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Lauren Spencer Smith - Mirror

Lauren Spencer Smith- Mirror

Universal
VÖ: 14.07.2023

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Lebloses Talent

Extrem junge und gleichzeitig extrem talentierte Künstlerinnen sind immer ein Grund zur Freude, aber 2023 bei weitem keine Überraschung mehr. Lorde, Billie Eilish und Olivia Rodrigo muss man hier wohl nicht mehr erklären. Doch auch Clairo und Beabadoobee passen in diese Reihe. Der neueste vermeintliche Geniestreich der Musikbranche: Lauren Spencer Smith. Die mittlerweile 19-Jährige nahm mit nur 16 Jahren an "American Idol" teil. Wenige Jahre später erlangte ihr Song "Fingers crossed" größere Aufmerksamkeit, und zwar – wie sollte es anders sein – via TikTok. Bisheriger Höhepunkt ihrer Karriere, auf der mittlerweile umstrittenen App: der Feature-Song "Fantasy" mit den Sängerinnen Gayle und Em Beihold, die ebenfalls per TikTok quasi Superstar-Status erreicht haben. Nun soll also ihr erstes Album mit eigenen Songs den Weg weiter ebnen.

Die oben genannten Künstlerinnen überzeugen nicht nur durch eine beeindruckende oder zumindest einzigartige Stimme und besondere Methoden, diese einzusetzen. Sie oder ihre Teams sind darüber hinaus hervorragende Songwriterinnen und stehen für clevere oder besonders treffend formulierte Texte wie auch für ein musikalisches Arrangement, das überrascht, interessant ist oder gar den Stil eines Sub-Genres geprägt hat. Auch Lauren Spencer Smith ist eine gute Sängerin, variiert mit Kopf- und Bauchstimme ähnlich beeindruckend wie Olivia Rodrigo. Bei beiden Künstlerinnen steht der Gesang deutlich im Vordergrund, ihre Songs haben eine melancholische bis gar dramatische Stimmung. Doch während Rodrigo auch noch durch überraschende Wendungen und virtuose Klavier-Melodien oder dem extremen Gegenteil, dem Einsatz von Emo-Riffs wie in "Good 4 u", hervorsticht, bleiben die Songs von Lauren Spencer Smith blass, geradezu leblos.

Denn instrumental und musikalisch regt sich wenig auf "Mirror". Während sich der Gesang etwa in "Love is an overstatement" zunächst in seinem Volumen steigert, um direkt danach interessanterweise zerbrechlich zu erscheinen, dümpeln im Hintergrund nur ein paar Lagerfeuer-Akkorde. Ähnlich ernüchternd bleibt es bei "Best friend breakup". Lauren Spencer Smith singt sich geradezu in Rage und erreicht Töne, die gefühlt nur von einer aufgewärmten Mariah Carey getoppt werden könnten. Und das Arrangement drumherum? Ein paar zaghafte Drum-Sounds und ein subtil wimmerndes Elektro-Gerüst. "Too hurt to fall in love" bringt immerhin ein Klavier ins Spiel. Der Song handelt von Herzschmerz, doch Emotionen dringen ausschließlich über den Gesang der Kanadierin durch.

Geschönt könnte man die musikalische Gestaltung von "Mirror" als minimalistisch bezeichnen. Stellenweise erscheint sie aber dermaßen simpel, dass sie auch von Hobbymusikern konzipiert sein könnte, die sonst nur auf einem Casio-Lernkeyboard mit Leuchttasten spielen. Die Stimme von Spencer Smith braucht Power, doch unter ihr erklingt nur leise Langeweile. Insgesamt lässt sich das Album wohl nur als "Schade" abhaken. Denn es sei nochmal betont: Lauren Spencer Smith ist talentiert. "Mirror" wird dem aber nicht gerecht. Immerhin: Als Soundtrack zum ersten Liebeskummer taugen die Songs. Oder eben zum zwanzigsten.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • Fantasy (feat. Gayle & Em Beihold)

Tracklist

  1. Never been in love
  2. Love is an overstatement
  3. Fingers crossed
  4. Fantasy (feat. Gayle & Em Beihold)
  5. Narcissist
  6. Bigger person
  7. Aftermath
  8. 28
  9. Best friend breakup
  10. Too hurt to fall in love
  11. Hey
  12. Flowers
  13. That part
  14. ily
  15. Do it all again

Gesamtspielzeit: 44:12 min.

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Armin

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2023-08-02 22:11:29 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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