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The Chemical Brothers - For that beautiful feeling

The Chemical Brothers- For that beautiful feeling

EMI / Universal
VÖ: 08.09.2023

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Und Ihr demonstriert Verbrüderung

The need for speed? Bei The Chemical Brothers nach wie vor ein Thema. Nach dem "fastest remix of all time" sind Tom Rowlands und Ed Simons nun auf dem Soundtrack zur Rennsimulation "F1 23" gelandet – mit "No reason", einem temporeich nach vorne bouncenden Monstertrack. Da knattert der Bass und überschlagen sich die rigiden Beats, während eine feinsinnige Trance-Hook und aufgekratzte Vocal-Samples durchs Stereopanorama fegen. Rund ein halbes Jahr vor Longplayer Nummer zehn eine ordentliche Ansage, nachdem das vergleichsweise entspannte "The darkness that you fear" von 2021 kaum mehr als Vorabsingle durchgeht und sich in dezent modifiziertem Mix eher unauffällig gegen Ende einsortiert. Die Marschrichtung ist dennoch klar: weg von der Konsole, raus vor die Tür, ab in die Clubs. "For that beautiful feeling" oder vielmehr für das Community-Erlebnis, auf das man in Zeiten von Lockdowns und Streaming-Events lange verzichten musste. Keine guten Voraussetzungen für ein allzu songorientiertes Album.

Eine mit großen Namen protzende Feature-Revue wie "Surrender", "Push the button" oder "Born in the echoes" steht also nicht zu erwarten. Zumal die gleich doppelt vertretene Halo Maud deutlich weniger zu melden hat als einst Noel Gallagher, Kele Okereke und Q-Tip, denn die Stimme der Dream-Pop-Französin fungiert eher als als lautmalerisches Element inmitten der wogenden Wuchtbrumme "Live again", die in ihrer angezerrten Dynamik auch auf Blanck Mass' "Dumb flesh" ein stacheliges Plätzchen gefunden hätte. Doch Rowlands und Simons lassen stets auch Platz für kleine Umwege über prägende Genres: Der emulierte Sixties-Soul von "Magic wand" düftelt verführerisch, "The weight" riecht streng nach HipHop alter Schule, der holprige Disco-Funker "Fountains" sägt sich Justin Timberlakes "Rock your body" notdürftig zurecht und implantiert ein ausgesucht käsig überstiegenes Keyboard-Solo der Sorte, die sich schon Justices Gaspard Augé auf "Escapades" besser verkniffen hätte. Alles andere als schön – Albumtitel hin oder her.

"Skipping like a stone", den nach "Wide open" auf "Born in the echoes" bereits zweiten Gastauftritt von Beck Hansen, inszenieren The Chemical Brothers hingegen als unaufgeregten Psych-Bums, wie sie ihn bereits mit The Flaming Lips für den "Singles 93-03"-Klopfer "The golden path" herbeihalluzinierten: formschön, aber irgendwie auch die bedröhnteste Nebensache der Welt. Die Stärken von "For that beautiful feeling" liegen woanders – das demonstriert "Feels like I'm dreaming", das sich mit repetitiver Synth-Hook und süß-sauren Drops als finaler Rave-Bolzen in Stellung bringt und in in ekstatischen sieben Minuten lautstark zur Verbrüderung ruft, bis das behutsam geloopte Titelstück die rauschende elektronische Party ihrem kontemplativem Ende zuführt. Sozusagen ein kleiner "Private psychedelic reel", der die im Verlauf von "For that beautiful feeling" etwas unmotiviert auf der Tanzfläche herumliegenden Ungereimtheiten gleich mit aufkehrt. Doch so etwas passiert halt manchmal, wenn es etwas schneller gehen muss.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Live again (feat. Halo Maud)
  • No reason
  • Feels like I'm dreaming

Tracklist

  1. Intro
  2. Live again (feat. Halo Maud)
  3. No reason
  4. Goodbye
  5. Fountains
  6. Magic wand
  7. The weight
  8. Skipping like a stone (feat. Beck)
  9. The darkness that you fear (Harvest mix)
  10. Feels like I'm dreaming
  11. For that beautiful feeling (feat. Halo Maud)

Gesamtspielzeit: 47:01 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

musie

Postings: 3844

Registriert seit 14.06.2013

2023-10-09 15:47:46 Uhr
Mich hat das Album inzwischen total erwischt. War auf einer langen Wanderung und habe mir das etwa 6x am Stück angehört. Genial wie der Schluss vom Album im Titeltrack in das Intro zum Start übergeht. Man kann sich das endlos geben. Sowie das Album gegen Ende grandios. Ist mein liebstes Album von ihnen seit vielen Jahren.

peter73

Postings: 3044

Registriert seit 14.09.2020

2023-10-05 14:46:38 Uhr
ein überalbum erwarte ich irgendwie ohnehin nicht mehr - aber etwas mehr mut zum risiko würde ihnen auch guttun; soo alt sind die zwei ja auch wieder nicht....



1. Intro (6/10)

2. Live Again (feat. Halo Maud) (7,5/10)

3. No Reason (6,5/10)

4. Goodbye (8,5/10)

5. Fountains (5/10)

6. Magic Wand (7/10)

7. The Weight (8/10)

8. Skipping Like A Stone (6/10)

9. The Darkness That You Fear (Harvest Mix) (8/10)

10. Feels Like I’m Dreaming (8,5/10)

11. For That Beautiful Feeling (feat. Halo Maud) (7,5/10)

12. I want to Know (Bonustrack) 6/10

13. All Of A Sudden (Bonustrack) 6,5/10

durchschnitt = 7,0

cargo

Postings: 694

Registriert seit 07.06.2016

2023-10-04 13:11:07 Uhr
"Feels Like I'm Dreaming" ist der beste Chemical Brothers Song seit "Don't Think". Absoluter Banger.
Der Rest des Albums ist auch ganz in Ordnung. Ein richtiges Brett reißen die Zwei halt auch nicht mehr runter.

peter73

Postings: 3044

Registriert seit 14.09.2020

2023-09-12 11:06:50 Uhr
"skipping like a stone (feat. Beck)" ist leider nur halb so gut wie damals "wide open" mit ihm...

das neue album ist als ganzes unterhaltsam - aber an glanztaten ala "surrender" oder auch "further" kommt man leider nicht mehr heran... ersteindruck ist eine knappe 7/10

Kai

User und News-Scout

Postings: 2914

Registriert seit 25.02.2014

2023-09-08 22:05:31 Uhr
Ziemlicher 4thefloor Brecher das Album aber ich war gut unterhalten. Hätte da auch nicht übel Lust auf nem großen Festival dazu rumzuspringen.
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