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New Model Army - Unbroken

New Model Army- Unbroken

Ear / Edel
VÖ: 26.01.2024

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Vorwärts immer

Fort war diese Band eigentlich nie. Seit 1980 führt Justin Sullivan seine New Model Army an, als inzwischen einziges noch verbliebenes Gründungsmitglied. Und doch gab es eine Phase des musikalischen Irrlichtens, in der Frontmann und Mitstreiter den gewohnten Punch nicht mehr so recht anzusetzen vermochten. Als die Briten 2013 aber mit "Between dog and wolf" zu alter Stärke zurückfanden und sich bei unüberhörbar beständiger Treue zum gewohnten Soundgewand doch auch ein Stück neu erfanden, nahm eine bis heute andauernde Entwicklung in Richtung höherer Sphären ihren Anfang. "From here" aus dem Jahr 2019 war der vorläufige Höhepunkt dieser Fokussierung, 2023 folgte ein beeindruckendes Liveexperiment mit dem Orchester Sinfonia Leipzig: "Sinfonia", ein echtes Ereignis. Und Sullivan wird nicht müde: Im Alter von 67 Jahren, wenn man in Deutschland für gewöhnlich in Rente geht, legt er mit seiner Band das mittlerweile 16. Studioalbum vor. "Unbroken" zeigt New Model Army dem Titel entsprechend ungebrochen – inhaltlich und künstlerisch.

Auf "From here" zog sich eine besondere Atmosphäre als Klammer durch das große Ganze, "Unbroken" wiederum rückt wieder mehr einzelne Stücke in den Mittelpunkt. Und setzt, das wird auf fast jedem der elf ausnahmslos starken Titel deutlich, betont auf eine deutlich vernehmbare Präsenz von Bass und Drums. Mit diesen instrumentalen Triebfedern intonieren Sullivan und seine Mitstreiter Ceri Monger, Dean White und Michael Dean – Gitarrist Marshall Gill stieg 2021 aus – gleich zum Auftakt ein packendes Songtrio, das alle Qualitäten des Quartetts zum Vorschein bringt. In "First summer after" wird ein großes Gemälde an die Wand geworfen: "After all the days of waiting we were suddenly released / We filled our pockets with good fortune and headed out East / There were rumours on the highways, there were shadows of the war / It was the first summer after and the last summer before." Unverrückbare Erkenntnisse stehen in "Language" im Mittelpunkt, wenn Sullivan resümiert: "The language of love will bring us love / The language of war will bring us war."

Es ist mühelos vorstellbar, wie sich die neuen Kompositionen auf den zukünftigen Tourneen nahtlos in das inzwischen nahezu unerschöpfliche Repertoire an Band-Klassikern einreihen werden. "Legend" ist dafür eines von vielen Beispielen, ein verspielt-packender Song, der nur eine Richtung kennt: vorwärts. Was New Model Army nicht zuletzt dank der Zusammenarbeit mit dem legendären Tchad Blake an den Reglern in ganz besonderer Form gelungen ist: ein grandioser Mix aus moderner Produktion samt Anklängen an ihre eigene musikalische Vergangenheit. Angesichts der Energie, die nicht nur aus dem Album herausklingt, sondern auch bei den nach wie vor fantastischen Live-Performances spürbar ist, verbietet sich die Formulierung Alterswerk. New Model Army wirken 2024 wie ein quicklebendiges Unternehmen. Dass die Bandmitglieder laut Sullivan privat überhaupt keine Zeit miteinander verbringen und sich nur für Proben, Aufnahmen und Tourneen zusammenfinden, kann man sich angesichts der perfekten Abstimmung untereinander kaum vorstellen. Und die Rente? Die muss warten!

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • First summer after
  • Language
  • Cold wind
  • Coming or going

Tracklist

  1. First summer after
  2. Language
  3. Reload
  4. I did nothing wrong
  5. Cold wind
  6. Coming or going
  7. If I am still me
  8. Legend
  9. Do you really want to go there?
  10. Idumea
  11. Deserters

Gesamtspielzeit: 45:15 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

embele

Postings: 581

Registriert seit 14.06.2013

2024-02-07 23:09:00 Uhr
Da bin ich ebenfalls voll dabei...8/10
Eine großartige Platte, die klingt, als sei seit Ghost of Chain höchstens zwei Jahre vergangen.

Grizzly Adams

Postings: 4470

Registriert seit 22.08.2019

2024-02-07 18:13:48 Uhr
Richtig gut geworden, das Album. Daumen hoch und Chapeau. 8/10 meine Wertung. Alter schützt vor guten Platten nicht…

Hierkannmanparken

Postings: 678

Registriert seit 22.10.2021

2024-02-02 14:23:13 Uhr
Alter, Last summer after mit seinem steten Aufbau, dieser Dringlichkeit und dieser Wahnsinnsgesangslinie im Refrain, Gänsehaut pur!

berti

Postings: 46

Registriert seit 20.12.2023

2024-01-28 11:17:17 Uhr
Diesen -in meinen Ohren- "musical-artigen" Gesang auf Idumea hätte ich nicht gebraucht. Aber ansonsten wieder mal gewohnt stark. Da wird kein schlechtes Album mehr kommen. Das würde Justin nicht zulassen. Und live immer wieder gerne. Nie enttäuscht worden. Leider dieses mal verpennt n Ticket für HH zu besorgen :(

failofhead

Postings: 18

Registriert seit 17.01.2023

2024-01-27 01:26:49 Uhr
Auch wenn "Dreck" vielleicht etwas rough ist, inhaltlich kann ich den Beitrag von MM13 absolut unterschreiben. Unbroken läuft gerade zum vierten Mal. Reiht sich nahtlos in den starken Lauf der Band seit Between dog and wolf ein. Und insbesondere als politischer Texter ist und bleibt Justin Sullivan ein ziemlicher Solitär.
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