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Fury In The Slaughterhouse - Hope

Fury In The Slaughterhouse- Hope

Seven.One Starwatch / Sony
VÖ: 28.07.2023

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Hoff on, hoff off

Irgendwann wird sich die Menschheit vorm jüngsten Gericht verantworten müssen. Kriege, Hass, Zerstörung der Umwelt. Und dann ist da noch dieser Vize-Remix von "Won't forget these days". Den müssen Fury In The Slaughterhouse ja irgendwie abgesegnet haben und auf ihre Kappe nehmen. Kein Wunder, dass die Hannoveraner nun alles dransetzen, um die Audienz beim Allmächtigen noch zu einem angenehmeren Termin zu machen. Unter dem Namen "Hoffnung verändert alles" startete die Band eine Initiative, um Projekte zum Gemeinschaftswohl zu unterstützen, von Kinderdörfern in Afrika bis zur Brustkrebs-Hilfe, und an dieser Stelle darf der Sarkasmus gerne raus, denn das ist allemal ein toller Ansatz. Passt natürlich zum vorher fertiggestellten Album "Hope", nach dem ähnlich knapp betitelten "Now" das zweite Werk der Wiedervereinigungsphase. Nicht meckern, sondern Zuversicht spenden.

"Kein Hippie-Album!" – so tönt es trotzdem aus den Begleitpromos. Und sicher wird nicht der Status Quo schöngeredet. "Don't give up when the sea gets rough", rät der Opener im Refrain, der standesgemäß die Welt umarmt. Doch verlieren sich gerade die Songs der ersten Hälfte häufig in Plattitüden und gut gemeinten, aber weniger gut geschriebenen Auf-die-Beine-Helfern. Man fühlt sich ob der positiven Anpackmentalität fast ein bisschen schlecht als Kritiker, aber den Text von "Better times will come" haben Fury In The Slaughterhouse halt schon gefühlt zehnmal besser umgesetzt und bei der musikalischen Begleitung sieht's kaum anders aus. Tiefpunkt ist die Sentimentalität von "So are you", das die Feuerzeuge Handylichter mit schierem Willen aus der Tasche zieht. Das Englisch schwankt zwischen "geht so" und "I become a cheeseburger, please", wenn Kai Wingenfelder mit Inbrunst "Every mother loves the silence in opposition to the violence" intoniert.

So geht es zunächst in einer Tour. Die Hommage an Manager und Wacken-Koryphäe Holger Hübner, "More than a friend", kommt noch am schmissigsten aus den Latschen. "Always now" schafft dagegen auch nur den Standardmelodie-Schunkler. Textquiz! Wie geht die Zeile weiter? "My, oh, my, it seems somehow / The good old days are ...". Na? Wer's errät, darf sich vom folgenden "S.O.S." einmal die Ohren durchpusten lassen. Denn da geht ja noch was bei den Furies! Überraschend miesgelaunt klirrt und kracht die Gitarrenbreitseite rein. "It's a matter of hate / We're better off without it!", und ja, endlich hört man die Ausrufezeichen auch im Gesang, bevor der dramatische Refrain das Ruder übernimmt. Schön, dass "Offline" die ominöse Atmosphäre in der Instrumentierung gleich mitnimmt und trotzdem noch einen aufhellenden Chor, einen halb-rappenden Wingenfelder und ein gniedelndes Solo reinbringt – ohne jede Peinlichkeit, sondern eindrucksvoll gekonnt.

Schade, dass diese beiden Songs die strahlenden Glanzlichter einer doch sehr durchwachsenen Platte sind. Zwar ist das Ende von "Hope" deutlich besser als der Anfang, weil die Band wieder mehr Spannung und Düsternis reinbringt. Aber auch hier gilt es, das belanglose Tralala von "Why worry" zu überstehen. Das entspannte schwelgende "Island in the sun" und der Drummachine-Nebel "Ghost in the city" gehen als zumeist zurückhaltende Stücke aber völlig klar, auch sich wenn letzteres leider den Weg zum viel zu offensichtlichen Chorus nicht verkneift. Die schönste Überraschung ist aber der durchgeknallte Hidden Track "Who am I?", der den launigen Irish-Pub-Schunkelsong "Far cry from home" noch einmal rücklings in den Hintern tritt. "Hope" bietet also auch im musikalischen Sinne genug Grund zur Hoffnung. Sie sollten bloß Thees Uhlmanns Bandbeschreibung ignorieren und bitte nicht wie hier an einigen Stellen versuchen, die "U2 aus Niedersachsen" zu sein.

