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Dizzee Rascal - Don't take it personal

Dizzee Rascal- Don't take it personal

Big Dirtee / Republic
VÖ: 09.02.2024

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Can't stop raving

Rap wird wieder elektronischer. Alle Jahre wieder entsteht so eine Welle und nach der Ebbe zuletzt kommt jetzt wohl wieder Flut. Dylan Mills hat als Dizzee Rascal es jedoch geschafft, den launischen Zeitgeist über nun mehrere Jahrzehnte an der Nase herumzuführen. Ob Grime, Dubstep, Footwork, Breakcore, UK Garage oder schlichtweg moderner London-Rap, bei all dem war Mills ein Pionier, der Konkurrenz quasi immer einen Schritt voraus. Genau dies ist auf "Don't take it personal" auch das Leitmotiv, die meisten Tracks bewegen sich dadurch im oberen BPM-Bereich. Ein krachender Drumbreak hier, hochgedrehte Synth-Loops da, alles zusammengehalten durch dominante Rap-Parts eines nimmermüden Altmeisters. Auf seinem achten Studioalbum widmet er sich bewusst eher der eigenen Rave-Ursprünge, ohne dabei die Straßenrap-Fans ganz zu vergessen. Meistens klappt das auch ganz ordentlich.

Die Features erscheinen für das Hauptkonzept dieser Platte nur folgerichtig, eine erlesene Auswahl großer Namen des Grime. Für die Single "What you know about that" kommen mit JME und D Double E zwei andere Ostlondoner Veteranen zu einer originellen Retroparty zusammen, was auch im Musikvideo charmant animiert zur Geltung kommt. Müsste man eine Kollabo hervorheben, wäre es wohl "Here for now" mit dem jungen Not3s. Nicht nur, weil hier das Tempo fehlt, auch durch die wolkige Synthwave-Stimmung bietet der Track eine willkommene Verschnaufpause zwischen der tanzbaren Hektik. Wenn aber eine Single im Vorfeld richtig Bock auf dieses Album gemacht hat, war es wohl der Solo-Track "How did I get so calm". Schon bemerkenswert, wie Mills hier auf einem herausfordernden Uptempo-Beat mit D'n'B-Elementen über mentale Stabilität reimt, dabei so melodisch, dass es problemlos noch im Club laufen könnte – was ja das erklärte Ziel der Platte ist.

Dementsprechend klingt der überwiegende Teil aller Tracks wie ein Konglomerat aus Electro-Loops der letzten Jahrzehnte, unterlegt mit rauen Beats und einigen modernen Einflüssen. Diese kommen häufig aus dem Dancehall, wie zum Beispiel bei "Roll wiv me". Trotzdem mangelt es keinem Song an Rap-Elementen, im Gegenteil, in "Get out the way" mit BackRoad Gee hätte ein größerer Fokus auf die faszinierenden Instrumentals wahrscheinlich eine solide Nummer richtig stark gemacht. "Tell me about it" beginnt ähnlich sanft wie "Here for now", nimmt aber eine andere Ausfahrt und sorgt dabei für eine Kollision zwischen Hook und Strophen – für sich genommen alles super, es passt aber nicht so recht zusammen. Trotzdem fehlt es dem Album an nichts, kein Track wirkt wie ein Lückenfüller oder gar enttäuschend. Wenn man sich auf die teils abgehackte, meistens anpeitschende Partystimmung einlässt, dann bieten "Pov", "Switch and explode" oder "London boy" genug Potential für schlaflose Nächte. Nicht auszuschließen aber, dass Raver hiermit deutlich mehr Spaß haben werden, als – vor allem in Deutschland – skeptische Rap-Pragmatiker, für die außer "You can have that" nicht so viel übrig bleibt.

(Maximilian Baran)

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Highlights

  • How did I get so calm
  • Here for now (feat. Not3s)
  • What you know about that (feat. JME & D Double E)

Tracklist

  1. Stay in your lane
  2. How did I get so calm
  3. Sugar and spice (feat. iLL BLU)
  4. London boy (feat. Frisco)
  5. Roll wiv me (feat. Predz UK)
  6. What you know about that (feat. JME & D Double E)
  7. Get out the way (feat. BackRoad Gee)
  8. Here for now (feat. Not3s)
  9. You can have dat
  10. Switch and explode
  11. Jerk and jollof
  12. Swerve and pivot (feat. D Double E)
  13. Pov
  14. Tell me about it
  15. Keep that same energy
  16. How does it feel (feat. P Money & BackRoad Gee)

Gesamtspielzeit: 48:12 min.

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Armin

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2024-02-07 21:19:17 Uhr - Newsbeitrag
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