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Empire State Bastard - Rivers of heresy

Empire State Bastard- Rivers of heresy

Roadrunner / Warner
VÖ: 01.09.2023

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Mehr drin

Simon Neil! Mike Vennart! Ein Duo infernale auf der Bühne mit Biffy Clyro, auf dem Papier sowieso. "Und dann keine Rezension bei Plattentests.de?!", unkte es alsbald in Leser*innen-Kreisen. Können wir natürlich so nicht stehen lassen. Das Wort Supergroup? Das schon. Denn Neil, seines Zeichens Biffy-Clyro-Frontsau, und Vennart, Live-Gitarrist und Ex-Oceansize-Kopf, haben sich für ihr Projekt Empire State Bastard sogar flugs Ex-Slayer-Trommler Dave Lombardo an Bord geholt. Damit das, was da für das Debüt "Rivers of heresy" angedacht war, noch ein bisschen mehr knallt. Logo.

Lombardo lässt sich nicht lange bitten, malträtiert Toms, Bassdrum und Becken, was das Zeug hält. Mit Naomi Macleod, Kennern von der irischen Truppe Bitch Falcon bekannt, konnten die beiden eine Mitstreiterin gewinnen, die am Bass hörbar freudig im Düsteren daddelt. "Harvest" zertrümmert auf der Auftakt-Position schon mal sämtlich frisch geerntete Kürbisse: Tiefe Gitarren, wildes Riffing, hinten raus Stakkato-Punk – und Neil kratzt mit seinen Stimmbändern die Gehörgänge aus. Zunächst einmal norden wir ein: Freunde von rumpeligem Metal und Straßenköter-artigem Hardcore werden den Druck, den diese Platte zeitweise ablässt und den sie insbesondere aus wildem Riffing und Drumming zieht, mit Freuden aufsaugen. Doch ist das auch wirklich gut?

Der Opener gibt da noch keine eindeutige Figur ab. Neils stimmliche Performance auch nicht immer. Es verwundert allerdings kaum, dass das Ansinnen, ordentlich Lärm zu machen und die im Alltag angestaute, miefige Luft mit Hochdruck aus den Ohren zu pusten, in dieser Besetzung häufig auch gelingt. Und inhaltlich bietet diese Welt ohnehin genug Stoff, um Fassungslosigkeit und Wut mit entsprechenden Lyrics zu kanalisieren. "Palms of hands" etwa schlägt dermaßen hart an Wände, dass die scharfen Riffs sich beinah selbst die Beißer aushauen. Mit einer derartigen Wucht vorgetragen, steht das Stück klar auf der Habenseite. Allgemein sind die Regler weit oben angeklebt – doch es muss nicht immer die Abrissbirne sein, mit der auch "Tired, aye?" und "Stutter" loslegen.

"Moi?", das beste Stück der Platte, zeigt, warum. Zunächst scheint Neils Stimme hier kein beliebig growlendes und krächzendes Instrument zu sein, sondern baut gemächlich Intensität auf, sodass sich über diverse Breaks ein feiner Sog entwickelt, der frühe Biffy Clyro in Erinnerung ruft und in Sachen Dramaturgie ein wenig auch Refuseds "The shape of punk to come" atmet. Für angenehme Abwechslung sorgen auch der intensive, knapp über der Grasnarbe gelagerte Closer "The looming" und "Sons and daughters" mit seiner elegischen Breite, schleppendem Tempo und beinah stoneresken Attitüde. Doch wenn selbst Pep Guardiola im Falle von "Rivers of heresy" nicht das Wörtchen "super" benutzen würde, halten wir mal nüchtern fest: Da wäre mehr drin gewesen.

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Moi?
  • Sons and daughters
  • Palms of hands

Tracklist

  1. Harvest
  2. Blusher
  3. Moi?
  4. Tired, aye?
  5. Sons and daughters
  6. Stutter
  7. Palms of hands
  8. Dusty
  9. Sold!
  10. The looming

Gesamtspielzeit: 35:26 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

embele09

Postings: 330

Registriert seit 06.11.2024

2025-03-01 22:14:06 Uhr
Das ist aber auch kompromissloser Kram. Konzert in Köln hat aber mega Spaß gemacht. Mike Vennart getroffen und Simon Neil. Dave Lombardo auch kurz vorbeigehuscht. Das geht natürlich auch nur bei einem Konzert bor 100 Leuten. Ich bin total happy gewesen. ;)

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 38076

Registriert seit 07.06.2013

2025-03-01 20:42:14 Uhr
Irgendwie wie Giraffe Tongue Orchestra eine Supergroup, die auf dem Papier grandios klingt, aber deren Releases und Existenz ich regelmäßig wieder vergesse.

Unangemeldeter

Postings: 2898

Registriert seit 15.06.2014

2023-11-22 18:21:58 Uhr
War jetzt eigentlich irgendwer hier bei einem der Konzerte und kann was berichten? Ich hab's zugunsten Timber Timbre ja sausen lassen und wär sonst wohl hin, auch wenn mir da der hohe Ticketpreis wehgetan hätte. Haben die nur ihr Album runtergespielt?

jo

Postings: 7958

Registriert seit 13.06.2013

2023-10-26 20:49:36 Uhr
Jede Minute ist den Euro bei dieser Supergroup wert ;).

Klaus

Postings: 12856

Registriert seit 22.08.2019

2023-10-26 17:20:30 Uhr
Nunja, 40 € für ein 40-50 Minutenkonzert mit einer Band mit einem Album. Was soll da schiefgehen? ;)

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