Cyndi Lauper - At last

Cyndi Lauper- At last

Epic / Sony
VÖ: 18.11.2003

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

All through the night

Damals, als sich zwei rotzfreche Gören mit besonders merkwürdigen Klamotten in der von Geschmacksverirrungen nicht gerade armen Zeit der Achtziger darum schlugen, wer denn nun das verrücktere Huhn sei, war Cyndi Lauper stets die Coolere. Mit dem schluckaufigen Kieksen in "She bop" oder der durch Miles Davis geadelten Sehnsucht von "Time after time". Dem noch heute ins Genom von Girlies wie P!nk kodierte Schlachtruf "Girls just want to have fun". Wahre Blaupausen für nicht ganz so furchtbaren Teenie-Pop. Und doch ist Madonna und nicht Cyndi diejenige mit der ganzen Kohle. Ob sich die mittlerweile Fünfzigjährige aus Brooklyn deswegen so lange still verhalten hat?

Eines will sie uns jedenfalls klar machen: Mit allzu zeitabhängiger Daddelei und trendheischender "Music" hat sie längst abgeschlossen. Und somit gerät das Comeback-Album "At last" in doppelter Weise zum Ausrufezeichen. Zum einen dürfen die mittlerweile wohl eher spärlich gewordenen Anhänger sie endlich zurück begrüßen, und zum anderen hätte man vor zwanzig Jahren bei der verrückten Cyndi mit so ziemlich allem gerechnet. Nur nicht mit einem Coveralbum voller Soul-, Jazz- und Chansonklassikern.

Und den eigentlich ziemlich abgenudelten Songs wie "Don't let me be misunderstood" kann sie trotz allem Kitsch durchaus einiges an Leben einhauchen. Stilvoll und durchaus mit Respekt behandelt sie die alten Schlager von Aretha Franklin, Edith Piaf und Nina Simone. Manchmal überraschend sonnig wie im merenguegewandten "Stay" oder dem hüpfenden Ska von "On the sunny side of the street". Mal knisternd und unheimlich wie beim grandiosen Stilleben "Walk on by". Mal gar ein wenig verrucht wie im relaxten Groove von "My baby just cares for me". Und leider auch mal etwas selbstüberschätzend wie im Duett mit Tony Bennett, dem sie bei "Makin' whoopee" nicht wirklich das Wasser reichen kann. Und doch kann man ihr kaum Böse sein. Denn aus dem Frechdachs ist eine charmante Dame geworden, der man beim leichten Taumeln eher die Hand reicht als sie auszulachen. Und nebenbei, das kleine Schwarze vom Cover steht ihr verteufelt gut.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Walk on by
  • Until you come back to me (That's what I'm gonna do)
  • My baby just cares for me

Tracklist

  1. At last
  2. Walk on by
  3. Stay
  4. La vie en rose
  5. Unchained melody
  6. If you go away
  7. Until you come back to me (That's what I'm gonna do)
  8. My baby just cares for me
  9. Makin' whoopee (Duet with Tony Bennett)
  10. Don't let me be misunderstood
  11. You've really got a hold on me
  12. Hymn to love
  13. On the sunny side of the street

Gesamtspielzeit: 49:57 min.

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