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Mark Forster - Supervision

Mark Forster- Supervision

Four / Sony
VÖ: 20.10.2023

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 2/10

Brille putzen bitte

Wohin mit dem Hass? Oder eher mit der Häme? Guckst Du hier. Nein, die Anzahl der guten Haare, die unser Forum an Mark Forster lässt, überschreitet die Null nicht wesentlich. Dabei ist der Mann mit der Baseball-Mütze doch im Grunde ein aufrechter Okayling und singt als solcher Dinge wie "Ich mach alles langsam kaputt, so wie der FCB." Andererseits: Fan des 1. FC Kaiserslautern zu sein, ist irgendwie auch keine Lösung. Aber vielleicht hat Forster für sein sechstes Album "Supervision" eine, ähm, super Vision? Oder zumindest eine bessere, als die zweite Vorabsingle "Genug", einen passablen synthetischen Pop-Klopfer, mit der Hook aus Bronski Beats Heuler "Smalltown boy" aufzumotzen? Zumal ihm bereits Leony und mehr oder weniger auch Ed Sheeran damit zuvorgekommen sind. Der Eingängigkeit des Stücks kommt das immerhin offiziell ausgewiesene Achtziger-Implantat trotzdem zugute – würde man nicht an windschiefen Textbrachen wie "Du tanzt so laut, wie man weint, wenn man glücklich ist" hängenbleiben.

Und so folgt auf Forsters Platten weiterhin jedem Aufflackern von Erträglichkeit der nächste Tiefschlag, bis sich die bange Frage stellt: Hört das denn nie auf?. Die anämische Ballade "Wie ein Geist", wo der 40-Jährige die Ex verstohlen online stalkt und sich dabei scheinbar alle Feelings aus der Asche verkneift. Der penetrant ohrwurmige, mit marmeladenen Streichern übergossene Schmeichler "Wunder". Oder "Cola in den Pétrus", ein klebriges Neo-R'n'B-Gepansche, bei dem mit KeKe und La Place direkt zwei junge HipHop-Acts das zweifelhafte Feature-Vergnügen haben. Besser erwischen es Kontra K und Clueso: Ersterer rappt sich solide durch den ordentlichen Opener "Wenn Du mich vergisst", der zwar vom umarmenden Refrain nicht lassen kann, aber mit knackiger Electro-Grundierung punktet, Letzterer darf im dicken Drum'n'Bass-Track "Farben leuchten schwarz" mittun, bei dem ein House-Piano zusätzlichen Druck macht. Und plötzlich überrascht Forster doch – mit einem upliftenden Song über Depressionen.

Sogar seine eigene Therapie thematisiert der Sänger auf "Supervision", macht daraus aber nicht viel, wenn "Alles toxisch" zu Handclaps und verhuschtem Piano lediglich gesäuselte Gemeinplätze zu bieten hat. Zur platten Selbstreflexion von "Perfekt" hingegen springt Forster mit Vergleichs-Lines der Sorte "Ich lerne durch Schmerz, so wie die SPD" oder "Ich bin wie Lanz und Precht, in mich selber verliebt" auf jeden Zug auf, der im Herbst 2023 vorbeifährt – Hauptsache, er wird währenddessen im Radio gespielt. Ein freundliches Nichts von einem Lied, das sich nicht nur beim schablonenhaft rockenden Sportfreunde-Stiller-Duett "Als wär das Leben zu ertragen" in guter schlechter Gesellschaft befindet. Da rettet auch die hübsche Akustik-Miniatur "Unser Haus" kaum mehr etwas. Vielleicht kann der Fensterputzer vom Cover helfen, der Forsters überdimensionale Brille säubert? Denn wie ein früherer Vorstandsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern einmal sagte: "Wir haben ein Defizit an Durchblick." Kommt in der Pfalz wohl öfter vor.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Wenn Du mich vergisst (feat. Kontra K)
  • Farben leuchten schwarz (feat. Clueso)

Tracklist

  1. Wenn Du mich vergisst (feat. Kontra K)
  2. Alles toxisch
  3. Lego
  4. Wie ein Geist
  5. Farben leuchten schwarz (feat. Clueso)
  6. Genug
  7. Late to the party
  8. Perfekt
  9. Als wär das Leben zu ertragen (feat. Sportfreunde Stiller)
  10. Wunder
  11. Cola in den Pétrus (feat. KeKe & La Place)
  12. Gern allein
  13. März
  14. Jedem gefallen
  15. Unser Haus

Gesamtspielzeit: 42:09 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Luc

Postings: 3781

Registriert seit 28.05.2015

2023-10-26 15:13:23 Uhr
Stimmt.
Dein ist mein ganzes Auge.

Kontermutter

Postings: 275

Registriert seit 04.03.2023

2023-10-26 15:11:39 Uhr
Albumcover sieht halt Original aus wie eines von Heinz Rudolf Kunze.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 27357

Registriert seit 08.01.2012

2023-10-25 21:58:04 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Affe in der Bananenfabrik

Postings: 351

Registriert seit 13.08.2023

2023-10-06 23:12:21 Uhr
Musik wie Fürze

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 27357

Registriert seit 08.01.2012

2023-10-06 19:30:04 Uhr - Newsbeitrag
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