The Church - Forget yourself

The Church- Forget yourself

Cooking Vinyl / Indigo
VÖ: 26.01.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Früchte des Alters

Nach über 20 Jahren des Bestehens und fast ebensovielen Alben ist für die gemeine Indie-Band die Altersabsicherung der Regelfall. Keine Experimente. Die erspielte Fanschar zufriedenstellen, um noch den einen oder anderen Dollar auf die hohe Kante legen zu können. Ist ja auch legitim, nach einem langen Berufsleben nur noch die Ernte einfahren zu wollen. Aber es geht eben auch anders: Die Australier von The Church definieren seit Anfang der 80er das Genre Psychedelic Rock mit jeder Veröffentlichung neu und tun dies auch mit "Forget yourself" - kraftvoll, innovativ, auf der Höhe der Zeit.

The Church hatten das große Glück, ihre fünfzehn Minuten Ruhm mit "Under the milky way" erst mit ihrer achten Veröfentlichung zu erleben. So entstand nie der One-Hit-Wonder-Verdacht, obwohl etwas derartig Exzeptionelles nicht mehr gelingen sollte. Auch "Forget yourself" beinhaltet keinen Hit. Dafür allerdings während über einer Stunde Spielzeit 14 feine Midtempo-Songs mit leicht angedunkelter Klangfarbe, geprägt von der sonoren Stimme von Steven Kilbey. Und Kilbeys Baß erinnert mitunter an New Order oder Joy Division, besonders wenn er mit dem Vier-Seiten-Gerät die Melodie-Führung übernimmt. Dann sind da aber wieder diese Klangflächen, die so typisch sind für den Church-Sound. Psychedelische 60er, Pink Floydsche 70er und seit den 80ern diese Band: Hall auf der Stimme, ausufernde Songentwicklungen, vieles live eingespielt im Studio.

Zugegeben: An der einen oder anderen Stelle fällt dabei ein überflüssiges, selbstverliebtes, ja fieses Gitarrensolo ab. Besonders ungeschickt ist auch der Opener gewählt, erinnert doch die gedoppelte Stimme samt dominantem Background-Chor allzusehr an die australischen Landsleute und Gutmenschen von Midnight Oil. Aber das sei der Band verziehen, da allein schon die beiden Songs "Nothing seeker" - verschlepptes Schlagzeug, druckvoller Baß, sparsame, aber effiziente Gitarrenarbeit - und "See your lights" mit rockiger Grundstruktur, gewohnt erstklassigen Lyrics und experimentellem Weggleiten gegen Ende "Forget yourself" lohnenswert machen.

(Joerg Utecht)

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Highlights

  • See your lights
  • Nothing seeker
  • Telepath

Tracklist

  1. Sealine
  2. Song in space
  3. The theatre and its double
  4. Telepath
  5. See your lights
  6. Lay low
  7. Maya
  8. Appalatia
  9. June
  10. Don't you fall
  11. I kept everything
  12. Nothing seeker
  13. Reversal
  14. Summer

Gesamtspielzeit: 63:50 min.

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