Secret Discovery - Pray

Secret Discovery- Pray

Drakkar / BMG
VÖ: 12.01.2004

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

This corrosion

"Oooh, aaah, uuuh, you and I / Me and you at the point of no return." Genau diesen im Opener "Down" angesprochenen Punkt haben Secret Discovery schon längst irgendwann in ihrer stolze 15 Jahre währenden Karriere erreicht und überschritten. Gothic Rock aus deutschen Landen, präziser ausgedrückt aus Bochum. Zielsicher verfinstert und konsequent stets irgendwo auf einer Mission zu den Sisters Of Mercy auf den Fields Of The Nephilim unterwegs. Von The Mission entliehen ist der Pop-Appeal, von den Sisters die hypnotisierende Monotonie und von den Fields die Stimme. Letzeres ist vor allem beim zweiten Track "To the moon" unheimlich. Ist Kai Hoffmann nicht doch Carl McCoys alter Ego?

So bieten Secret Discovery wohl abgehangene Düstersounds, zeitgemäß auch wieder eine Spur gitarrenlastiger als früher. Einerseits ist es ja auch ganz schön, wenn derart alte Dampfer tapfer weitertuckern, zumal sich all die anderen altgedienten Protagonisten der Szene rar machen, obwohl stromlinienförmige Massenware mit Düstertouch, als Stichworte mögen Evanescence und The Rasmus genügen, durchaus Konjunktur zu haben scheint.

Aber die Sache, das neue Album "Pray", hat dann leider mehr als einen Haken. So mißlingt der Versuch mit dem Rammstein ins Wolfsheim einzudringen, "Seh nicht zurück" betitelt, kläglich. Übertroffen wird dieser Fauxpas dann noch von "I turn to you", einem Cover des ersten Semi-Hits von Ex-Spice-Girl Mel C. Secret Discoverys Version entbehrt all der Elemente, die schon im Original schon nur bedingt vorhanden waren: Drive, Dynamik und Druck. Und über das französisch geträllerte "Une derniere fois" hüllen wir an dieser Stelle besser den Mantel des Schweigens.

Ansonsten plätschert das Album bis zum gravitätisch stampfenden Schluß- und Titeltrack "Pray" recht belanglos vor sich hin. Lediglich das ein bißchen verdrehte "The tragedy within" läßt zwischendrin mal kurz aufmerken. Wer dieser Band also nun bislang etwas abgewinnen konnte, dürfte nicht allzu sehr enttäuscht werden. Alle anderen könnten in Gefahr laufen, sich vor lauter Langeweile am Kajal nuckelnd zu erwischen.

(Peter Schiffmann)

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Highlights

  • The tragedy within
  • Pray

Tracklist

  1. Down
  2. To the moon
  3. Soive of this
  4. Seh nicht zurück
  5. I turn to you
  6. New day
  7. The tragedy within
  8. More than love
  9. Une derniere fois
  10. Another exit
  11. Close as you are
  12. Pray

Gesamtspielzeit: 52:25 min.

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