Clann Zú - Rúa

Clann Zú- Rúa

Zahrada / G7 Welcoming Committee / Supermusic / Alive
VÖ: 02.02.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Vagabonds and children

Clann Zú. Willkommen am Ende der Welt. Nun, nicht wirklich an deren Untergang, aber zumindest auf dem ziemlich genau auf der anderen Seite liegenden Teil des Globus. Auch wenn es bedrohlicherweise um eine Truppe geht, die eine überaus apokalyptische Vision pflegt. Clann Zú eben. Was immer das heißen mag. Der mystische Fünfer mit dem kryptischen Namen stammt jedenfalls aus Australien. Aus Melbourne, um genau zu sein. Oder, um noch viel präziser zu werden, mittlerweile aus Irland, denn genau dorthin hin sind Clann Zú kürzlich umgesiedelt. Verwirrung komplett?

Ebenso bedingt faßbar ist übrigens auch der Sound der um den irischen Künstler Declan de Barra formierten Band. Versatzstücke aus keltischer Folklore, ausuferndem Postrock, abgedunkelte Elektronik und mal zornigem, mal sehnsüchtigem Breitwandrock fließen auf "Rúa" munter durcheinander. Gleichberechtigt im Mittelpunkt stehen die aufwühlende Violine von Russell Fawcus und die aufrührenden Melodien de Barras. Voller Leidenschaft und Verzweiflung, aber auch mit dem Hoffnungsschimmer echter Weltverbesserer.

Das Erstaunliche an der sowohl kruden als auch überaus anspruchsvoll gedachten Mixtur ist, daß sie oft genug sogar funktioniert. Sei es im bittersüßen Säusler "Hope this day", in der dräuenden Niedergeschlagenheit von "All that you've ever known" oder im stürmischen Crescendo von "Words for snow", das klingt, als würden Pink Floyd mit New Model Army gemeinsam alte Led-Zeppelin-Grooves sampeln und dazu David Byrne zur Weißglut reizen.

Am brillantesten jedoch gerät die eindrucksvolle Single "Five thousand more". Auf der Spur seiner einst ausgehungerten Vorfahren treibt de Barra seine Mitstreiter voran in eine scheppernde Dunkelheit. "No one knows our names / Lying here in this graveyard." Eine bittere Anklage wird zur großen Geste. Bei so viel geschundenem Eindruck verzeiht man Clann Zú sogar, daß sie das hohe Niveau des Einstiegs nicht ganz halten können. Aber Kompromißlosigkeit macht eben keine halben Sachen. "I never learned from my mistakes / I should have fuckin' known."

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Words for snow
  • Five thousand more
  • Hope this day
  • All that you've ever known

Tracklist

  1. Words for snow
  2. Five thousand more
  3. Hope this day
  4. All that you've ever known
  5. Everyday
  6. All the people now
  7. Ri rá
  8. Lights below
  9. Crashing to the floor
  10. You're listening to a dead man speak

Gesamtspielzeit: 48:18 min.

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