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Degreed - Public address

Degreed- Public address

Frontiers / Soulfood
VÖ: 07.07.2023

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

As simple as that

Wenn alles kompliziert, unübersichtlich und anstrengend geworden ist, sind es oft die einfachen Dinge, die Halt geben. Und was könnte einfacher sein als Adult Oriented Rock, besser bekannt unter der Abkürzung AOR? Ähnlich wie vor fast zehn Jahren Brother Firetribe mit ihrem nach wie vor funkelnden "Diamond in the firepit" schießt der Schweden-Trupp Degreed eine treffsichere Breitseite aus der großkalibrigen Stimmungskanone, allerdings mit gehärteten Kugeln im Lauf. Dabei ist klar: Würde auch nur einer der hier versammelten Songs sein Ziel verfehlen, gäbe es diese Rezension gar nicht. Denn derart simpler, jeglicher Originalität breit ins Gesicht grinsender Hardrock aus längst vergangenen Tagen muss mindestens auf der Grenze zur Perfektion gespielt werden, um hiesigen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden.

Erst 2010 gegründet, haben sich Degreed mit satten sechs meist überzeugenden Stelldicheins allerdings bereits zu AOR-Veteranen gemausert und mehr als genug Erfahrung gesammelt, um genau zu wissen, worauf es im Genre ankommt. Folgerichtig zeigt "Public address" die Band auf ihrem bisherigen Höhepunkt, bei dem sich abseits des prinzipiellen Problems, das jemand mit dieser Musik haben kann (und sich darum wohl ohnehin verklickt haben muss), schlicht nichts finden lässt, woran Kritik geübt werden kann. Hier gibt es ein Dutzend Mal Riffs, Hooklines und fast schon entrüstend eingängige Refrains aus der Galerie des AOR, inklusive marginaler Tempovariation, Pathos und maximalem Spaß an der Freude.

Es ist daher auch nicht überraschend, dass "Big plan" direkt mit einem "Ohoho" loslegt. Wer in den Zirkus geht, den erwartet eben kein Kabarett, sondern eine lebhafte Unterhaltungsshow mit hoffentlich zahlreichen "Ohoho"-Momenten. Entsprechend bieten Degreed bereits mit dem Opener ein gut vierminütiges Spektakel zum angeregten Abrocken, bei dem sie auch in der Folge keinerlei Pause einlegen, sondern eher noch aufdrehen. Denn auch "Who are you (to say)" ist eine zünftige Hardrock-Sause ohne Hemmungen, bevor "Way of the world" nur scheinbar das Tempo etwas rausnimmt, den Song dann aber mit einem packenden Chorus durchschüttelt, der ihn zum bis dahin besten des Albums macht.

Und so geht es munter weiter. Die vierköpfige Band um den geborenen AOR-Shouter Robin Eriksson leistet sich keine Schwäche, sondern hält durchweg die Zügel straff. Dass dabei Abwechslung klein geschrieben wird und die Lyrics ebenfalls eher simpler Natur sind, ist allenfalls eine kaum lesbare Randnotiz angesichts der hier aufgetischten Melodien. Denn wer will nicht mit "Ride along" und "Free again" im Ohr sofort im Sportwagen durch die verkehrsberuhigte Zone düsen? Wer nicht bei "Resist the urge" die Rebellion gegen die herrschende Ordnung ausrufen und unter "Pressure" endgültig freidrehen? "Public address" ist Musik der oberen Eskalationsstufe, stets auf den direkten Punch bedacht. Ein Hoch auf die einfachen Dinge!

(André Schuder)

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Highlights

  • Big plans
  • Who are you (to say)
  • Way of the world
  • Ride along
  • Free again
  • Resist the urge
  • Don't be a stranger
  • Pressure

Tracklist

  1. Big plans
  2. Who are you (to say)
  3. Way of the world
  4. This is love
  5. Ride along
  6. Free again
  7. Resist the urge
  8. Don't be a stranger
  9. A safe place
  10. No one
  11. For you
  12. Pressure

Gesamtspielzeit: 44:08 min.

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User Beitrag

Hierkannmanparken

Postings: 1095

Registriert seit 22.10.2021

2023-08-07 11:17:50 Uhr
Gleich 8 Highlights? ^^
Das macht natürlich neugierig

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 26928

Registriert seit 08.01.2012

2023-08-02 22:08:22 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?


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