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Oblivion Protocol - The fall of the shires

Oblivion Protocol- The fall of the shires

Atomic Fire / Warner
VÖ: 18.08.2023

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Fortsetzung folgt

Die letzten Alben aus dem Hause Threshold vermochten jeweils schon beim ersten Hören zu überzeugen, "Legends of the shires" aus dem Jahr 2017 erhielt hier bei Plattentests.de gar satte neun Punkte. Auch mit der gebotenen zeitlichen Distanz darf man konstatieren: zu Recht! Neben dem unmittelbar zündenden Funken ist den Veröffentlichungen darüber hinaus eine herausragende Langzeitwirkung zu attestieren, eine etwaige Übersättigung ist selbst bei häufig wiederholtem Konsum nicht zu befürchten. Bei mindestens einem Bandmitglied hat "Legends of the shires" derweil wohl unterschwellig das Gefühl geweckt, die Geschichte noch nicht auserzählt zu haben: Keyboarder Richard West wollte das über 80-minütige Epos unbedingt fortschreiben. Zunächst nur für sich, bevor er sich doch entschloss, Mitstreiter zu kontaktieren und ein komplettes Album einzuspielen.

Das Resultat kann sich hören lassen. Unter dem Namen Oblivion Protocol bringt West auf "The fall of the shires" die befreundeten Ruud Jolie von Within Temptation, Simon Andersson von Darkwater und Darby Todd, der live unter anderem schon für Devin Townsend das Schlagzeug verantwortete, zusammen. Das Quartett lenkt die Aufmerksamkeit zum Auftakt kurzzeitig auf eine falsche Fährte, denn der Opener "The fall (part 1)" kommt nach atmosphärischem Intro zunächst einmal ganz zurückgenommen daher. West übernimmt übrigens neben den logischerweise sehr präsenten Keyboard-Elementen auch den Gesang und zeigt sich davon keinesfalls überfordert. In der Folge zieht das Tempo an. "Tormented" stellt klar: Wir befinden uns im Prog. Der wird dann noch etwas verschlungener, wenn "Public safety broadcast" mal hierhin und mal dorthin abzweigt, mal die Gitarre in den Mittelpunkt rückt und mal das Keyboard. Ansagen und Geräusche aus dem Rechner wirken clever platziert und nicht erzwungen.

Für die Verbindung zum Vorläufer von 2017 sorgt übrigens nicht nur West: Auch Threshold-Gitarrist Karl Groom spielte einige Soli für das Album ein, dessen Songs praktisch nahtlos ineinander übergehen. Schritt für Schritt schwingt sich die ganze Angelegenheit bei fortschreitender Spielzeit in höhere Niveaugefilde. "This is not a test" als Abschluss der ersten Hälfte ist dafür ein großartiger Beweis, denn der Song bleibt unmittelbar im Ohr hängen. Spätestens hier wird überdeutlich, dass Oblivion Protocol kein über das Knie gebrochener Einfall eines möglicherweise gelangweilten Keyboarders ist. In "Vertigo" winkt später ein wohldosierter Moment des Innehaltens, bevor es im glänzenden "Forests in the fallout" noch einmal ordentlich zur Sache geht.

Richard West, der zum 30. Geburtstag seiner Stammband das Buch "Maybe a writer – my life in Threshold" herausgebracht hatte, wählte für den Prozess des Songschreibens die private Einsamkeit. Im eigenen Studio feilte er an den Strukturen, komponierte Passage für Passage und setzte seine große Liebe zum Konzeptalbum mit wenigen Ausnahmen überzeugend um. Das "maybe" aus dem Buchtitel darf als Understatement verstanden werden. Wenn die letzten Klänge vom abschließenden "The fall (part 2)" durch den Gehörgang schleichen, lässt der nächste Durchlauf nicht lange auf sich warten. "The fall of the shires" weist grundsätzlich die gleichen Qualitäten wie die letzten Threshold-Werke auf: Es zündet sofort und wächst doch immer weiter. Und es fügt der endlosen Debatte darüber, wer denn nun eigentlich der beste Threshold-Sänger der langen Bandhistorie ist, zumindest augenzwinkernd eine neue Note hinzu. West wird Glynn Morgan den Job am Mikrophon allerdings nicht streitig machen wollen, denn Morgans Künste sind dann doch überlegen.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Tormented
  • This is not a test
  • Forests in the fallout

Tracklist

  1. The fall (part 1)
  2. Tormented
  3. Public safety broadcast
  4. This is not a test
  5. Storm warning
  6. Vertigo
  7. Forests in the fallout
  8. The fall (part 2)

Gesamtspielzeit: 41:37 min.

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Armin

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2023-08-16 21:02:12 Uhr - Newsbeitrag
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