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HEALTH - Rat wars

HEALTH- Rat wars

Loma Vista / Universal
VÖ: 07.12.2023

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Im Loop

In vielerlei Hinsicht sprengen HEALTH immer wieder Grenzen. Zum Beispiel bei der Einordnung ihrer Werke. Was nun die eigenständigen Studioalben im Sinne dessen, was normalerweise unter Album verstanden wird, in ihrem Backkatalog sind, ist spätestens dann verschwommen, als die "Disco"-Reihe immer weiter doppelpunktig ausfranste. Auf jener fand sich eine solche Vielzahl an Gästen ein, dass die Band im Studio mittlerweile eine Drehtür hätte einbauen können. Die ersten Vorboten zu "Rat wars" knüpfen nahtlos daran an: Die Single "Hateful", ganz im treibenden Stil von Carpenter Brut und Konsorten, weist als Feature die spanische EBSM-Künstlerin Sierra aus, während "Sicko" ab der ersten Sekunde klar macht, wer hier mitstampfen darf. Niemand geringeres als Justin Broadrick alias Godflesh verpasst diesem leider recht kurzen Song samt Sample seine unverkennbare Note.

In Gänze allerdings überrascht "Rat wars" dann mit einer anderen Strategie. In dem Dutzend Stücke verbirgt sich sonst nur eine weitere unkreditierte Kollaboration: Willie Adler von Lamb Of God darf "Children of sorrow" einige 90er-Jahre-Riffs um die Boxen schleudern. Den Rest bestreiten HEALTH allein und das bedeutet: John Famiglietti, BJ Miller und Jake Duzsik toben sich in eigener Manier zwischen Elektro-Gemetzel, Industrial-Riffing und hallbesetztem Schlagzeugspiel aus, worüber Duzsiks ätherische Stimme schwebend den Gegenpol stellt. Ein einfaches, immer wieder gelingendes Rezept und ihr Alleinstellungsmerkmal: Wo Acts mit ähnlichem Sound meist auch in den Vocals alles abfackeln, balanciert das Trio gekonnt diesen Gegensatz aus. Für sich genommen gelingt das auch auf "Rat wars" wiederum ziemlich gut, hier finden sich so einige Songs wie "DSM-V", die ebenfalls in "Electronic-Body-Synth-Music"-Clubs laufen können.

Das Problem mit diesem Album: Trotz eines sehr starken Einstiegs mit "Demigods" und dem verzerrten Stampfbrecher "Future of hell" ist "Rat wars" recht schnell auserzählt, insbesondere im Kontext dessen, dass HEALTH dieses Schema nun schon auf einer zweistelligen Anzahl Veröffentlichungen fahren. Es ist das immergleiche Geboller, nur wenige Tracks haben hier wirkliche Alleinstellungs-, beziehungsweise Wiedererkennungsmerkmale. Also genau das, was durch die Vielzahl an Gästen in der Vergangenheit recht locker von der Hand ging: "Isn't everyone" mit Trent Reznor war seines Zeichens das Beste, was jener nach Nine Inch Nails klingend in den letzten Jahren herausgebracht hat, ebenso überzeugte das genauso irre wie großartige "Body/prison" mit Perturbator. Vieles klingt hier nach Selbstkopie, etwa das atmosphärische "(Of being born)", welches den Vibe von "Decimation" weiterführt. HEALTH schreiben ihren vertrauten Stil in gewohnter Produktionsqualität fort – und bleiben dennoch trotz dreistelliger BPM-Zahl manchmal stehen.

(Klaus Porst)

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Highlights

  • Demigods
  • Unloved

Tracklist

  1. Demigods
  2. Future of hell
  3. Hateful (feat. Sierra)
  4. (Of all else)
  5. Crack metal
  6. Unloved
  7. Children of sorrow
  8. Sicko (feat. Godflesh)
  9. Ashamed
  10. (Of beeing born)
  11. DSM-V
  12. Don't try

Gesamtspielzeit: 41:36 min.

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Armin

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2023-11-30 22:42:21 Uhr - Newsbeitrag
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