Iced Earth - The glorious burden

Iced Earth- The glorious burden

Steamhammer / SPV
VÖ: 12.01.2004

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Nacht der langen Messer

Iced Earth haben in jüngster Zeit nicht gerade positiv von sich reden gemacht. Dem enttäuschenden und völlig kaputtproduzierten Album "Horror show" folgte der Wechsel der Plattenfirma. Sänger Matthew Barlow hatte keinen Bock mehr auf Metal und geht mittlerweile einem profanen Nine-to-five-Job nach. Der ebenfalls heftigst umstrittene Tom "Ripper" Owens ersetzte ihn, obwohl er noch gar nicht offiziell bei Judas Priest gegangen (worden) war. Und zu guter Letzt lehnte sich Mastermind Jon Schaffer mit ein paar üblen, erzreaktionären Statements weit aus dem Fenster. Keine guten Vorzeichen also für das neue Album "The glorious burden", dessen Inhalt - nämlich ein historischer Überblick über diverse Schlachten - ultrachauvinistischen Müll erwarten ließ. Doch halt: Schaffer und seine Band ziehen sich erstaunlich gut aus der Affäre.

Zunächst einmal wird der Hörer vom mächtigen "Declaration day" förmlich überrollt. Ein gewaltiger Opener mit fetten Chören, aber dennoch erträglichem Bombast, dargebracht von einem Tim Owens in Weltklasse-Form, der mit dieser Leistung den passenden Abschiedsgruß in Richtung Judas Priest schickt. Auch bei den weiteren Songs weiß das Gespann Schaffer / Owens zu überzeugen, wenn man einmal von "When the eagle cries" absieht: Der 4.872te Song über den 11. September und sicherlich einer der blutrünstigsten ("The sleeping giant is asleep no longer / If need be / We'll die free") wartet mit einer höchst fragwürdigen Message auf.

Der Ärger darüber hat maximal 30 Minuten Zeit abzuklingen: Liebe Metaller, bitte anschnallen für das großartige "Gettysburg (1863)". Hier demonstriert das Label, daß auch die Aufmachung eines Albums ein wirkungsvoller Kopierschutz sein kann, denn erst mit den ausführlichen Erklärungen von Jon Schaffer erschließt sich der Sinn hinter diesem Werk. Hier zeigt Schaffer seine ganze kompositorische Klasse, indem von balladesken Tönen, Orchesterklängen bis hin zu Riffs im Takt des Kanonendonners alles vertreten ist. Und hier demonstriert Tim Owens wieder einmal mehr, daß er zur Zeit der perfekte Sänger für den Sound von Iced Earth ist.

Dennoch: Kann die Musik auch über die komplette Strecke überzeugen, so sind manche Texte doch arg platt ausgefallen. Insbesondere das bereits erwähnte "When the eagle cries" ist an Kitsch, Chauvinismus und infantilem Gehabe nicht zu überbieten. So bleibt "The glorious burden" das, was zu befürchten war: Ein musikalisch hochklassiges Album, das aber durch die Texte sicherlich noch lange umstritten sein wird. Die Metal-Szene wetzt bereits die Messer.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Declaration day
  • Gettysburg(1863)

Tracklist

  1. Declaration day
  2. When the eagle cries
  3. The reckoning (Don't tread on me)
  4. Attila
  5. Red Baron / Blue Max
  6. Hollow man
  7. Waterloo
  8. Valley Forge
  9. Gettysburg (1863)

Gesamtspielzeit: 70:28 min.

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User Beitrag
cpeqmn
2012-02-05 00:05:57 Uhr
rtduhm
fogubled
2011-07-19 04:47:17 Uhr
rental car denver airport =[[
tj
2011-07-07 13:53:37 Uhr
horror show war besser!
uhoatg
2011-07-07 09:28:37 Uhr
Vy9qeI mvgohlcxwvwn
Fidelia
2011-07-06 20:38:35 Uhr
Ab fab my godoly man.
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