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William Fitzsimmons - Covers, Vol. 2

William Fitzsimmons- Covers, Vol. 2

Grönland / Rough Trade
VÖ: 11.08.2023

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Was kommt eigentlich nach zwei?

Im Grunde war es nur eine Frage der Zeit, bis William Fitzsimmons ein Album mit Songs anderer Künstler*innen aufnimmt. Und im Grunde war es dann ebenfalls nur eine Frage der Zeit, bis die Fortsetzung folgen würde. Wäre ja sonst auch schön blöd, eine Platte "Covers, Vol. 1" zu nennen. Und wenn man "Covers, Vol. 2" nun irgendetwas vorwerfen möchte, dann wenn überhaupt, dass dieses Album auch über seine bloße Existenz hinaus alle Erwartungen erfüllt und nie mal aus der Reihe tanzt oder voll daneben haut. Einen wirklichen Grund zum Gähnen gibt es dennoch nicht. Insgesamt elf Songs hat Fitzsimmons sich dieses Mal zur Brust genommen, wenn nicht – so viel Ergriffenheit muss sein – ans geschundene Herz gedrückt. Elf Songs, die Fitzsimmons dem eigenen Bekunden nach viel bedeuten und die ihn zum Teil schon viele Jahre begleiten – und die dieser bärtige Mann mit seiner samtigen Stimme nun auf beachtliche Weise interpretiert. Nämlich behutsam, aber durchaus wirkungsvoll. Wie schon bei Teil eins krempelt Fitzsimmons das Material nicht völlig auf links, macht daraus aber etwas sehr Eigenes.

Und entlockt den Kompositionen dadurch mitunter ganz neue und unerwartete Facetten. Während etwa bei Fleetwood Mac auch Jahre nach dem Niedergang der Woodstock-Ära gefühlt immer noch blumenbekränzte Hippies durchs Bild tanzen, verwandelt Fitzsimmons "Hold me" in eine zunächst eher zurückhaltende Ballade, die erst gegen Ende von Streichern getragen aufblüht. Ganz nah ran geht auch Fitzsimmons minimalistische Interpretation von Billy Joels "Vienna", bei der die ursprüngliche Theatralik einer berührenden Intimität weichen muss. Was diesem Song, der um Sinnsuche und die Frage, wohin eigentlich mit dem eigenen Leben kreist, aber überaus gut zu Gesicht steht. "You've got your passion, you've got your pride / But don't you know that only fools are satisfied?" Besonders groß ist der Abstand zur Vorlage jedoch bei "King of wishful thinking". Im Original von Go West eine typische, gut gelaunte 80er-Funkpop-Nummer, wird plötzlich der ganze Schmerz spürbar, der in den Zeilen steckt. "I'll get over you, I know I will / You made a hole in my heart / But I won't shed a tear for you / I'll be the king of wishful thinking".

Mit Peter Gabriel und Jeremy Zucker sind zwei Musiker in der Auswahl, die auch schon auf "Covers, Vol. 1" vertreten waren. Sowohl "In your eyes" als auch "Scared" sind dennoch unbedingt hörenswert. Außerdem weithin bekannt und beliebt: Bruce Springsteens hoch dekorierter Synthie-Heuler "Streets of Philadelphia", den Fitzsimmons mit einer Akustik-Gitarre und Klavierklängen anreichert, sowie Radioheads "Weird fishes". Zu den Überraschungen und kleinen Entdeckungen, die "Covers, Vol. 2" ebenfalls zu bieten hat, darf hingegen der Song "Tell her this" der schottischen Rockband Del Amitri gezählt werden, und auch das unerwartete Wiederhören mit "Sleeper 1972", einem heimlichen Highlight auf "I’m like a virgin losing a child", dem Debütalbum von Manchester Orchestra, bereitet Freude. Und natürlich der Opener: "A little bit yours" von JP Saxe ist im Original ein eher mediokrer Popsong über eine zerbrochene Liebesbeziehung, der vor allem gegen Ende zu tief ins Kitschregal greift. Fitzsimmons lässt die pompöse Coda nun kurzerhand einfach weg und macht sonst gar nicht mal so sehr viel anders, allein durch wenige wirkungsvolle Änderungen und Fitzsimmons Stimme gewinnt "A little bit yours" aber mit einem Mal eine unaufdringliche Schönheit.

(Markus Huber)

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Highlights

  • A little bit yours
  • In your eyes
  • Hold me
  • Sleeper 1972

Tracklist

  1. A little bit yours
  2. Fire and rain
  3. King of wishful thinking
  4. In your eyes
  5. Scared
  6. Tell her this
  7. Hold me
  8. Streets of Philadelphia
  9. Vienna
  10. Sleeper 1972
  11. Weird fishes

Gesamtspielzeit: 40:23 min.

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Armin

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2023-08-02 22:09:00 Uhr - Newsbeitrag
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2023-08-02 21:35:27 Uhr
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