Listen




Banner, 120 x 600, mit Claim


Cher - Christmas

Cher- Christmas

Warner
VÖ: 20.10.2023

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Einmal die Filterlosen, bitte!

Kaum zu glauben, dass erst jetzt die erste Weihnachtsplatte von Cher erscheint. Zwar gab es bereits in den Siebzigerjahren jährliche Christmas-TV-Specials gemeinsam mit (Ex-)Ehepartner Sonny Bono, von glöckchenklingender Seligkeit und Stillen Nächten auf Albumlänge wollte die geborene Cherilyn Sarkisian allerdings bisher nie etwas wissen. Quer durch die Jahrzehnte war sie viel zu sehr damit beschäftigt, in verschiedensten Genres zu reüssieren und nebenbei auch als Schauspielerin einen Oscar zu gewinnen. Zuletzt enttäuschte Cher zwar mit dem erschütternd plumpen ABBA-Karaoke von "Dancing queen", ging dann jedoch auf eine umjubelte und äußerst erfolgreiche Welttournee, auf der sie Songs aus fünf Dekaden performte. Und auch jetzt gibt sich die inzwischen unglaublicherweise 77-Jährige nicht mit traditionellen Weihnachtsliedern oder zumindest den offensichtlichsten amerikanischen Standards von Bing Crosby bis Mariah Carey zufrieden, sondern wartet mit einem wilden Soundmix von Club über Kitsch-Pop bis zu mitreißendem Soul auf, bei dem der geneigten Zuhörerschaft allerdings auch das eine oder andere Plätzchen im Halse stecken bleiben könnte.

Etwas schwierig wird es gleich mit dem Opener "DJ play a Christmas song", bei dem der vor einem Vierteljahrhundert so innovative Cher-Effekt in Auto-Tune vollends eskaliert und der Song zudem auch frappierend an Helene Fischer erinnert, quasi "Atemlos durch die Weihnachtsnacht". Sollten DJs sich mit der Anfrage im Titel konfrontiert sehen, sollten sie tunlichst einen anderen Song als gerade diesen hier wählen. Aber Donner und Blitz(en), die Talfahrt auf dem Niveau-Schlitten geht auf dem nächsten eigenen Song noch weiter, wobei die Assoziation beim Kirmes-Schlager von "Angels in the snow" sogar noch eher in Richtung Andrea Berg geht. Der dritte hip gedachte Track ist "Drop top sleigh ride" mit Rapper Tyga, der mit etwas gutem Willen zur Camp-Ästhetik als eingängige und gut gelaunte Albernheit durchgehen kann, sofern man in der Lage ist, großzügig über Zeilen wie "I'm a jingle bell away" oder das Wortspiel "I make it rain, dear" hinwegzusehen.

Trotz dieser Unkenrufe weiß Cher zu Weihnachten Ohren und Herzen jedoch auch reich zu beschenken: Stevie Wonder gibt sich in einer ebenso hin- wie mitreißenden Version seines erstmals 1967 aufgenommenen Motown-Klassikers "What Christmas means to me" die Ehre und bringt auch seine Mundharmonika mit. Ähnlich energetisch rockt und rollt sich Cher durch "Run Rudolph run", seinerzeit quasi Chuck Berrys saisonale Variante von "Johnny B. Goode". Beide Songs dienen als willkommene Erinnerung daran, wie brillant und reich an Timbre ihre Alt-Stimme auch heute noch ist. Darlene Loves "Christmas (Baby please come home)" von Phil Spectors wunderbar schwungvollem Weihnachtsalbum "A Christmas gift for you" wurde vor einigen Jahren vom amerikanischen Rolling Stone zum besten "Rock Christmas Song" aller Zeiten gewählt. Einst sang Cher noch als Teenager im Background-Chor mit. Heute schmettert sie im Duett der Diven gemeinsam mit Love herzzerreißend emotional die ewige Bitte an Baby, doch endlich nach Hause zu kommen, da Weihnachten sonst nichts tauge. Ganz großartig! Ein frommer Weihnachtswunsch: Mehr von Cher ohne Stimmfilter. Do you believe in life after Auto-Tune?

(Michael Albl)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen bei Amazon / JPC

Highlights

  • What Christmas means to me (feat. Stevie Wonder)
  • Christmas (Baby, please come home) (feat. Darlene Love)

Tracklist

  1. DJ play a Christmas song
  2. What Christmas means to me (feat. Stevie Wonder)
  3. Run Rudolph run
  4. Christmas (Baby, please come home) (feat. Darlene Love)
  5. Angels in the snow
  6. Home (feat. Michael Bublé)
  7. Drop top sleigh ride (feat. Tyga)
  8. Please come home for Christmas
  9. I like Christmas
  10. Christmas ain't Christmas without you
  11. Santa baby
  12. Put a little holiday in your heart (feat. Cyndi Lauper)This will be our year

Gesamtspielzeit: 39:13 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread

Um Nachrichten zu posten, musst Du Dich hier einloggen.

Du bist noch nicht registriert? Das kannst Du hier schnell erledigen. Oder noch einfacher:

Du kannst auch hier eine Nachricht erfassen und erhältst dann in einem weiteren Schritt direkt die Möglichkeit, Dich zu registrieren.
Benutzername:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 26103

Registriert seit 08.01.2012

2023-11-30 22:37:42 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Im Rahmen von "Weihnachtsspecial, Teil 1: Best Ofs und Weihnachtsalben".

Meinungen?


Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum

  • Cher (5 Beiträge / Letzter am 07.10.2019 - 17:39 Uhr)

Anhören bei Spotify