich fesselt die Musik hier besonders aufgrund von Graces vertrauter wie toller Stimme.

Ihr neues Solo-Album nahm die Sängerin mit David Beeman auf. Abgemischt von Matt Allison (Rise Against), ist "Hole in my head" ein durchaus abwechslungsreiches Werk, das nicht wirklich immer nach Singer-Songriter-Lagerfeuerholz riecht. Das vielmehr mit warmen, 50s- und 60s-Rock-getünchten Gitarrenriffs gespickt ist. Dieser etwas unkonventionelle Ansatz macht "Hole in my head" nicht zu einem Meisterwerk, er geht aber stellenweise auf. Wen "I'm not a cop" nicht unmittelbar und hüftwackelnd auf das Rock'n'Roll-Parkett der Fünfzigerjahre zerrt, sollte sich dringend überwinden, mal die immer tiefer werdende Mulde in der Couch zu verlassen. Unterstützung im Studio holte sich Grace mit dem Drive-By-Truckers-Bassisten Matt Patton, sodass das Album hier und da nach Band-Sound tönt.

Das kommt vor allem "Birds talk too" zugute, einer zunächst unscheinbaren kleinen Hymne, in der Grace trocken feststellt, dass Vögel nicht nur miteinander kommunizieren, sondern vermutlich auch bessere Dinge zu sagen haben als Menschen. Wer zweifelt daran? Denn die Anfeindungen seit ihrem Trans-Outing, die es neben viel Support leider auch gibt, schüttelte die Künstlerin nicht vollends ab, wie auch? Sie sind Teil ihres Lebens geworden. Und so ist der "Dysphoria hoodie" sicher nicht bloß für Grace selbst ein tragfähiges Instrument, um sich dem konservativen Ordnungsblick zu entziehen, im wortwörtlichen Sinne. Der persönliche Safe space ist in dieser Welt weder selbstverständlich, noch gibt's ihn geschenkt. Leider.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Hole in my head
  • I'm not a cop
  • Birds talk too
  • Give up the ghost

Tracklist

  1. Hole in my head
  2. I'm not a cop
  3. Dysphoria hoodie
  4. Birds talk too
  5. Punk rock in basements
  6. Cuffing season
  7. Tacos & toast
  8. Mercenary
  9. Keep your wheels straight
  10. Hard feelings
  11. Give up the ghost

Gesamtspielzeit: 27:15 min.

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User Beitrag

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 10827

Registriert seit 23.07.2014

2024-02-17 19:05:05 Uhr
"Cuffing season" ist tatsächlich auch echt gut!

Oh ja, das ist wohl mein aktuelles Albumhighlight. Ansonsten kann ich bisher bei der 6/10 gut mitgehen. Schönes Album, dem auf Dauer ein wenig die großen Highlights und die Spannung fehlen, auch der Flow ist jetzt nicht so überragend. Trotzdem viele gute Sachen dabei.

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 10827

Registriert seit 23.07.2014

2024-02-15 12:04:43 Uhr
Es ist ja auch einfach schön, ihre Stimme zu hören. Ich bleibe gespannt auf morgen.

eric

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 2802

Registriert seit 14.06.2013

2024-02-15 10:28:33 Uhr
Einfach vertan oder gibt es unterschiedliche Tracklists?

Ein Promo-Text hatte den Fehler tatsächlich auch, aber in meiner Stream-Tracklist isses korrekt, da hab ich also einfach beim Gegenchecken dann gepennt. Danke!

Nachtrag zum Album: "Cuffing season" ist tatsächlich auch echt gut! Für 7/10 gesamt, also durchweg sehr gut, fehlt dann aber etwas. Ja, ein bisschen Power, ein bisschen auch die Hits.

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 10827

Registriert seit 23.07.2014

2024-02-14 22:04:53 Uhr
Schöne Rezension! In der Rezension und in der Tracklist ist allerdings die Rede von "Transgender Hoodie", soweit ich weiß heißt der Song allerdings "Dysphoria Hoodie". Einfach vertan oder gibt es unterschiedliche Tracklists?

Auf das Album bin ich so mittel gespannt. Die letzten beiden Soloalben waren ganz nett, da fehlte mir aber insgesamt die Power und auch die Catchyness der besten "Against Me!"-Songs. Auch textlich wirkte es teils etwas halbbar.

Wird eh mal wieder Zeit für ein neues Album der Hauptband, "Shape Shift With Me" sollte ja auch nur ein kleines Zwischenalbum sein und das hört man meiner Meinung auch ein wenig. Das ist allerdings auch wieder fast 8 Jahre her. :D

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 26431

Registriert seit 08.01.2012

2024-02-14 20:33:09 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?


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