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Kim Petras - Problématique

Kim Petras- Problématique

Amigo / Republic / Universal
VÖ: 18.09.2023

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Gucci-Tasche und Lover gesucht

Zweites Studioalbum: Kim Petras lechzt nach Liebe und Luxus. Nach dem Opener "Problématique" geht es in den übrigen neun Songs nur noch um zweierlei, nämlich die schamlose Gier nach hochpreisigen Konsumgütern und das Verlangen nach einem Mann. Eine Weiterentwicklung des vorherigen Studioalbums "Feed the beast" ist der aktuelle Longplayer dabei nicht, denn die Stücke auf "Problématique" waren bereits vorher entstanden und sollten eigentlich Kim Petras' Studio-Debüt abgeben. Daraus wurde nix – nachdem einige Tracks durch ein Leak in den Musik-Orbit gelangt waren, verwarf die Plattenfirma das Vorhaben. Am 18. September dieses Jahres aber ploppte "Problématique" dann plötzlich als Überraschungsalbum auf.

Die Musik auf dem Werk ist nach einem Grundschema strukturiert. Mit einer Ausnahme beginnen alle Songs mit einem Intro, gefolgt von Refrains, Strophen und Brückenteilen. Alle Lieder fußen auf variierenden elektronischen Dance-Pop-Rhythmen, die mit Kim Petras' Gesang kombiniert werden. Dieser uniforme Pop-Sound ist das, was man zu erwarten hat, wenn man Kim Petras streamt – genauso, wie es nur uniforme Teigringe mit variierender Glasur bei Dunkin' Donuts gibt.

Der Song "Problématique" gefällt durch den selbstironischen Text: "I'm a little bit dramatic / Little real, a little plastic / I just keep on wreaking havoc, ah." Begleitet wird dieses Bekenntnis vom Drumcomputer und einer sich wiederholenden Basstonfolge, die sich angenehm ins Ohr legt. Mit "Je t'adore" folgt der erste Lovesong, dessen Sound sich an French House anlehnt. Im Anschluss frönt Kim Petras zusammen mit Paris Hilton in "All she wants" dem Konsum und singt ganz unbescheiden die bevorzugten Marken vor: natürlich Gucci, aber auch Chanel, Prada, Dior, Tiffany, Cartier, um ein paar zu nennen, und zu essen soll es Sushi im Hotel geben. In "Born again" himmelt die Künstlerin gleichsam einen imaginären Romeo an, nur passt der lässig prasselnde Beat nicht zum Herzschmerz. Mit Liebespein geht es in "Something about you" weiter: "All I wanna do is what you like", schmachtet Kim Petras voller Selbstaufgabe. Ein Highlight bildet "Treat me like a ho" (ho = Hure): Lasziv lockt die Sängerin, ihr ein Luxusleben zu finanzieren – da mag man(n) ihr gleich die Gucci-Tasche spendieren. Leider flacht das Album danach ab. Tracks 7 bis 10 langweilen in ihrer Austauschbarkeit, und zu banalem Sound geht es nur noch um Obsession und quälendes Lieben.

Madonna sang in "Material girl" schon von dem Streben nach materiellem Prunk. Vergleichbar sind die beiden nicht, weil Kim Petras der Facettenreichtum von Madonna fehlt. Potenzial hat sie dennoch: Bereits als 15-Jährige veröffentlichte die aus Nordrhein-Westfalen stammende Kim Petras eigene Songs im Internet, ihre Stimme hat Wiedererkennungswert und vermag locker zwischen höheren und tieferen Tonlagen zu wechseln (wie in "Something about you"), und als Transgender Queen genießt sie besondere Aufmerksamkeit. Die Lifttür für die Fahrt in den Olymp der Megastars öffnet sich ab und an – mal abwarten, ob Kim Petras irgendwann hochfährt.

(Achim Keil)

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Highlights

  • Something about u
  • Treat me like a ho

Tracklist

  1. Problématique
  2. Je t'adore
  3. All she wants (feat. Paris Hilton)
  4. Born again
  5. Something about u
  6. Treat me like a ho
  7. Confession
  8. Deeper
  9. Dirty things
  10. Love ya leave ya

Gesamtspielzeit: 29:40 min.

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Armin

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2023-10-18 20:38:49 Uhr - Newsbeitrag
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