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Schwarz - Red pill

Schwarz- Red pill

Styleheads / Believe
VÖ: 15.09.2023

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

In der Gefühlsmatrix

Wer Schwarz noch nicht kennt und jetzt gerade vor Google in Verzweiflungstränen ausbricht, dem sei erst einmal die folgende Einleitung spendiert: Bitte lieber unter "Musikalisch Getriebener" suchen. Oder unter "Wie ein Fremder – eine deutsche Popmusik-Geschichte", denn in dieser sehr empfehlenswerten Dokuserie von Aljoscha Pause war er vor drei Jahren der Protagonist. Oder halt unter seinem echten Namen Roland Meyer de Voltaire. Ja, der Voltaire, der mit der gleichnamigen Band in den Nullerjahren zwei schöne Indie-Alben veröffentlichte (gab sogar eine 8/10 auf Plattentests.de), und neben Soundtrackarbeiten auch schon für diverse andere Musiker, unter anderem Enno Bunger und Schiller, um zwei sehr gegensätzliche Pole zu nennen, tätig war. Doch der große Erfolg ... Ach, seht Euch lieber erwähnte Dokumentation an.

Unter dem schlichten Alias Schwarz ist Voltaire nun jedenfalls auch beim zweiten Album angekommen, das wie der Künstlername selbst im Titel die Farbenlehre weiterspinnt. Nach dem "White room" folgt nun die "Red pill", per Crowdfunding finanziert. Doch in welche Matrix entführt der Künstler uns nun hier eigentlich? Vielleicht eher in eine innere Welt, nachdem er für den Vorgänger noch auf eine prächtige (Synthie-)Pop-Produktion gesetzt hatte. Was gut funktionierte, das Album war nur circa drei Stücke zu lang. Dieses Mal hat er das Selbstbewusstsein, trotz seiner vielseitigen Talente häufiger auf Reduktion zu setzen. Das ganz Wesentliche – und das sind immer noch gute Songs – nach vorne zu stellen.

Da kann man dann auch als erste Single und Albumopener das zurückhaltende "A crack of light" auswählen. Das von Voltaires gefühlvollem Falsett und neben der Gitarre nur noch ein paar sparsamen Beats getragen wird. Dazu im Video ein junges Pärchen in Kalifornien auf der Suche nach Sinn und Glück. Schön, dass diese Story visuell bei den Folgesingles weitergedacht wird – und parallel musikalisch verschiedene Welten aufgehen. "Peek@boo" fährt doch mal kraftvolle Synthesizer auf, hat aber nach knackigen zweieinhalb Minuten alles gesagt, um direkt in einer Spur zum vocoderlastigen "Stranger smiling" überzugehen. Da bleibt der Abschluss der Videotrilogie musikalisch länger im Gedächtnis – und ist uns in dieser ganzen Pandemie nicht häufiger der Gedanke gekommen, die ganze Wirrnis wäre vielleicht "written by David Lynch"? So könnten übrigens Milky Chance klingen, wären sie mittlerweile nicht zu gefällig/eintönig unterwegs.

Im hinteren Teil der Platte verstecken sich – neben dem chilligen Titelsong – dann noch die eigentlichen emotionalen Höhepunkte. Die Zeile "What we carry all the way on our shoulders drives us on" bringt die Welt, in der wir leben, und das Leben im Allgemeinen in "Heavy bag" perfekt auf den Punkt. Und "Present tense" ist letztlich einfach ein in seiner puren Schönheit umwerfender Popsong. Wie bei Keanu, äh, Neo, heißt es also auch hier: Her mit der roten Pille!

(Thomas Bästlein)

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Highlights

  • A crack of light
  • David Lynch
  • Heavy bag
  • Present tense

Tracklist

  1. A crack of light
  2. Bolt of a lightning
  3. I'm with you
  4. David Lynch
  5. Peek@boo
  6. Stranger smiling
  7. Heavy bag
  8. Present tense
  9. Red pill
  10. A word

Gesamtspielzeit: 37:51 min.

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Armin

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2023-10-25 21:59:54 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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