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OG Keemo - Fieber

OG Keemo- Fieber

Chimperator / Groove Attack
VÖ: 05.01.2024

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Three-peat

Mit etwas Verspätung haben wir nun endlich "Fieber". Es ist nicht etwa das dritte Album von OG Keemo und Funkvater Frank, sondern ein seit Monaten erwartetes Mixtape, welches ganz anders funktioniert als die überragenden Vorgänger. Denn sowohl das phänomenale Debüt "Geist", als auch der für viele sogar noch bessere Nachfolge "Mann beißt Hund" waren ernster gehaltene Konzeptalben, beide für sich einzigartig und mit großem Fokus auf durchdachtes wie mitreißendes Storytelling. Nun erleben wir die erste Keemo-Platte aus dem Bauchgefühl heraus. Dementsprechend gibt es viele kürzere Songs, einige Skits und Interludes sowie erstmals eine größere Zahl an Features. Keine Frage, man braucht schon ordentlich Mut und Spaß an der Sache, um einfach mal das Gegenteil davon abzuliefern, wofür einen gefühlt eine gesamte Subkultur feiert, ohne dabei an Qualität zu verlieren. Denn der Mannheimer Rapper und sein Stamm-Producer sind nicht grundlos schon zwischen dem zweiten und dritten Album das wichtigste, was Rap-Südwestdeutschland aktuell zu bieten hat und dieses locker-zwanglose Tape eine vielleicht sogar ungewollte Machtdemonstration.

Zugegeben, mit dem immer wieder einsetzenden "Fieber"-Voicesample gibt es schon einen roten Faden, der im knappen Intro und den noch kürzeren Skits immer mal als Verschnaufpause dient. So folgt nach dem ersten Fiebertraum beispielsweise die intensive vierte Singleauskopplung "Tórshavn", benannt nach der Hauptstadt der Färöer-Inseln. Lyrisch teilt Keemo gewohnt gekonnt aus, profiliert sich zwar verbissen über Geld und Flex, jedoch nicht ohne den Akt mit einem Gebet abzuschließen. Der Funkvater wiederum fängt den Vibe einmal mehr durch hervorragendes Sampling ein, in diesem Fall das 1977 erschienene "Givin' up" von Shirley Brown. Im brachialen Gegensatz dazu steht der dumpfe Sub-Bass auf "Boiler", rein musikalisch vielleicht der interessanteste Track, denn so blitzartig wie der mit durchdachten Vergleichen besetzte Rap-Part einschlägt, ist das Spektakel nach nicht mal einer Minute vorbei. Vom Outro abgesehen, das schon traditionell auf einer Keemo-Platte als ehrlichste Stelle dient, ist jeder Track mit Gastbeiträgen auf diesem Tape länger als die Solo-Songs.

Wenn man denn auf Krampf etwas suchen wollte, was hier nicht perfekt ist, dann wäre es wohl genau das. Trotzdem sind auch die Tracks mit Features locker Oberklasse. Auf "Guten Tag" – das "Fv Remix" steht hierbei als Akronym für den Funkvater – liefert UK-Rapper PS Hitsquad einen richtig starken Gastbeitrag, welcher diesen so schon erstklassigen Song noch verfeinert. Daneben überzeugen "Tasche" mit Newcomer Souly und besonders "Bee Gees" durch Levin Liams eigenartigen, aber doch unterhaltsamen Rap-Singsang als gelungene Kollabos. Die Tracks mit RIN und Shindy halten da tatsächlich nicht mit, was aber nicht an den Gastgebern liegt, welche auch neben eher faden Features wie auf "99 Grad" und "Pimpsport" gnadenlos aufdrehen. Ist aber insgesamt verkraftbar, natürlich wäre etwas mehr Spielzeit für einen überragenden Song wie "Süden" noch schöner gewesen, aber der macht als Höhepunkt in Sachen Flow-Performance auch so schon genug Spaß. Gerade weil es der Gegentwurf eines Album-Nachfolgers ist, macht das Mixtape so viel richtig. Passend dazu bringt Keemo himself die perfekten Schlussworte: "Das Tape ist so wie Kobes dritter Ring und das hier ist ein Three-Peat". Und wer dieses Basketball-Grundwissen nicht deuten kann, gehört wohl eh nicht zur Zielgruppe.

(Maximilian Baran)

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Highlights

  • Tórshavn
  • Guten Tag – Fv Remix (feat. PS Hitsquad)
  • Boiler
  • Süden
  • 3 Ringe (Outro)

Tracklist

  • CD 1
    1. Konsil (Intro)
    2. Tasche (feat. Souly)
    3. Fiesling
    4. Okay! (feat. 2LADE)
    5. Pimpsport Interlude
    6. Feber drøm (Skit)
    7. Tórshavn
    8. Bee Gees (feat. Levin Liam)
  • CD 2
    1. 99 Grad (feat. RIN)
    2. Fieber
    3. Galgen (feat. Zwölf)
    4. Guten Tag – Fv Remix (feat. PS Hitsquad)
    5. Tiefschlaf (feat. Cgoon)
    6. Aus dem Schneider – Freestyle
    7. Pimpsport (feat. Shindy & Sumpa)
    8. Boiler
    9. Feber drøm 2 (Skit)
    10. Süden
    11. 3 Ringe (Outro)

Gesamtspielzeit: 37:42 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

2024-01-24 20:37:26 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Klaus

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Registriert seit 22.08.2019

2024-01-05 14:48:21 Uhr
05.01.2024.

https://www.youtube.com/watch?v=OfkQ0muuQt8

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