(Felix Heinecker)

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Highlights

  • S.O.S.
  • Offline
  • Far cry from home / Who am I?

Tracklist

  1. Don't give up
  2. Better times will come
  3. More than a friend
  4. So are you
  5. Always now
  6. S.O.S.
  7. Offline
  8. Why worry
  9. Island in the sun
  10. Ghost in the city
  11. Far cry from home / Who am I?

Gesamtspielzeit: 39:12 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Huhn vom Hof

Postings: 6199

Registriert seit 14.06.2013

2023-08-06 16:55:15 Uhr
Das erste Nr.-1-Album. Freut mich für die Band.

Pluspuls

Postings: 142

Registriert seit 29.04.2023

2023-08-06 15:51:41 Uhr
Ist auf die 1 in den deutschen Cahrts eingestiegen.

*verwundertamkopfkratz

Hoschi

Postings: 1823

Registriert seit 16.01.2017

2023-07-28 18:52:28 Uhr
Meine Rezi zu Offline sollte eigentlich bei Ghost in the city stehen (Riding on a Dead horse/ Radio Orchid).

MM13

Postings: 2403

Registriert seit 13.06.2013

2023-07-28 18:52:01 Uhr
5/10 ist zu wenig, würde auch auf 6-7/10 gehn.sos und offline find ich jetzt nicht so toll, ansonsten ein fury typisches album.

Hoschi

Postings: 1823

Registriert seit 16.01.2017

2023-07-28 13:21:05 Uhr
Sodele, hab 4 Durchgänge hinter mir(ist ja verhältnismäßig kurz).

1. Don' t give Up 7/10
Schöner Opener aber gewohnte Fury Kost ohne besonders gut oder schlecht zu sein.

2. Better Times will come 5/10
Schöne, ersten paar Takte(ziemliche 80ies Gitarren)aber dann wird's beliebig. Außerdem mag ich diese 4/4 Stampfer, welche auch Noel Gallagher so gerne schreibt, nicht wirklich.

3. More than an friend 8,5/10
Mein erstes Highlight! Toll Melodie/Chorus, schmissiges Riff und ordentlich Background Gesang. So muss das.

4. So are you 4/10
Das erste lowlight. Hier wird mir, speziell textlich, zu dick aufgetragen. Auch musikalisch nicht wirklich spannend.

5. Always now 6/10
Ähnlich wie der Opener ein völlig unauffälliges Stück ohne highs oder lows.

6.S.O.S 7/10
Wieder etwas rockiger und epischer aber hat trotzdem genug Abwechslung.

7. Offline 8/10
Mein nächstes Highlight der Platte. Eine Mischung aus riding on a Dead horse und Radio Orchid.
Musikalisch zudem wirklich schön arrangiert und voller kleiner Ideen.

8. Why worry 7/10
Siehe 1 und 5. Mag die Lead Gitarre.

9. Island in the sun 7,5/10
Schöner zurückgenommener, kleiner Song der bei mir bestimmt mich wächst.

10. Ghost in the city 8,5/10
Wieder ein absolutes Highlight. Die Melodie und die erste Bridge ist so großartig! Und dann noch dieser kurze Bläser Einsatz in der Mitte.
Lieder macht der Refrain die Stimmung des Songs wieder etwas zunichte. Ohne Refrain wäre es knapp ne 9.

11. Far cry/Who i am 8,5/10
Die ersten Takte haben mich etwas genervt zurückgelassen aber nach knapp einer Minute kippt der Song in eine richtig schöne Melodie.
Das anschließende, recht kurze who i am (ist das ein Bonus Song oder gehört der dazu?) rockt nochmal ordentlich nach vorne und schmeißt einen gut gelaunt aus dem Album.

Ich finde Hope ist das beste Fury Album seit Home inside.
Es fehlen zwar die Überhits wie bspw. Sometimes vom Vorgänger, hat aber auch nicht dessen lowlights(all about us, the beauty) und wirkt für mich auf Albumlänge konstant hochwertiger und konsistenter.
An mein Favorit the Hearing and the Sense oder andere Fury Alben aus der Zeit kommt es natürlich in keinster Weise ran, aber every Heart und nimby toppt es um Längen.

So far eine glatte 7/10 vom Fury Fanboy
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