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James And The Cold Gun - James And The Cold Gun

James And The Cold Gun- James And The Cold Gun

Loosegroove / Venn / PIAS / Rough Trade
VÖ: 21.07.2023

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Wasser auf die Mühle(n)

Für James Joseph und James Biss muss es sich angefühlt haben wie in Kindheitstagen – in etwa, als würden Weihnachten und Ostern in dieselbe Woche fallen. Wir sprechen von den Tagen Anfang 2022, als Pearl Jams Stone Gossard einen KEXP-Mitschnitt von "Long way home" aufschnappte, einem der ersten Songs des Waliser Duos James And The Cold Gun, und er von dem Track nicht mehr loskam. Fast besessen von der Idee, den Jungs eine Kooperation mit seinem Label Loosegroove Records anzubieten, lief die Telefonverbindung zwischen Seattle und dem Südwesten der britischen Hauptinsel schnell heiß. Schnell war zudem ein Kooperations-Deal mit dem Gallows-Label Venn Records ausgemacht – der "False start"-EP, dem ersten Lebenszeichen der noisigen Newcomer, stand nichts mehr im Wege.

Genug der Rahmennotizen: Wenn selbst kursorisch lesende Musikfans langsam ermüden, wird es Zeit, der Musik von James And The Cold Gun Aufmerksamkeit zu schenken. Erfreulicherweise macht es einem das Duo nicht allzu schwer. Freunde des gepflegten, druckvollen Gitarrenriffings in den Sparten Grunge, Stoner, Punk und Hardcore sollten bei "James And The Cold Gun" vollends auf ihre Kosten kommen. Und sich nicht wundern, wenn das vollends auf Punk-Krawall gebürstete "Saccharine" schon mal eine fette Staubwolke aufwirbelt. "My silhouette", mit zackigem, womöglich auch Moskitos tötendem Riff und Tanzrefrain bewaffnet, zeigt dann, dass James And The Cold Gun das Genre "Hit" schon auf dem Debüt beherrschen.

Wer zu dieser Platte lieber energetisch mit dem Kopf nicken, sich fallen lassen mag, folgt den Walisern nur zu gern in leicht dunklere Sphären. Für das großartige "Bittersweet" nimmt das Doppel ein wenig die Geschwindigkeit raus, füttert die Gitarre mit etwas Hall und Kajalstift und krallt einen nach und nach so richtig am Hemdskragen. Der fulminante Closer "Three years" nimmt Anlauf zum Aufbruch in Post-Punk und Post-Hardcore-Welten, legt Energie in den Refrain, um im Finale dann mit Hingabe zu zerbersten. Kein Wunder, dass sich Biss und Joseph für ihre Live-Shows unlängst drei befreundete Musiker*innen mit an Bord geholt haben.

Mit simpleren Fegern wie etwa "All the wrong places" oder dem Opener "Chewing glass" wirken die Waliser dann manchmal auch wie Royal Blood auf Speed. Sie bemühen sich zwar meist nicht, irgendwelche Räder der Rockmusik-Mühle großartig neu zu arrangieren, allerdings ist ihr Debüt trotzdem oder gerade deswegen hörenswert, vor allem in Sachen Songwriting und Produktion. Wenngleich das auf jeden Fall zuallererst Musik ist, die man sich von "South Wales' loudest" unbedingt von einer Bühne ins Gesicht blasen lassen sollte. Und dabei nicht vergessen: Pommesgabel in die Luft!

(Eric Meyer)

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Highlights

  • Bittersweet
  • My silhouette
  • Saccharine
  • Three years

Tracklist

  1. Chewing glass
  2. Something to say
  3. All the wrong places
  4. Bittersweet
  5. Headlights
  6. My silhouette
  7. Grey through the same lens
  8. Saccharine
  9. Alone again
  10. Cheating on the sun
  11. Three years

Gesamtspielzeit: 36:24 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

2023-07-13 16:59:12 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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