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Nouvelle Vague - Should I stay or should I go?

Nouvelle Vague- Should I stay or should I go?

Kwaidan / PIAS / Rough Trade
VÖ: 16.02.2024

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Schuld war nur der ...

Bossa Nova. New Wave. Neue Welle. Nouvelle Vague. Erstaunlich, in wie vielen Sprachen dieser Begriff für ein musikalisches oder künstlerisches Genre verwendet wird. Und dabei längst nicht überall das Gleiche meint. Aber es gibt ein Projekt, das all diese Sprachen zusammenbringt. Um so schöner, dass es nun, gut 20 Jahre nach dem Debüt, noch einmal ein neues Album von Nouvelle Vague gibt. Was keine Selbstverständlichkeit ist, denn 2021 starb mit Olivier Libaux die eine Hälfte des hinter dem Projekt stehenden Produzentenduos. Und Marc Collin, die andere Hälfte, hatte gar nicht unbedingt vor, noch einmal etwas unter dieser Flagge zu veröffentlichen. Dann traf er auf einer Party die Sängerin Alonya, lud sie in sein Studio ein – und ihre Interpretation von "Should I stay or should I go?" begeisterte ihn so nachhaltig, dass er unbedingt mehr mit ihr aufnehmen wollte. Weitere Stimmen kamen hinzu, und plötzlich war doch eine fünfte Nouvelle-Vague-Platte im Kasten.

Warum Alonyas Stimme Collin packte, lässt sich schnell heraushören. Sie hat dieses Verruchte und gleichzeitig die Aura einer Diva. Zusammen mit dem Produzenten, der willens und fähig war, die Vorlagen – die wieder aus den allseits prägenden 80ern stammen – ordentlich umzukrempeln, findet sie neue Ebenen in altbekannten Hits. Der Titelsong von The Clash wird zu einer karibischen Strandparty, in Dead Or Alives "You spin me round", laut Collin der erste Song, der ihm damals für diese Band vorschwebte, umtänzeln sich Alonya und die Bläsersektion in einem sexy Kellerclub, Duran Durans "Girls on film" macht aus New-Romantic-Pop einen lässigen Sixties-Schleicher mit Dub-Einschlag. Und "Breakfast" von The Associates, sicher einer der unbekannteren Songs auf diesem Album, wird zu einer weltumarmenden Euphorie-Hymne.

Bei "People are people", jenem Plädoyer für den Frieden, das Depeche Mode damals ein kräftiges Stück voran auf dem Weg zu späteren Superstars katapultierte, singt Alonya die Erststimme, als wäre Dave Gahan plötzlich Shirley Bassey, während Marine Quéméré den Part von Martin Gore übernimmt. Auch Quéméré darf mehrmals ans Mikrofon. "The look of love" wird zur entspannten Chillout-Nummer, der Opener "What I like most about you is your girlfriend", im Original von den Specials oder The Special AKA, wie sie sich da gerade nannten, ist der typischste Bossa Nova des Albums. Bei "Shout" singt sie dann wieder Background, während Bijou und Collins Arrangement Tears For Fears erfolgreich reggaefizieren.

Wie Bijou sind auch Elodie Frégé und Phoebe Killdeer je einmal vertreten, Erstere mit der eigenwilligen Blondie-Interpretation "Rapture" und Letztere mit einer grandiosen Version von "She’s in parties", die den Bauhaus-Klassiker zum Bond-Song mit Marilyn Monroe als Bond-Girl macht. Und dann ist da natürlich noch Mélanie Pain, die prägnanteste Stimme von Nouvelle Vague. Die durfte auf keinen Fall fehlen und gibt dieses Mal den Billy Idol, den Morrissey und die Alison Moyet von Yazoo. Und bevor Collin nicht sämtliche guten Songs der 80er neubehandelt hat, braucht er gar nicht abzutreten.

(Thomas Bästlein)

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Highlights

  • People are people
  • She's in parties
  • Shout
  • Breakfast

Tracklist

  1. What I like most about you is your girlfriend
  2. People are people
  3. You spin me round
  4. Only you
  5. She's in parties
  6. The look of love
  7. Shout
  8. Should I stay or should I go?
  9. Rebel yell
  10. Breakfast
  11. Girls on film
  12. Rapture
  13. This charming man

Gesamtspielzeit: 47:01 min.

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Armin

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2024-02-14 20:34:33 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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