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Sulphur Aeon - Seven crowns and seven seals

Sulphur Aeon- Seven crowns and seven seals

Van / Soulfood
VÖ: 13.10.2023

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Lovecrafts Erben

Gerade einmal 46 Jahre alt wurde der US-amerikanische Schriftsteller Howard Phillips Lovecraft, dessen Vornamen kaum einer kennt, da er gemeinhin nur als H. P. bekannt war und bis heute ist. Moderne Autoren wie Stephen King bezeichnen ihn als Inspirationsquelle und Vorbild, was unter anderem auch für die nordrhein-westfälische Band Sulphur Aeon gilt. "Seven crowns and seven seals" befasst sich mit dem Werk Lovecrafts, vor allem mit den Geschichten rund um den von ihm erfundenen Cthulhu-Mythos. Wer (zu) viel Zeit hat: Es warten einige Tausend Seiten Lesestoff auf jene, die sich in diese literarische Welt begeben mögen. Für diejenigen mit knapperem Zeitbudget: Viel Spaß mit Sulphur Aeon.

Seit 2010 ist die Formation aktiv, von Beginn an stand die Auseinandersetzung mit den Schriften von Lovecraft im Mittelpunkt des Schaffens. Um einen Zugang zum mittlerweile vierten Studioalbum der Band zu finden, ist es nicht notwendig, mit den Büchern des Schriftstellers vertraut zu sein. Textzeilen wie "From the caves deep down below / Where ancient Dagon and Cthulhu roam!" müssen dann zwar zunächst einmal verständnislos akzeptiert werden, aber dem Genuss der Musik tut das wahrlich keinen Abbruch. Die hat es schließlich in sich. Sulphur Aeon bewegen sich in einem klanglichen Universum, das den Death Metal mit offenen Armen begrüßt und Ausflüge in die düsteren Tiefen des Black Metal nicht scheut. Das atmosphärisch angelegte Intro "Sombre tidings" dient dabei als stimmiger Auftakt und nimmt die Hörerschaft an die Hand, um sie in die lauernden Abgründe zu entführen. Was soll man sagen? Man geht da sehr gerne mit.

"Hammer from the howling void" ist dann der erste Song mit Gesang. T., der Mann am Mikro und namentlich genau wie seine Kollegen D., M., S. und A. geheimnisvoll und ganz im Sinne des literarischen Idols auf ein Minimum reduziert, kehrt sein Innerstes nach außen und arbeitet sich durch die Welten Lovecrafts. Ein erstes Highlight inmitten eines Albums ohne Ausschläge nach unten setzt "Usurper of the earth and sea", aus dem man bei intensiver Beschäftigung Tiamat heraushören kann. Verspielt, ohne verkopft zu sein, präzise hart, ohne in alles niederwalzenden Furor abzugleiten: Die Band schafft es, ihre Qualitäten voll auszuspielen. Zwischendrin tauchen immer wieder Spuren von Einflüssen heraus, das fantastische "The yearning abyss devours us" erinnert kurzzeitig an eine Mischung aus Paradise Lost und Bloodbath. Die vielen Ideen und Wendungen sorgen für eine erfreuliche Langzeitwirkung des Albums.

Mit ihrem Hang zu überlangen Stücken könnten Sulphur Aeon in eine Falle tappen, denn künstlich aufgeblähte Songs sind auch im Metal keine Seltenheit und oft ein Ärgernis. Das Quintett umkurvt diese Gefahren allerdings mühelos, denn trotz des regelmäßigen Überschreitens der Sechs-Minuten-Grenze findet sich auf "Seven crowns and seven seals" nichts Überflüssiges oder Irrelevantes. Selbst der finale Track, "Beneath the ziqqurats", der sich über stolze neun Minuten ausdehnt, gerät nicht eine Sekunde zu lang. Ein würdiger Schlusspunkt unter einem herausragenden Album. Und im umfassenden Werk von H.P. Lovecraft findet sich noch eine ganze Menge Stoff, um in Nordrhein-Westfalen weitere musikalische Vertonungen in Angriff zu nehmen. Im Booklet verneigen sie sich mit "eternal adorations" entsprechend tief vor dem Mann aus Rhode Island.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Usurper of the earth and sea
  • The yearning abyss devours us
  • Seven crowns and seven seals

Tracklist

  1. Sombre tidings
  2. Hammer from the howling void
  3. Usurper of the earth and sea
  4. The yearning abyss devours us
  5. Arcane cambrian sorcery
  6. Seven crowns and seven seals
  7. Beneath the ziqqurats

Gesamtspielzeit: 45:57 min.

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User Beitrag

ToRNOuTLaW

Postings: 1173

Registriert seit 19.06.2013

2024-01-05 08:04:44 Uhr
Die 8 teile ich. Wieder ein gutes Album, aber "Gateway to the Antisphere" und "The Scythe of Cosmic Chaos" haben mich doch mehr gepackt.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30689

Registriert seit 08.01.2012

2024-01-04 21:44:41 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

"Vergessene Perle 2023".

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